Dialog der Generationen in Herrenberg

 

Die Initiative "Alter schafft Neues - Aktiv im Alter" des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, bietet durch die Maßnahmen der Stadt Herrenberg und dem StadtSeniorenRat die Chance

  • mehr über die generationenübergreifenden Bedürfnisse der Bevölkerung zu erfahren
  • gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern Ideen zu entwickeln und
  • eine Antwort auf die Frage: "Wie wollen wir morgen in Herrenberg leben"

zu finden.

Informieren Sie sich jetzt und finden Sie das Projekt, mit dem Sie sich indentifizieren können, das Ihnen Spaß macht, und bei dem Sie sich mit Ihrem freiwilligen und ehrenamtlichen Engagement einbringen wollen.

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Seien Sie dabei, beantworten Sie uns folgende Fragen und geben Sie den ausgefüllten Fragebogen beim StadtSeniorenRat Herrenberg ab.

Abschlussveranstaltung von "Aktiv im Alter" - mehr als 880 Projekte wurden umgesetzt

"Wie wollen wir morgen leben?": in über 500 lokalen Bürgerforen innerhalb des vom Familienministerium geförderten Programms "Aktiv im Alter" wurde diese Frage gestellt. Mehr als 27.000 Bürgerinnen und Bürger haben mit Vertreterinnen und Vertretern ihrer Kommune und Projektträgern an dem Programm teilgenommen. Am 22. November 2010 fand die Abschlussveranstaltung von "Aktiv im Alter" in Berlin statt.

Zu diesem Anlass dankte der Parlamentarische Staatssekretät im Bundesfamilienministerium, Dr. Hermann Kues, allen, die in ihren Kommunen zum Gelingen des Programms "Aktiv im Alter" beigetragen haben: "In unserer Gesellschaft stecken enorme Kräfte. So auch die Zeit und die Bereitschaft der älteren Bürgerinnen und Bürger, Verantwortung zu übernehmen und sich zu engagieren. Unsere Gesellschaft profitiert von dem Wissen und der Erfahrung der älteren Generation. Es ist deshalb ein großer Erfolg, dass wir mit "Aktiv im Alter" deutschlandweit über 3700 ältere Menschen erreicht haben, die sich nun in ihrer Kommune aktiv einbringen." 

Mit "Aktiv im Alter" hat das Bundesfamilienministerium neue Wege der Zusammenarbeit von Kommunen mit ihren Bügerinnen und Bürgern, insbesondere der älteren Generation, erfolgreich erprobt und genutzt: Mehr als 1400 Projektideen sind dabei entstanden, mehr als 880 wurden in die Tat umgesetzt.

Professor Klie vom Zentrum für zivilgesellschaftliche Enwicklung (zze), das die wissenschaftliche Begleitung des Projekt "Aktiv im Alter" durchgeführt hat, hielt einen Vortrag auf der Abschlussveranstaltung und präsentierte zehn Thesen, die das Potenzial betonen, das einem Programm wie "Aktiv im Alter" innewohnt und die auf die dafür notwendigen Rahmenbedingungen verweisen:

1. Engagement sichert Teilhabe und Integration der Engagierten und derer, denen es dient. Engagement als Ausdruck demokratischer Beteiligung schafft Sozialkapital und verbindet.
2. Engagement und Beteiligung sind eine Antwort auf den demografischen Wandel. Nur mit den Ressourcen und Logiken von Markt, Staat und Familie lassen sich die damit verbundenen Herausforderungen nicht gestalten.
3. Engagement und Beteiligung sind eine wichtige Form von Altersaktivität. Das Leitbild des Ruhestands ist überholt. Weltweit geht es um ‚active ageing’ in vielfältiger Form.
4. Engagement ist eine wichtige Werkstatt zur Gestaltung lebendiger Generationenbeziehungen. Der Wandel im Generationengefüge, die Herausforderungen der Generationengerechtigkeit und die Geschwindigkeit kulturellen Wandels verlangen nach kreativen und beziehungsstiftenden Formen gesellschaftlichen Miteinanders.
5. Engagement darf bei aller Not-Wendigkeit nicht funktionalisiert werden. Es darf nicht zum Lückenbüßer für sozialstaatliche Engpässe werden.
6. Engagement ist unbezahlbar, aber nicht umsonst zu haben. Im Kern ist bürgerschaftliches Engagement eine Zeitspende. Dieser Wert ist volkswirtschaftlich nicht hoch genug anzusetzen und bedarf förderlicher Infrastrukturen auf kommunaler Ebene und lebt durch demokratische Beteiligung.
7. Bürgerschaftliches Engagement ist koproduktiv und advokatorisch. Es leistet viel, ergänzt Familiensolidarität und teilt Verantwortung für Sorgeaufgaben. Aber es ist immer auch kritisch.
8. Engagement ist bunt. Es kennt vielfältige Formen, die in einer pluralen Gesellschaft bereits vorhanden sind. Dabei gibt es viele Wege zum Engagement, ob Ehrenamt, Freiwilligendienst oder Selbsthilfe.
9. Bürgerschaftliches Engagement ist Ausdruck der Suche nach neuen Bildern einer guten Gesellschaft. Wenn es gesellschaftliche Kernfragen aufgreift, weist Engagement weit über sich hinaus. Mit „Aktiv im Alter“ wird anschaulich, wie eine beteiligungsorientierte Gestaltung unserer Gesellschaft im demografischen Wandel aussehen kann.
10. „Aktiv im Alter“ lebt von einer lebendigen Zivilgesellschaft und von intelligentem kommunaler Governance (Steuerung unter Einbezug nicht staatlicher Akteure).

Dabei sind die Ausgangsbedingungen in deutschen Kommunen sehr verschieden und bedürfen einer infrastrukturellen Flankierung vor Ort, bei der Freiwilligendienste nur ein kleiner Baustein sein können.
Anfang 2011 wird ein Praxisleitfaden veröffentlicht. Dieser beinhaltet Berichte sowie Materialien für eine eigenständige Umsetzung des Programms und wird vom Zentrum für zivilgesellschaftliche Entwicklung (zze) erstellt.