Fairtrade-Stadt

Herrenberg hat einen speziellen Weg gewählt, um das Siegel der Fairtrade-Stadt zu erlangen. So wurde nicht direkt nach Erfüllung der erforderlichen Kriterien der Anerkennungsprozess gestartet. Herrenberg wollte zuerst verlässliche und stabile Strukturen und Netzwerke schaffen, um das Thema Fairtrade dauerhaft im Leben der Stadt zu verankern und langfristig fortzuführen. Dabei setzt Herrenberg ganz getreu seines Mottos auf das „Mitmachen“ der Bürgerinnen und Bürger. Viele Menschen haben sich im vergangenen Jahr der Bewegung angeschlossen und beteiligen sich am Herrenberger Weg zur Fairtrade-Stadt. 

Geschafft!
Am 9. Mai hat Herrenberg nun die Auszeichnung als Fairtrade-Stadt erhalten.  Die Auszeichnung ist ein wichtiger Meilenstein – und Ausgangspunkt für weitere Herrenberger Fairtrade-Aktivitäten. Damit wurde die Gäustadt aufgenommen in die große Gemeinschaft mit über 1.500 Städten weltweit, die diesen Titel tragen, darunter London, Brüssel, Rom, San Francisco und Kopenhagen.

Die offizielle Urkundenübergabe durch den Verein TransFair Deutschland e.V. und die Vorstellung des neuen Bundesprogramms fand im Rahmen der Veranstaltung  „Fair leben!“, am Samstag, den 09. Mai 2015, in der Stadthalle statt.
 
Bei der Feier wurde auch der Startschuss für das Bundesprogramm „Demokratie leben!“, gesetzt. In diesem Rahmen soll in den kommenden fünf Jahren eine lokale „Partnerschaft für Demokratie!“ aufgebaut und mit Leben gefüllt werden.


Was ist bisher passiert?

Im September 2013 beschloss der Gemeinderat , dass Herrenberg Fairtrade-Stadt werden möchte. Im Winter 2013 bildete sich eine Arbeitsgruppe aus Engagierten , die sich diesem Ziel verpflichteten. Im Frühjahr 2014 ging aus den Engagierten die Steuerungsgruppe hervor. Im Mai 2014 fand die Auftaktveranstaltung „Herrenberg wird Fairtrade-Stadt“ statt. Hier wurden vielfältige Mitmachmöglichkeiten aufgezeigt. Im Juni 2014 wurden mehrere Arbeitsgruppen gegründet, die im Sommer ihre Arbeit aufnahmen.

Im Dezember 2014 wurde die Herrenberger Fairtrade-Familie mit 48 Gründungsmitgliedern ins Leben gerufen. Weitere Interessenten sind herzlich willkommen und können sich unter fairtrade@herrenberg.de informieren und der Fairtrade-Familie beitreten.

Die Gründungsmitglieder der Fairtrade-Familie Herrenberg freuen sich auf die künftige Vernetzung und Zusammenarbeit

Herrenberg wird mit dem ungewöhnlich breit aufgestellten Fairtrade-Ansatz landesweit wahrgenommen. Bei der Fairtrade-Towns-Konferenz am 21.11.2014 ist Herrenberg eine von vier Best-Practice-Kommunen in Baden-Württemberg. Außerdem nimmt die Stadt mit den Fairtrade-Bananologen am Wettbewerb des Staatsanzeigers „Leuchttürme des Bürgerengagements“ teil.

Der Herrenberger Fairtrade-Weg verbindet Regionalität mit Fairem Handel. Regionale, heimische Erzeugnisse haben dabei den Vorrang. Eine gelungene Ergänzung hierzu sind Produkte, die hier nicht angebaut werden können, wie beispielsweise Kaffee, Kakao, Bananen. Bei diesen Produkten möchten die Fairtrade-Aktiven in Herrenberg auf angemessene Rahmenbedingungen wie Sozialstandards, Verzicht auf Kinderarbeit und adäquate Löhne hinweisen. 

  • Die Herrenberger Fairtrade-Familie

    Die Herrenberger Fairtrade-Familie

    Der Herrenberger Fairtrade-Familie wurde mit der Gründungsfeier am 17.12.2014 offiziell ins Leben gerufen. Die Idee der Fairtrade-Familie ist es ein Netzwerk zu gründen und zu etablieren, in dem Kitas, Schulen, Vereine, Einzelhändler, Gastronomen und alle weiteren Gruppen zum gemeinsamen Ziel der Unterstützung des fairen Handels zusammenarbeiten. Engagierte aus den verschiedensten Bereichen bekennen sich zum Fairtrade-Gedanken und setzen so gemeinsam ein Zeichen.


