Stadtkunsthalle VHS

Das dürfte für ein Volkshochschulgebäude in unserer Republik einmalig sein, dass nämlich die Vorträge, Kurse, Seminare und Workshops in einer Atmosphäre stattfinden, die nicht nur durch ein erst vor wenigen Jahren vorzüglich renoviertes Bildungshaus geprägt ist, sondern auch durch eine Präsenz höchstwertiger Kunst in allen (!) Räumen. Folgende Einzelausstellungen bleiben auf lange Zeit:
- Amerikanische klassische Moderne (Chamberlain, Capobianco, Liechtenstein, Ramos, Rosenquist, Warhol, Wesselmann)
- Deutsche Kunst des 20. Jahrhunderts (Ackermann, Dix, Götz, Grieshaber, Grützke, Hajek, Hartung, Müller-Nisi, Ortner, Sonderborg, Stöhrer, Thieler, Uecker)
- Das Körperschöne in der Kunst von der Renaissance bis heute (mit Kopien des 15. - 20. Jahrhunderts, Zeichnungen und originaler Druckgrafik des 20. Jh.)
- Ungarische Kunst des 20. Jahrhunderts (u.a. Ernszt, Markos, Nadler, Szabados, Szierkiewicz, Szontag)
- Österreichische Kunst des 20. Jahrunderts (Behrens, Flora, Fuchs, Hrdlicka, Hundertwasser, Hutter, Krenn, Leherb)
- Plastische Arbeiten: Sonderausstellung Johannes Kares und Werke von Mirko Bocsiz, Michaela A. Fischer, Dieter Kränzlein, Linda Krimmel, Kurt Peter Pankok u.a.
- Sonderausstellungen Bunsen und Dürr
Die Arbeiten können ab Mitte Juli besichtigt werden. Ein Leitfaden durch die Exponate kann in der Anmeldung gegen eine geringe Schutzgebühr erworben werden.
Herrenberg - Schlaglichter 1250 bis 1900

dem Fluß der Herrenberger Geschichte vier zeitliche Querschnitte herausgegriffen und mit je einer zentralen Thematik vorgestellt. So wird über das Phänomen einer Gründungsstadt des 13.Jahrhunderts informiert. Wer waren die Stadtherren, warum und mit welchen Menschen kam es zu Herrenberg, was bedeutet "Herrenberg" eigentlich?. Der Bogen spannt sich über die Blütezeit der Stadt als württembergische Amtsstadt seit 1382. Dabei sind in einem Exkurs die größten Söhne der Stadt einbezogen, Heinrich Schickhardt, der Baumeister, und sein Neffe Wilhelm, der Erfinder der Rechenmaschine, sowie der Kirchenmann Johann Valentin Andreae. Das Fiasko des Dreisigjährigen Krieges wird ebenso aufgezeigt wie seine Überwindung und die Mitgestalter eines neuerlichen Aufschwungs, gefolgt vom Ab und Auf der Entwicklung im 19.Jahrhundert. Es werden exemplarisch Geschehen und Schicksale beleuchtet.
Es gibt jedoch auch manches Neue und Überraschende zu sehen. So werden zum Beispiel originale Fialen mit aufgesetzten Grotesken aus der Zeit um 1330 gezeigt, welche von der Stiftskirche stammen, und auch ein Jugendstilleuchter aus der Stiftskirche ist wieder in Funktion gesetzt. Insbesondere werden die Vierjahreszeiten von der dritten Ammermühle erstmals präsentiert - schon an sich eine Außergewöhnlichkeit, und dazu mit einer besonderen Entstehungsgeschichte versehen, die nunmehr entschlüsselt werden konnte. Es handelt sich nämlich um Portraitfiguren des Bauherrn und seiner zwei Ehefrauen um 1700 und 1720! In diesem Zusammenhang ist für eine namhafte Stiftung zu danken, welche es ermöglicht hat, den Ausstellungsbereich zum 18.Jahrhundert mit einer großen Dichte und Ästhetik zu gestalten. Das Modell des von Stadtarchivar i.R.Traugott Schmolz rekonstruierte Herrenberger Schlosses führt einen wichtigen Aspekt vor Augen, der Geschichte und Bild der Stadt bis 1807 prägte.

Wer will, kann sich aufgrund einer Ton-Bildschau auf Streifzüge durch das mittel- alterliche und frühneuzeitliche Herrenberg begeben. Der Kern der Ausstellung stellt Schlaglichter aus rund 700 Jahren vor. Völlig neu erarbeitet und gestaltet sind thematisch ergänzende Bereiche, und zwar sämtlich mit Objekten aus dem Museeumsfundus der Stadt - und auch bewußt als ein Blick in das Werden eines zukünftigen Museeums. Dabei werden auch einige Neuerwerbungen der Öffentlichkeit vorgestellt. Begleitet wird die Ausstellung von einer stadtgeschichtlichen Bild- und Tonschau. Ein besonderes Prachtstück bildet das Modell des 1228 erstmals erwähnten, 1807 auf den Abbruch verkauften Schlosses. Es wurde in langjähriger Arbeit von Stadtarchivar i.R. Traugott Schmolz rekonstruiert und von der Firma Allgeier, Stuttgart, ausgeführt.
Die Ausstellung ist mittwochs und sonntags, 15 bis 18 Uhr zu besichtigen, ferner im Rahmen von Stadtführungen. Der Eintritt ist frei.

