Warum ein Rad-Innenstadtring?
Der Rad-Innenstadtring soll das Radfahren in Herrenberg deutlich sicherer und alltagstauglicher machen, besonders für Menschen, die sich im dichten Verkehr unsicher fühlen. Er führt bewusst über ruhigere Nebenstraßen und vermeidet stark belastete Bereiche wie den Reinhold-Schick-Platz und die Hauptverkehrsstraßen (siehe Routenverlauf unten). Dabei werden Radfahrende bereits vor dem Reinhold-Schick-Platz „abgefangen“ und auf eine sichere Alternativroute geleitet, bevor sie in den komplexen Verkehrsknoten geraten. So entsteht eine attraktive Verbindung zur Erreichung der Innenstadt, die kurze Wege per Fahrrad deutlich erleichtert.
Durch eine klare Wegführung mit Logos, Markierungen und eindeutiger Beschilderung wird die Strecke gut erkennbar und leicht verständlich. Engstellen und unübersichtliche Stellen werden gezielt entschärft, sodass die Route angenehm und stressfrei befahrbar ist. Rot eingefärbte Abschnitte an Konfliktstellen und sichere Querungen sollen zusätzlich das Sicherheitsgefühl stärken. Durch die Lenkungsfunktion des Rad-Innenstadtrings werden zudem Konflikte – unter anderem mit dem Fußverkehr – reduziert, da Radfahrende auf klar definierten und sicheren Wegen geführt werden.
Der Rad-Innenstadtring soll als wichtiger Teil des Radwegenetzes dazu beitragen, dass mehr Menschen das Fahrrad im Alltag nutzen und seltener auf das Auto angewiesen sind. Dadurch werden die Hauptstraßen entlastet, Konflikte reduziert und die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt verbessert. Weniger motorisierter Verkehr bedeutet zugleich weniger Lärm, geringere Emissionen und mehr Lebensqualität. Insgesamt ist der Rad-Innenstadtring ein wichtiger Schritt hin zu einer modernen, klimafreundlichen Mobilitätsentwicklung in Herrenberg.
Aktuelle Planungen
Die Umsetzung des Rad-Innenstadtrings beginnt mit kleineren Maßnahmen im Norden der Kernstadt, die kurzfristig Verbesserungen bringen sollen. Geplant sind Anpassungen in der Stadthallenstraße, am Jahnweg, westlich der Unterführung Jahnweg sowie im Bereich Schäferlinde. Diese Maßnahmen hat der Gemeinderat im Herbst 2025 beschlossen (DS 2025-133). Parallel laufen Planungen für größere Umgestaltungen in zentralen Bereichen, etwa an der Querung der Mühlstraße. Langfristig ist auch die Unterführung zwischen Seeländer und Aischbach-Areal (EÜ-Seeländer) vorgesehen, die eine direkte Verbindung zwischen nördlicher Kernstadt und Altstadt schaffen soll.
Umsetzung
Herrenberg startet den Ausbau des Rad-Innenstadtrings im Jahr 2026 mit vier ersten Maßnahmen: Am Jahnweg und in der Stadthallenstraße (Maßnahme S 1000) entstehen neue Fahrradstraßen mit Tempo-30-Regelung und abknickender Vorfahrt. So werden Radfahrende und Fußgänger klar getrennt, und der Straßenraum wird spürbar beruhigt. In der Unterführung Jahnweg (P 27.1) werden Wege verbreitert, Sichtbeziehungen verbessert und die gemeinsame Nutzung von Rad- und Fußverkehr möglich gemacht. Am Kreuzungsbereich Schäferlinde / Schießmauer (S 63) sorgen markierte Sperrflächen und Rad-Innenstadtring-Piktogramme für mehr Sicherheit und Aufmerksamkeit. Auf der gesamten Route kennzeichnen Piktogramme den Rad-Innenstadtring und erleichtern die Orientierung. Die Planungen sind in den Anlagen der Drucksache (DS 2025-133) einzusehen.