Presseservice

Machen statt Meckern



„Kreative Aktionen statt Schimpfen mit erhobenem Zeigefinger“: Das war eine der zentralen Aussagen beim Vernetzungstreffen von „Aktiv gegen Müll“. Das Team Beteiligung und Engagement und das Amt für Technik, Umwelt, Grün (TUG) hatten gemeinsam zu einem ersten Treffen eingeladen und zwölf Interessierte waren dieser Einladung in den Klosterhofkeller gefolgt.
 
Herrenbergerinnen und Herrenberger, die nicht mit erhobenem Zeigefinger unterwegs sind. Die aber auch nicht akzeptieren wollen, dass ihre Heimatstadt und die tolle Landschaft drum herum, durch wilden Müll verschandelt werden. Herrenbergerinnen und Herrenberger, die auf ihren Spaziergängen aufsammeln, was andere achtlos weggeworfen haben und die das Aufgesammelte über einen öffentlichen Mülleimer oder sogar über ihre private Tonne entsorgen. Herrenbergerinnen und Herrenberger, die sich zunächst eher um die Gesundheit ihrer Hunde sorgten, nun aber seit geraumer Zeit regelmäßig mit einer vollen Tüte gesammelten Müll nach Hause kommen. Und Herrenbergerinnen und Herrenberger, die neue digitale Medien nutzen, um für ihr Engagement gegen Müll zu werben. Dazu gehört Susanne Orlich, die auf ihrem Instagram-Account „Grüne Engel Herrenberg“ (#grueneengelhbg) Menschen in Herrenberg motivieren will, eigene Lieblingsplätze in der Stadt müllfrei zu halten. Dazu gehören auch Susi und Frank Reiser, die mit einem Podcast (www.heimat-verliebt.de) auch regelmäßig Beiträge über plastikfreies Leben und schöne Orte im Gäu publizieren.

 
Plogging-Aktion?


„Natürlich können wir die Stadt bei der Stadtreinigung unterstützen und auf unserem Spaziergang Papierle aufsammeln“, so eine Wortmeldung. „Doch damit ist es nicht getan.“ Vielmehr müsse man einen Mentalitätswandel anstreben und zwar mit Spaß an kreativen Aktionen: Wie wäre es mit einer Plogging-Aktion? Das ist neuer Trend in vielen Großstädten bei dem Jogger-Gruppen auch Müll aufheben (Ploggen = Aufheben auf Schwedisch). Oder vielleicht könnte man bei der nächsten Markungsputzete, die am 6. April 2019 stattfindet, eine spielerische „Challenge“ ausrufen: Wer den Müll mit dem ältesten Verfallsdatum findet, gewinnt einen Preis? Noch weitergedacht, wären Aktionen die zur Müll-Vermeidung aufrufen: Die Idee eines „Reparatur-Treffs“ aufgreifen und vorantreiben oder sogar die Eröffnung eines Unverpackt-Ladens in Herrenberg. Auf jeden Fall möchten alle weg vom „Erdnussdosen-Prinzip“ – Aufreißen, aufessen, wegwerfen – wie dies ein Teilnehmer formulierte. Stattdessen hin zu mehr Achtsamkeit und letztendlich zu einem sorgsameren Umgang mit der Umwelt und der Natur.
 
Wie es mit der Gruppe „Aktiv gegen Müll“ weitergeht? Bis zum nächsten Treffen sollen weitere Ideen gesammelt und natürlich auch weitere Mitstreiterinnen gefunden werden. Als Koordinatorin konnte an diesem Abend Susanne Orlich gewonnen werden – zentrale Anlaufstation bleibt aber bis zum nächsten Treffen das Team für Beteiligung und Engagement. Wer also Interesse hat, sich zu engagieren, kann sich unter Telefon 07032/201 8971 oder unter BE@herrenberg.de per Mail melden, ein Kontakt zur Gruppe wird dann hergestellt.
Bis dahin können die Teilnehmer des Netzwerktreffens, ebenso wie alle anderen Bürger der Stadt Herrenberg, Schäden, Ideen, Mängel und somit auch wilde Müllablagerungen, über den digitalen Schadensmelder unter www.herrenberg.de/schadensmelder melden.