    „Die Mitglieder der Herrenberger Fairtrade-Familie sind: 

    •    ADFC Herrenberg/Oberes Gäu
    •    Agentur Krauss
    •    Andreae-Gymnasium
    •    Arbeitsgruppe Fairtrade-Einkaufsführer
    •    Arbeitsgruppe Fairtrade-Familie
    •    Arbeitsgruppe Sport/Schule/Bananologen
    •    Artis- Feinkost für die Seele
    •    Bäcker Baier
    •    Bären Apotheke Herrenberg
    •    Bonilla Chocolat Pralinenmanufaktur
    •    BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Ortsverband Herrenberg/Gäu
    •    Bürgerprojekt Grillhütte Kuppingen
    •    Bürgerprojekt Streuobsterlebnis
    •    CDU Herrenberg
    •    Christuskirche Herrenberg
    •    Das bessere Müllkonzept- Vermeiden statt verbrennen
    •    ecoco organics
    •    Elektro Hämmerle
    •    Evangelische Kirchengemeinde Kuppingen
    •    Fachdienst Kindertageseinrichtungen
    •    Familie Mayer Streuobstsecco
    •    Familienbildungsstätte Herrenberg
    •    FödeM-Projekt (Förderung des Deutschunterrichts in Moscheen)
    •    Frauenliste Herrenberg
    •    Freie Wähler Herrenberg
    •    Fromagerie Holzapfel
    •    Freunde und Förderer der Kuppinger Schule e.V.
    •    Gasthof Adler
    •    Grundschule Affstätt
    •    Grundschule Gültstein
    •    holczer:radsport
    •    H-S-M GmbH / Specialized Concept Store Gültstein
    •    Jerg-Ratgeb-Realschule
    •    Jugendhaus Herrenberg e.V.
    •    Kaiser, Hotel und Restaurant
    •    Katholische Kirchengemeinde Herrenberg
    •    Keimling Naturkost
    •    Kinderhaus Alzental
    •    Kindergarten Erhardtstraße
    •    Kinderhaus Holdergraben
    •    Kinderhaus Keltenstraße
    •    Kindertagesstätte Längenholz
    •    Kolibri Buchhandlung
    •    Krone Kuppingen
    •    Malu Agentur für Eventplanung
    •    Mauerwerk
    •    Natural Urge
    •    Partnerschaft Dritte Welt e.V. mit Weltladen
    •    Schickhardt-Gymnasium
    •    Schlosskeller Herrenberg
    •    SPD Herrenberg
    •    Stadtbibliothek Herrenberg
    •    Stadtjugendring Herrenberg
    •    Stadtverwaltung Herrenberg
    •    Steuerungsgruppe Fairtrade-Stadt
    •    Süddeutsche Gemeinschaft
    •    Theodor-Schütz-Realschule
    •    Verein der Freunde und Förderer der Vogt-Heß-Schule Herrenberg e.V.
    •    Volkshochschule Herrenberg
    •    Vogt-Heß-Schule

    Weitere Mitglieder sind stets Willkommen! Interessierte können sich an die Stabsstelle für Bürgerschaftliches Engagement, Frau Mohr (Mail: i.mohr@herrenberg.de, Telefon: 07032/924-220) wenden.“


    Die Mitglieder können sich gegenseitig bei ihren Projekten unterstützen und Lehrmaterialien bei der Stabsstelle für Bürgerschaftliches Engagement ausleihen. Zudem sind weitere unterstützende Maßnahmen durch die Stabsstelle für Bürgerschaftliches Engagement möglich. Außerdem erhalten sie als Erkennungszeichen ein Logo der Fairtrade-Familie für ihr Schaufenster und eine Urkunde. Der Einstieg in die Herrenberger Fairtrade-Familie ist auch nach der Gründungsfeier möglich. Die Kriterien zur Aufnahme wurden von den Herrenberger Diplom-Bananologen erarbeitet und sind hier im Folgenden aufgelistet:

    Kriterien für die Mitgliedschaft 

    •    Vereine, Runde Tische, AGs, kulturelle/religiöse Einrichtungen, Kitas, Schulen

