Klima Bündnis Alianza Del Clima e.V.
Das Klima-Bündnis als Partnerschaft zwischen europäischen Kommunen und indigenen Völkern der Regenwälder verbindet den Schutz der Erdatmosphäre und den Erhalt des tropischen Regenwaldes. Über 600 Städte, Gemeinden und Landkreise sind derzeit als Mitglied des Vereins ?Klima-Bündnis der europäischen Städte mit indigenen Völkern der Regenwälder/Alianza del Clima e.V." im lokalen Klimaschutz aktiv. Bundesländer und Nichtregierungsorganisationen arbeiten als assoziierte Mitglieder mit.
Schon 1990 - zwei Jahre vor dem Erdgipfel in Rio de Janeiro - gründeten VertreterInnen europäischer Kommunen und indigene Völker Amazoniens das Klima-Bündnis. Sie wollten nicht länger auf internationale Vereinbarungen warten, sondern lokale Maßnahmen beschließen, um der drohen Klimagefährdung und Regenwaldvernichtung zu begegnen. Bestätigt wurden sie durch die auf dem Erdgipfel verabschiedete Agenda 21, die die Verantwortung der Kommunen bei der Lösung von Umweltproblemen hervorhebt und eine Stärkung der indigenen Völker vorsieht.
Ziele
Der anthropogene Treibhauseffekt wird hauptsächlich durch CO²-Emissionen aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe verursacht, welche zum überwiegenden Teil aus den Industrieländern stammen. Pro Kopf wird hier zehnmal soviel Energie wie in den Entwicklungsländern verbraucht. Stromerzeugung, Heizung und motorisierter Verkehr in unseren Städten sind damit die entscheidenden Ursachen der drohenden globalen Klimaveränderung.
Die Wälder der Erde und insbesondere die Tropenwälder müssen in ihrer klimastabilisierenden Funktion erhalten bleiben. Sie sind aber auch der zu schützenden Lebensraum von indigenen Völkern.
Die Ziele des Klima-Bündnis sind in dem ?Manifest europäischer Städte zum Bündnis mit den Indianervölkern Amazoniens" niedergelegt. Die Zustimmung zum Manifest ist Voraussetzung für den Beitritt der Kommunen zum Klima-Bündnis:
- Halbierung der Co²-Emissionen bis zum Jahr 2010 durch Energieeinsparung und
- Verkehrsvermeidung
- Reduzierung aller klimaschädigenden Gase, insbesondere der Verzicht auf FCKW
- Verzicht auf die Nutzung von Tropenholz
- Unterstützung der indigenen Völker der Regenwälder
Arbeitsfelder
Gemeinsame Aufgabe der Mitgliedskommunen ist die Ausarbeitung und Umsetzung lokaler Aktionsprogramme zum Klimaschutz und die Zusammenarbeit mit den indigenen Partnern zum Erhalt des tropischen Regenwaldes. Damit werden im Klima-Bündnis zentrale Fragen einer nachhaltigen Entwicklung angesprochen.
Hauptarbeitsfelder zur Reduktion der CO²-Emissionen sind die Bereiche Energieeinsparung (verbesserter Wärmeschutz von Gebäuden, rationelle Energieumwandlung und effiziente Nutzung), verstärkter Einsatz erneuerbarer Energiequellen, Verminderung des motorisierten Verkehrs und Förderung des öffentlichen Nahverkehrs, des Fußgänger- und Radverkehrs.
Weiterhin optimieren die Kommunen ihre eigenen Einrichtungen, berücksichtigen Klimaschutzaspekte in der Stadtplanung und beziehen Privathaushalte und Gewerbebetriebe durch Informationen, Regelungen und Anreize in die Klimaschutzaktivitäten ein.
Einen wichtigen Stellenwert hat die Aufklärungs- und Bildungsarbeit zur Verankerung und Verknüpfung von Klimaschutz- und Entwicklungsaspekten. Im Klima-Bündnis unterstützen sich die Mitgliedskommunen über Stadt- und Landesgrenzen hinweg gegenseitig, um ihre lokalen Strategien zu optimieren. Sie entwickeln Positionen zu den energie- und verkehrspolitischen Rahmenbedingungen und vertreten sie gemeinsam. Darüber hinaus erhalten die Regenwaldvölker ein öffentliches Forum sowie breite Unterstützung ihrer Forderungen.
Europäische Geschäftsstelle
Der Verein Klima-Bündnis/Alianza del Clima unterstützt die Mitgliedskommunen bei der Umsetzung ihrer klima- und entwicklungspolitischen Selbstverpflichtung und der Artikulation ihrer politischen Ziele.
Beschlüsse zur gemeinsamen Strategie werden unter Beteiligung aller Mitglieder getroffen. Dazu tagt jährlich die Mitgliederversammlung, die ein regelmäßiges Diskussionsforum darstellt und den international zusammengesetzten Vorstand wählt.
Die Europäische Geschäftsstelle mit Sitz in Frankfurt am Main ist das Koordinationsbüro des Klima-Bündnis auf europäischer Ebene. Unterstützt von nationalen Koordinationsstellen initiiert sie den kommunalen Erfahrungsaustausch, berät die Mitgliedskommunen und veranstaltet Konferenzen und Seminare zu den Themenbereichen Energie, Verkehr, Tropenholz, Entwicklungszusammenarbeit, Biodiversität und Agenda 21.
Die Europäische Geschäftsstelle wertet die durchgeführten Klimaschutzmaßnahmen aus, erstellt weiterführende Studien und entwickelt Empfehlungen und Informationsmaterialien. Über die Mailbox CLIMAIL und die Infothek können die Mitgliedskommunen auf einen Informations-Pool zu den Klima-Bündnis-Handlungsfeldern zugreifen.
Außerdem unterstützt die Europäische Geschäftsstelle die Zusammenarbeit der Mitgliedskommunen mit den indigenen Partnern und betreibt Öffentlickeits- und Informationsarbeit für den Klimaschutz.
"Wir befinden uns an einer historischen Weggabelung: Entweder werden wir verschwinden oder wir werden zusammen mit unseren Völkern und dem Wald überleben. Denn der Wald ist nicht eine von vielen Ressourcen für uns, sondern er ist das Leben selbst. Für uns ist er der einzig mögliche Ort zu leben. Abwanderung bedeutet, als Volk zu sterben. Denn Amazonien ist auch die einzige Erbschaft, die wir unseren Kindern hinterlassen können."
Evaristo Nugkuag Ikana (Vorsitzender des Klima-Bündnisses von 1992 bis 1995)

