Input zur Aktion "Alltagsrassismus.. auch bei uns?!"

Die Inhalte dieser Seite wurden uns vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen der Kampagne "Vorsicht, Vorurteile!" zur Verfügung gestellt. Die Kampagne möchte auf vorhandene Voreinstellungen und Alltagsrassismus aufmerksam machen und zeigen, dass wir alle im persönlichen Umfeld rassistische Handlungen und Aussagen hinterfragen und ihnen entgegentreten können.
Bei der Beschreibung von Rassismus orientiert sich das BMFSFJ an der UN-Anti-Rassismus-Konvention (International Convention on the Elimination of All Forms of Racial Discrimination / ICERD):

„In diesem Übereinkommen bezeichnet der Ausdruck ,Rassendiskriminierung‘ jede auf der Rasse, der Hautfarbe, der Abstammung, dem nationalen Ursprung oder dem Volkstum beruhende Unterscheidung, Ausschließung, Beschränkung oder Bevorzugung, die zum Ziel oder zur Folge hat, dass dadurch ein gleichberechtigtes Anerkennen, Genießen oder Ausüben von Menschenrechten und Grundfreiheiten im politischen, wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen oder jedem sonstigen Bereich des öffentlichen Lebens vereitelt oder beeinträchtigt wird.“

Diese Definition ist leitend für die gesamte Bundesregierung, die das Übereinkommen 1969 ratifiziert hat. Mit Blick auf den Begriff „Rasse“ stellt sich die Bundesregierung gegen jede Annahme oder Lehre, die die Existenz unterschiedlicher menschlicher „Rassen“ behauptet.

Was ist der Unterschied zwischen Vorurteilen und Diskriminierung? (Klicken Sie hier)
Die Begriffe „institutioneller Rassismus“ oder „Rassismus in Institutionen“ verweisen „auf das Problem, dass in Institutionen, staatlicher wie nicht staatlicher Art, Prozesse der bewussten, unbewussten sowie mittelbaren und unmittelbaren Diskriminierung Eingang finden können. In Deutschland gibt es keine staatlich organisierte, systematische Benachteiligung von Bevölkerungsgruppen (z. B. Apartheid, „Rassengesetze“ u. Ä.). Die in Deutschland bestehenden staatlichen Institutionen sind durch rechtsstaatliche Strukturen geprägt und unterliegen den Normen des demokratischen Verfassungsstaates. Formen rassistischer Diskriminierungen und Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit können jedoch in allen gesellschaftlichen und staatlichen Strukturen vorkommen.“- Auszug aus dem Nationalen Aktionsplan gegen Rassismus (externer Link).

Dr. Andrés Nader erklärt Institutionellen Rassismus anhand eines Beispiels (klicke hier)
Antimuslimischer Rassismus ist eine Form von Rassismus, die sich gegen muslimische Menschen richtet. Betroffen sind mitunter auch Menschen, die aufgrund ihres Aussehens oder ihres Namens für Musliminnen und Muslime gehalten werden. Kennzeichnend ist, dass Ausgrenzung und Abwertung von Musliminnen und Muslimen unter Berufung auf kulturelle und religiöse Merkmale erfolgen. Antimuslimischer Rassismus kann sich darin manifestieren, dass den Betroffenen Rechte, Möglichkeiten und Freiheiten vorenthalten werden. Er zeigt sich aber auch in Form negativer Stereotype, Emotionen, Gedanken und Überzeugungen.

Mehr Informationen zu dem Thema:
  • Kompetenzzentrum Islam- und Muslimfeindlichkeit (externer Link)
  • Auch der Beitrag der Bundeszentrale für politische Bildung gibt Einblicke in die Entstehung des Begriffs und die verschiedenen Dimensionen von antimuslimischem Rassismus (externer Link)
  • Zu den unterschiedlichen Begriffen und Konzepten von antimuslimischem Rassismus und Islam- und Muslimfeindlichkeit hat CLAIM im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ eine Publikation veröffentlicht (externer Link).
  • Wie äußert sich antimuslimischer Rassismus? (Klicke hier)
Werden Menschen rassistisch angegriffen, reagieren sie oft verletzt und verunsichert. Was dann und auch vorbeugend hilft, ist gezieltes Empowerment – also Hilfe zur Selbsthilfe bzw. Selbstermächtigung. Empowerment zielt darauf ab, Menschen zur Inanspruchnahme ihrer Rechte auf Teilhabe und Nichtdiskriminierung zu befähigen und zu aktivieren, indem sie ihre individuellen Stärken und Fähigkeiten (wieder-) entdecken und diese zu nutzen lernen. Empowerment hat zum Ziel, die betroffenen Menschen für ein autonomes und selbstbestimmtes Leben zu stärken.

Dr. Andrés Nader über Empowerment: Hier Klicken
Weitere Informationen zu Empowerment findest du u.a. in der IDA Vielfalt Mediathek (externer Link).