    Jedes Mitglied verpflichtet sich, mindestens eine der folgenden Kriterien zu erfüllen: Bei großen Veranstaltungen bietet jedes Mitglied mindestens zwei Produkte aus fairem Handel (z.B. Kaffee und Orangensaft) an. Einmal im Jahr organisiert das Mitglied eine Fairtrade-Aktion, auch gerne in Kooperation mit anderen Mitgliedern (z.B. Fairtrade-Frühstück, Informationsveranstaltung, Faires Sportevent, Fairtrade-Stand, Benefiz-Konzert zugunsten eines Fairtrade-Projekts).


    •    Gastronomen

    Jedes Mitglied verpflichtet sich mindestens zwei Gerichte anzubieten, die aus Fairtrade-Zutaten hergestellt sind.
     

    •    Einzelhändler, Gewerbetreibende und Filialen von Handelsketten

    Jedes Mitglied bietet mindestens zwei Produkte an, die nachweisbar aus fairem Handel stammen. Außerdem verpflichten sich die Mitglieder ab 2016, jedes Jahr mindestens ein neues Fairtrade-Produkt in ihr Sortiment aufzunehmen, das „Fairtrade-Produkt des Jahres“. Dieses Produkt wird an einer von der Stadt Herrenberg zur Verfügung gestellten und standardisierten Tafel beworben.

  • Bezuschussung von Fairtrade-Aktionen über die Stabstelle für Bürgerschaftliches Engagement

    Bezuschussung von Fairtrade-Aktionen über die Stabstelle für Bürgerschaftliches Engagement

    Jetzt kann es so richtig losgehen! Alle kulturellen / sozialen Mitglieder der Fairtrade-Familie haben die Möglichkeit, ihre Fairen Aktionen und Veranstaltungen im Jahr 2015 über die Stabstelle für Bürgerschaftliches Engagement bezuschussen zu lassen. Bis zu zwei Aktionen können auf diesem Weg unkompliziert mit einem Betrag von jeweils 50 Euro unterstützt werden. Wie das geht? Genaueres finden Sie im Merkblatt FTF-Kriterien Förderung.


  • Steuerungsgruppe, AGs & Bananologen

    Steuerungsgruppe, AGs & Bananologen

    Die Steuerungsgruppe koordiniert alle Aktivitäten in Herrenberg und bringt diese miteinander in Verbindung. Mitglieder der Fairtrade-Steuerungsgruppe sind:
    - Ina Mohr, Koordinatorin für Bürgerschaftliches Engagement, Stadtverwaltung Herrenberg
    - Veronika Gerlach, Vorsitzende Gesamtelternbeirat der Herrenberger Schulen
    - Günther Wolz, Vorsitzender Partnerschaft Dritte Welt / Weltladen
    - Ingrid Lienhard-Bloech, Lehrerin Vogt-Heß-Grundschule
    - Martina Lederer-Göhring, Leiterin Stadtbibliothek, Stadtverwaltung Herrenberg
    - Ute Reus und Anke Aichele-Holler, Katholische Kirchengemeinde
    - Stefan Heinrich und Heinz Stoll, Gastronetzwerk Herrenberg

    Die Bananologen beschäftigen sich seit Beginn des Kurses am Anfang des Jahres 2014 intensiv mit dem Thema Fairtrade und haben dazu verschiedene Projekte und Aktionen initiiert und durchgeführt. Sie haben z.B. die Kriterien für die Aufnahme in die Fairtrade-Familie Herrenberg ausgearbeitet. Außerdem haben sie thematische Koffer zusammengestellt, mit denen sie auf Anfrage in Schulklassen, Kindergärten oder zu Sportvereinen gehen. Die Koffer beinhalten verschiedene Materialien, um sich spielerisch mit Themen wie der Herkunft von Kakao, Banane oder Kaffee auseinander zu setzen. Um auch die jüngsten HerrenbergerInnen miteinzubeziehen, wurde eine Weltspielplane angeschafft, mit der spielerisch auf das Thema Fairer Handel und Faire Produkte eingegangen werden kann.

    Im Juni 2014 haben sich mehrere Arbeitsgruppen gebildet, die vielfältige Projekte bearbeiten und so dazu beitragen, das Thema Fairtrade in Herrenberg möglichst vielen Bürgern bekannt zu machen. Alle Bürger/innen sind eingeladen, sich in den Arbeitsgruppen einzubringen. 

