Projekthistorie
Der Gemeinderat der Stadt Herrenberg hat im März 2022 den Klimafahrplan ‚Klimaneutrales Herrenberg‘ beschlossen. Zielsetzung ist der Fokus von Klimaschutz und Reduktion von Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2045. Die darin enthaltene Maßnahme ENW-11 im Bereich Energiewirtschaft fordert die Durchführung von umfangreichen Standortuntersuchungen für Freiflächen-Photovoltaikanlagen.
Im Rahmen der Planungen des Landratsamtes Böblingen wurde Herrenberg als Modellkommune für eine Potenzialflächenanalyse für FF-PV ausgewählt. Zur Ausarbeitung der Maßnahme hat das Landratsamt Böblingen das Planungsbüro planGIS beauftragt, welches bereits umfassende Erfahrung in der Entwicklung von Freiflächen-Photovoltaikkonzepten vorweisen kann. Die gemeinsam erarbeitete Vorgehensweise und Kriterien sollen als Vorlage für weitere Kommunen im Landkreis Böblingen dienen.
Modellkommune des Landkreises Böblingen
Als Modellkommune des Landkreises Böblingen wird die Potentialflächenanalyse für andere Kommunen veröffentlicht, welche mithilfe des Kriterienkatalogs, den Karten und dem Textteil eigenständig eine Potentialflächenanalyse für Freiflächenphotovoltaik für Ihre Flächen machen können. Dabei kann der Kriterienkatalog so übernommen werden oder nochmals auf die jeweiligen Bedürfnisse der Kommune angepasst werden.
Gesetzliche Grundlagen
Im Zusammenhang mit den immer stärkeren Auswirkungen des Klimawandels und der damit zusammenhängenden Energiewende haben sich verschiedene gesetzliche Änderungen und Vorgaben bezüglich erneuerbarer Energien ergeben. So gibt es auf EU-, Bundes- und Landesebene unterschiedliche Gesetze (RED II, EEG, BauGB) welche Vorgaben zum Ausbau der erneuerbaren Energien wie Windenergie- und Photovoltaikanlagen geben. So gibt der Bund beispielsweise vor min. 0,2 % der Regionsfläche für Freiflächen-Photovoltaikanlagen auszuweisen. In diesen vorgesehenen Vorbehaltsgebieten hat Freiflächen-Photovoltaik dann eine besondere Bedeutung. Die Nutzung der entsprechenden flächen durch eine anderweitige Nutzung ist hierbei jedoch nicht ausgeschlossen.
Auf Regionalebene hat die Region Stuttgart im Juni 2024 die Teilfortschreibung des Regionalplans bezüglich FF-PVA beschlossen, mit dem Ziel mindestens 0,2 % der Regionsfläche für Freiflächen-Photovoltaik auszuweisen.
Zielsetzung
Das Ziel der Potenzialflächenanalyse für FF-PV auf der Gemarkung Herrenberg besteht in der systematischen Bewertung von Flächen, um geeignete Standorte für den Ausbau der Solarenergie zu identifizieren und zu fördern. Dabei werden ökologische, landwirtschaftliche und städtebauliche Belange gleichermaßen berücksichtigt. Endergebnis dieser Analyse ist eine Potenzialflächenkarte, die die am besten geeigneten Flächen für Freiflächen-Photovoltaikanlagen auf der Gemarkung Herrenberg darstellt. Darüber hinaus soll mittels der Potenzialflächenanalyse eine transparente und objektive Grundlage zur Beurteilung von Projektanfragen im Bereich der Solarenergie geschaffen werden.
Kriterienkatalog
Der Kriterienkatalog wurde in enger Abstimmung mit dem Landkreis Böblingen und der Stadt Herrenberg erstellt. Der Katalog besteht aus Ausschluss-, Restriktions- und Eignungskriterien in insgesamt vier Überkategorien.
- Eignung 1: Diese Kategorie umfasst Kriterien, die den Bau einer Freiflächenphotovoltaikanlage sehr begünstigen.
- Eignung 2: Diese Kategorie umfasst Kriterien, die den Bau einer Freiflächenphotovoltaikanlage begünstigen.
- Restriktion 1: Diese Kategorie beinhaltet Ausschlusskriterien, die den Bau einer Freiflächenphotovoltaikanlage ausschließen.
- Restriktion 2: Diese Kategorie umfasst Kriterien, die den Bau einer Freiflächenphotovoltaikanlage beeinträchtigen.
Die Kriterien des Katalogs resultieren sowohl aus gesetzlichen Vorgaben als auch aus spezifischen Festlegungen der Stadtverwaltung Herrenberg und des Landratsamtes Böblingen.
Ergebnis
Das Endergebnis der Potentialflächenanalyse für Freiflächen-Photovoltaik ergibt sich aus dem angewanden Kriterienkatalog und den intendierten Vorbehaltsgebieten des Entwurfs zur Teilfortschreibung des Regionalplans Region Stuttgart. Insgesamt weist die Gemarkung Herrenberg eine Gesamtfläche von 1,9% bzw. 122,9 ha als mögliche Potentiale für die Nutzung von Freiflächen-Photovoltaikanlagen auf, sofern der Regionale Grünzug geöffnet wird. Das Ergebnis der Potentialflächenanalyse bedeutet nicht, dass auf den identifizierten Flächen FF-PVA errichtet werden müssen oder andere Nutzungen ausgeschlossen sind.
Die Potentialflächenkulisse ist der Kartendarstellung der Anlage 3 aus dem unten aufgeführten Dokument "Bericht Potenzialflächenanalyse für Freiflächen Photovoltaik in Herrenberg" zu entnehmen.