Ein Klimaanpassungskonzept ist ein strategisches Planungsinstrument, das Städten und Gemeinden hilft, sich systematisch auf die Folgen des Klimawandels vorzubereiten. Ziel ist es, Risiken zu erkennen, geeignete Maßnahmen zur Vorsorge zu entwickeln und dabei unterschiedliche Akteure – Verwaltung, Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft – einzubinden.
Der Klimawandel zeigt sich auch auf lokaler Ebene: häufiger auftretende Hitzetage, Starkregenereignisse, längere Trockenperioden oder milde Winter wirken sich auf die Lebensqualität, die Gesundheit, die Infrastruktur und die Umwelt aus. Ein Klimaanpassungskonzept beantwortet die Frage: Wie können wir unsere Stadt widerstandsfähig gegenüber diesen Veränderungen machen?
Das Konzept beinhaltet typischerweise folgende Bausteine:
- Klimawirkungsanalyse: Welche klimatischen Veränderungen sind in unserer Region zu erwarten?
- Verwundbarkeitsanalyse: Welche Stadtteile, Infrastrukturen, Bevölkerungsgruppen oder Ökosysteme sind besonders betroffen?
- Zieldefinition: Welche Leitlinien sollen unsere Anpassungsstrategie prägen?
- Maßnahmenkatalog: Welche kurz-, mittel- und langfristigen Maßnahmen können die Stadt robuster und lebenswerter machen?
- Priorisierung und Umsetzungsstrategie: Welche Maßnahmen sind besonders dringlich und wie können sie finanziert und umgesetzt werden?
Das fertige Konzept dient anschließend als Grundlage für kommunale Entscheidungen, Planungen und Förderanträge. Es wird in enger Abstimmung mit relevanten Akteuren erarbeitet und stellt sicher, dass Klimaanpassung als Querschnittsaufgabe in allen Verwaltungsbereichen mitgedacht wird – von Stadtplanung und Gesundheit bis Verkehr und Grünflächen.
Klimaanpassungsgesetz – gesetzlicher Rahmen für lokale Vorsorge
Mit dem im Juli 2023 verabschiedeten Klimaanpassungsgesetz (KAnG) hat der Bund erstmals einen verbindlichen Rahmen für die Klimaanpassung in Deutschland geschaffen. Das Gesetz verpflichtet alle Ebenen – Bund, Länder und Kommunen – dazu, vorsorgend und strategisch auf die Folgen des Klimawandels zu reagieren.
Für Städte und Gemeinden bedeutet das: Sie sollen systematisch Vorsorge betreiben, Risiken analysieren und geeignete Anpassungsmaßnahmen planen. Auch die Stadt Herrenberg kommt dieser Verantwortung nach und erarbeitet im Einklang mit dem Gesetz ab Juli 2025 ein eigenes Klimaanpassungskonzept.
Das Gesetz betont insbesondere:
- Die Notwendigkeit regionaler Risikoanalysen
- Die Bedeutung langfristiger Anpassungsstrategien
- Die Integration von Klimaanpassung in alle relevanten kommunalen Entscheidungen
Das Klimaanpassungskonzept der Stadt Herrenberg erfüllt somit nicht nur eine gesetzliche Vorgabe, sondern ist ein aktiver Beitrag zum Schutz unserer Lebensqualität, Infrastruktur und Umwelt in einer sich wandelnden Klimarealität.
Gefördert durch das Land Baden-Württemberg – KLIMOPASS
Die Erstellung des Klimaanpassungskonzepts der Stadt Herrenberg wird durch das Förderprogramm KLIMOPASS („Klimawandel und modellhafte Anpassung in Baden-Württemberg“) des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg unterstützt.
KLIMOPASS fördert Projekte, die helfen, die Auswirkungen des Klimawandels besser zu verstehen und wirkungsvolle Anpassungsstrategien zu entwickeln. Die Förderung ermöglicht es uns, fachlich fundierte Analysen durchzuführen, Beteiligungsformate anzubieten und praxistaugliche Maßnahmen für unsere Stadt zu erarbeiten.
Das im Mai 2026 beschlossene Klimaanpassungskonzept basiert auf wissenschaftlichen Grundlagen und geht gezielt auf die lokalen Herausforderungen in Herrenberg ein.