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Technik-Fan und Hobby-Griller


 
Er ist kein Unbekannter bei den Stadtwerken: Von 2012 bis 2016 arbeitete Karsten Kühn als technischer Leiter bei dem städtischen Versorgungsunternehmen. Jetzt hat es den 35- Jährigen erneut nach Herrenberg gezogen. Seit Anfang November leitet Kühn die Stadtwerke mit rund 40 Mitarbeitenden.
 
Vieles habe sich verändert und weiterentwickelt, hat er in den ersten Wochen festgestellt, vor allem die Arbeitskultur in der Stadtverwaltung. „Die Ausstattung der Mitarbeiter mit Tablets und iPhones sowie die Möglichkeit im Homeoffice zu arbeiten, das gab es vor drei Jahren noch nicht.“ Als Technik-Fan begeistern ihn diese Neuerungen: „Das hat sich absolut zum Positiven hin entwickelt.“  Die Digitalisierung der Verwaltung, autonomes Fahren oder auch die E-Mobilität sind Zukunftsthemen, die Kühn interessieren, ja, für die er „brennt“. Sie hängen eng mit dem Breitbandausbau zusammen, für den der neue Stadtwerke-Chef auch verantwortlich ist. „Die vielen Daten müssen verarbeitet werden und dafür braucht es leistungsfähige Glasfasernetze.“ Schritt für Schritt will Kühn den Ausbau der schnellen Datenautobahn im Gäu vorantreiben, gerne auch mit Partnern. Erfahrungen auf diesem Gebiet hat er bereits bei der Stadt Leinfelden-Echterdingen gesammelt, für deren Stadtwerke er in den vergangenen zweieinhalb Jahren als technischer Leiter tätig war.
 
Karsten Kühn
Seit November ist Karsten Kühn Chef der Herrenberger Stadtwerke.

Nah an der Mannschaft

Für die zahlreichen Dienstleistungen im Stadtwerke-Portfolio hat Kühn klare Vorstellungen und Visionen. Zunächst wolle er aber die Einschätzungen und Meinungen seiner 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hören. Derzeit führt er mit allen Einzel- und Kleingruppengespräche, um sich einen Überblick zu verschaffen. Einmal pro Woche will er ab 2019 eine Sprechstunde einrichten, zu der sich die Mitarbeitenden, egal, was sie auf dem Herzen haben, anmelden können. „Ich möchte möglichst dicht an der Mannschaft dran sein“, skizziert er seinen Führungsstil. Die Pannen im Naturfreibad hätten in den vergangenen drei Jahren großen Raum eingenommen. „Das Freibad hat alles dominiert, intern und extern“, meint der studierte Ingenieur für Umwelt- und Versorgungstechnik. „Einige Mitarbeiter konnten sich nicht mehr ausreichend um ihre eigentlichen Aufgaben kümmern.“
 
Jetzt sei es an der Zeit, die anderen Sparten der Stadtwerke wieder stärker in den Fokus zu rücken und diese auch öffentlichkeitswirksam zu bewerben. „Die Stadtwerke versorgen zum Beispiel rund 30.000 Bürger mit Trinkwasser, darüber spricht niemand. Wir haben sogar ein eigenes Wasserwerk an der Ammermühle. Wir sind Wärme-, Strom- und Gasversorger, betreiben die Citybusse und drei Parkhäuser in Herrenberg. Dazu kommen Anlagen zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien und sogar eine Erdgastankstelle“, zählt Kühn auf. „Im Versorgungsgebiet betreiben die Stadtwerke drei eigene Blockheizkraftwerke. Unsere Infrastrukturdienstleistungen für alle Bürgerinnen und Bürger im Bereich der Gas- und Wassernetze erstreckt sich auf eine Gesamtlänge von über 300 Kilometer. Das kleine Team von 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erwirtschaftet einen durchschnittlichen Jahresumsatz von über 15 Millionen Euro, das darf gerne wahrgenommen werden“, findet Kühn.
 
Nah am Kunden
Diese Versorgungsleistungen bewusst zu machen und die Kunden von den Vorteilen eines lokalen Anbieters zu überzeugen, nennt er ein vorrangiges Ziel. „Bei uns landet man eben nicht im Call-Center in Tschechien, wenn man eine Frage hat, sondern direkt hier in Herrenberg“, betont Kühn. Der Slogan der Stadtwerke lautet dazu ganz passend: Nah, persönlich, stark. „Dieses Potenzial müssen wir besser nutzen und ausbauen“, ist er überzeugt. Ein weiteres Argument, das er für nachhaltig hält: Die Gewinne des städtischen Versorgers würden auch lokal wieder investiert, kommen also allen Herrenbergerinnen und Herrenbergern wieder zugute.
 
Privat entspannt der neue Stadtwerke-Chef beim Sport: Regelmäßig zum Krafttraining zu gehen, ist Kühns Vorsatz, doch nicht immer lässt die Zeit es zu. „Ich bin ein guter Fitnessstudio-Kunde, zahle regelmäßig, komme unregelmäßig“, erzählt er augenzwinkernd. Im Winter fährt er gern Ski. Ausreichend Zeit braucht er auch für seine junge Familie mit dem einjährigen Sohn Noah Lasse. Außerdem ist das Kochen und vor allem das Grillen Kühns ganze Leidenschaft. Sage und schreibe vier Grills nennt der Wahl-Hildrizhausener sein Eigen: einen Gasgrill, wenn es mal schnell gehen muss; einen Smoker und zwei Kohlegrills. Wenn dann noch Zeit ist, pflegt er als aktiver Narr das Brauchtum der Rottweiler Fasnet.