    Die Ansprechpartner der Arbeitsgruppen sind:
    -    AG Veranstaltungen (Ansprechpartnerin: Sabine Käser-Friedrich)
    -    AG Schule, Sport, Bananologen (Ansprechpartnerin: Kathrin Thiele, Monika Barthel)
    -    AG Fairtrade-Familie (Ansprechpartnerin: Ina Mohr)
    -    AG Fairer Einkaufsführer (Ansprechpartner: Doris Ghosh)
    -    AG Faires Kochen (Ansprechpartner: Heinz Stoll)

    Kontakt: fairtrade@herrenberg.de

  • Fairtrade-Towns Ziele & Kriterien

    Fairtrade-Towns Ziele & Kriterien

    Fairtrade-Towns- Zielsetzungen & Kriterien

    Die Fairtrade-Towns Kampagne ist eine einzigartige weltweite Bewegung in bisher 24 Ländern. Über 1.500 Fairtrade-Towns weltweit tragen den Titel, darunter London, Brüssel, Rom, San Francisco und Kopenhagen. Als Fairtrade-Town (auch „Fairtrade-Stadt“) können sich in Deutschland Städte, kreisfreie Städte, Stadtbezirke, Gemeinden, Verbandsgemeinden, Kreise, Regionen, Inseln und Bundesländer bewerben. Seit neuerem gibt es die Kampagne auch für Schulen und Hochschulen. Allein in Baden- Württemberg sind es 94 Städte und Gemeinden, die entweder schon Fairtrade-Stadt oder im Anerkennungsprozess dafür sind. Deutschlandweit sind knapp 300 Fairtrade-Towns als solche ausgezeichnet, etliche haben sich – wie Herrenberg – auf den Weg gemacht um in den nächsten Jahren Fairtrade-Stadt zu werden. Alle Fairtrade-Städte haben es sich zum Ziel gesetzt, den Fairen Handel aktiv zu unterstützen und bei allen Bürgerinnen und Bürgern der Stadt bekannt zu machen. So kann das Thema langfristig in den städtischen und zivilgesellschaftlichen Strukturen verankert werden.

    Im Wesentlichen müssen fünf Kriterien erfüllt werden, um Fairtrade-Stadt werden zu können.
    1. Es muss ein Ratsbeschluss der Gemeinde zur Unterstützung des Fairen Handels vorliegen. Außerdem muss bei öffentlichen Sitzungen fair gehandelter Kaffee und ein weiteres Produkt angeboten werden.
    2. Vor Ort muss eine lokale Steuerungsgruppe gebildet werden, die die Aktionen in der Gemeinde überwacht. Diese Steuerungsgruppe muss mindestens aus drei Mitgliedern bestehen, die aus den Bereichen Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft stammen.
    3. In lokalen Einzelhandelsgeschäften, Cafés und Blumengeschäften müssen mindestens zwei Produkte aus fairem Handel angeboten werden.
    4. Die Zivilgesellschaft muss aktiv eingebunden werden. Das heißt es müssen Bildungsaktivitäten zum Thema Fairer Handel durchgeführt werden und in allen öffentlichen Einrichtungen müssen Faire Produkte verwendet werden.
    5. Außerdem müssen die lokalen Medien über den Weg zur Fairtrade-Stadt berichten, so dass alle Bürger von diesem Prozess erfahren.

    Weitere Informationen zu den Fairtrade-Towns finden Sie unter: www.fairtrade-towns.de

    Der gemeinnützige Verein TransFair e.V. vergibt das Fairtrade-Siegel für Produkte, die unter fairen Bedingungen hergestellt wurden. Der Faire Handel ist ein wirkungsvolles Instrument der Armutsbekämpfung. Verbraucherinnen und Verbraucher entscheiden sich für qualitativ hochwertige und fair gehandelte Produkte. Damit sichern sie Kleinbauernfamilien faire Preise und langfristige Handelsbeziehungen. Kinderarbeit ist verboten, Kindern wird der Schulbesuch und damit eine emanzipierte Lebensgestaltung ermöglicht. Umweltschonende Anbaume-thoden werden besonders gefördert und Bioaufschläge bezahlt.
    Mehr Informationen zum Thema Fairtrade finden Sie unter www.fairtrade-deutschland.de.