Obwohl es verschiedene Arten gibt, ist der Feuersalamander der mit Abstand bekannteste und am weitesten verbreitete Vertreter der Salamander in Deutschland. Mit seiner leuchtend gelben Zeichnung auf tiefschwarzem Grund ist er eine unverkennbare Erscheinung unserer heimischen Natur. In Baden-Württemberg findet man ihn fast überall dort, wo Laub- und Mischwälder von kühlen Quellbächen durchzogen werden. Da seine empfindliche Haut kaum Schutz vor Austrocknung bietet, ist das Tier perfekt an eine feuchte Umgebung angepasst. Den Tag verbringt er meist verborgen in Erdlöchern, unter Totholz, Steinen oder Moos und verlässt sein Versteck erst in der Dämmerung zur Jagd. Eine Besonderheit ist seine Aktivität an verregneten Tagen, was ihm im Volksmund den charmanten Beinamen „Regenmännchen“ eingebracht hat.
Die Lebensweise des Feuersalamanders unterscheidet sich deutlich von anderen Amphibien, da die Paarung komplett an Land stattfindet. Die Weibchen legen zudem keine Eier ab, sondern entlassen bereits weit entwickelte Larven direkt in saubere Waldgewässer. In diesen kühlen Bächen verbringen die Jungtiere etwa anderthalb bis vier Monate, bis ihre Verwandlung zum Landsalamander abgeschlossen ist. Bei der Nahrungswahl sind sowohl die Larven als auch die erwachsenen Tiere wenig wählerisch: Sie erbeuten alles, was sie kräftemäßig überwältigen können, wobei vor allem Schnecken, Insekten und andere wirbellose Kleintiere auf dem Speiseplan stehen.
In Baden-Württemberg ist der Feuersalamander zwar flächig vertreten, zeigt aber dennoch interessante regionale Lücken. Während er in den Mittelgebirgen ideale Bedingungen vorfindet, ist er im Oberrheintal, auf der Baar oder im Taubergrund kaum anzutreffen. Eine markante Besonderheit ist die sogenannte „Allgäulücke“ im Südosten des Landes. In diesem Bereich fehlt die Art völlig – ein Phänomen, das sich über die Landesgrenzen hinweg bis nach Bayern, Österreich und in die Schweiz fortsetzt.
Trotz seiner weiten Verbreitung ist der Feuersalamander zunehmend Gefahren ausgesetzt, die vor allem auf menschliche Aktivitäten zurückzuführen sind. Besonders auf Forst- und Feldwegen wird ihm seine langsame Fortbewegungsweise zum Verhängnis. Da die Tiere oft nach Regenfällen oder in der Dämmerung auf den Wegen unterwegs sind, werden sie häufig von Autos, Forstfahrzeugen oder Fahrrädern übersehen und überfahren. Auch für unachtsame Wanderer stellt der Salamander eine Gefahr dar, da er am Boden kaum rechtzeitig ausweichen kann. Die Zerschneidung seiner Lebensräume durch Straßen und die zunehmende Nutzung der Wälder als Erholungsgebiet führen dazu, dass immer mehr Tiere direkt im Kontakt mit dem Menschen ihr Leben lassen. Der Schutz dieser markanten Amphibien erfordert daher besondere Rücksichtnahme, insbesondere bei feuchtem Wetter in Waldnähe.
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Quelle: Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW): Feuersalamander, abrufbar unter: https://www.lubw.baden-wuerttemberg.de/natur-und-landschaft/meldeplattformen/feuersalamander (abgerufen am 22.04.2026).