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Vier Jahre Fairtrade-Stadt Herrenberg


In Sachen Fairtrade-Stadt gerät im Mai einiges in Bewegung: Am 11. Mai lädt der Verein Partnerschaft Dritte Welt zum jährlichen Weltladen-Tag ein, der dieses Jahr ein ganz besonderer ist. 2019 feiert die Fairtrade-Stadt Herrenberg ihr vierjähriges Bestehen, und gleichzeitig stellt sich Lena Schuldt, neue Mitarbeiterin des Teams Beteiligung und Engagement (BE), vor.
 
Bei leckeren Aufstrichen, Knabbereien und Getränken – fair gehandelt oder aus der Region – können die Besucherinnen und Besucher Lena Schuldt, die neue Mitstreiterin des Teams BE, kennenlernen. Zugleich informiert der Weltladen am Samstag, 11. Mai, über die Forderung einer menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht von Unternehmen. Die Bananologen sind mit ihrer anschaulichen Weltspielplane ebenfalls vor Ort, und die Cajon-Gruppe aus dem Klosterhof wird zur „Atmosfaire“ rhythmisch beitragen.

Koordinatorin für kommunale Entwicklungspolitik

Lena Schuldt hat vor kurzem ihre Stelle als Koordinatorin für kommunale Entwicklungspolitik angetreten, die durch die Engagement Global gGmbH im Rahmen des „Servicestelle Kommunen in der Einen Welt-Programms“ gefördert wird, mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

Was muss man sich unter dieser Aufgabe vorstellen? „Ich kümmere mich zum einen darum, dass Herrenberg den Titel als Fairtrade-Stadt behält“, erklärt Lena Schuldt. Zum anderen berät sie die Akteure der Herrenberger Fairtrade-Familie, wie z. B. den Weltladen und die Bananologen. „Außerdem möchte ich die Fairtrade-Familie zu einem lebendigen Netzwerk weiterentwickeln“, beschreibt sie ihre dritte Aufgabe.

Denn: In Herrenberg befassen sich viele weitere Gruppen und Institutionen mit dem Thema Nachhaltigkeit. So zum Beispiel die Stadtbibliothek, die Volkshochschule sowie Schulen und Kindergärten. Wie kann man deren Aktivitäten ausbauen und vernetzen? Wie kann man in Herrenbergs Bevölkerung das Bewusstsein für nachhaltigen Lebensstil stärken? Gibt es interessante Personen oder Referenten, die man einladen könnte? Bei allen diesen Fragen wird Lena Schuldt den Akteuren beratend zur Seite stehen. Die Stadtverwaltung als Vorbild für nachhaltige Beschaffung? Auch da möchte Schuldt existierende Strukturen ausbauen. 

Gut gerüstet für Job

Für ihre entwicklungspolitischen Aufgaben ist sie bestens gerüstet. Lena Schuldts Wurzeln liegen einerseits in der Region – sie stammt aus Rottenburg – und andererseits auf der halben Welt. Ihr Masterstudium in Internationaler Entwicklungszusammenarbeit hat sie in Amsterdam absolviert, und für ihre Masterarbeit erforschte sie in Ruanda zivilgesellschaftliche Initiativen. Vor dem Studium ging sie für die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) nach Jordanien: Dort brachte sie in einem Sportprojekt jordanische und syrische Kinder über den Fußball in Kontakt und schuf so eine Plattform für interkulturellen Dialog und auch für das Empowerment junger Fußballspielerinnen und-spieler.

Ebenfalls für die GIZ befasste sie sich in Berlin mit der Frage, wie man am besten mit arabischen Geber-Organisationen kooperiert. Seit 2018 engagiert sie sich zusätzlich ehrenamtlich in der Tübinger Erstaufnahmestelle für besonders schutzbedürftige Frauen. Nicht zum ersten Mal übrigens: Direkt nach dem Abitur beriet sie während eines Freiwilligen Sozialen Jahrs in Bolivien ehemalige Straßenkinder in schwierigen Lebenslagen.

Lokal handeln

Nun gilt es, die globalen Erfahrungen auf Herrenberg zu übertragen: „Es hat mich sehr gefreut, eine neue Perspektive zu erhalten. Man kommt auf der Kommunalebene viel mit den alltäglichen Belangen von Bürgerinnen und Bürgern in Kontakt“, so Lena Schuldt. „Oft ist in der Entwicklungspolitik das Problem, dass die Entscheidungen nicht mit den Menschen getroffen werden, sondern über ihre Köpfe hinweg.“

Das sei in einer Kleinstadt, die sich das Mitmachen auf die Fahnen geschrieben hat, glücklicherweise anders. Verstecken brauchen sich die Herrenberger in puncto Erfahrung in der Eine-Welt-Arbeit übrigens nicht: „Ich freue mich, dass es hier so viele Engagierte gibt, die bei Alltagsentscheidungen einen Schritt weiterdenken und sich fragen, welche Auswirkungen ihr Handeln auf Menschen in anderen Ländern hat“, sagt Lena Schuldt. Wer Projektideen hat oder sich im Fairen Handel oder in der Eine-Welt-Arbeit engagieren möchte, kann sich jederzeit an Lena Schuldt melden.

Weltladen Tag am 11. Mai

Eine ideale Gelegenheit für ein erstes Gespräch und Kennenlernen mit Lena Schuldt bietet sich beim Weltladen-Tag am Samstag, 11. Mai, von 10 bis 12 Uhr vor dem Herrenberger Weltladen in der Stuttgarter Straße 12.