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Fotogene Wandersleute und ein Plädoyer für Vielfalt


Im Klosterhof ballten sich am vergangenen Samstag die Ereignisse: So haben sich morgens die Mitglieder der Hausgemeinschaft getroffen. Anschließend eröffnete der Freizeittreff „Herrenberg geht aus“ seine Ausstellung „#6 Impressionen – 1 Jahr Freizeittreff“ und im Hof stellten sich derweil die neuen Mitarbeiterinnen des Teams Beteiligung und Engagement vor. Zuletzt führte die Lampedusa-Calling-Mitarbeiterin Barbara Lohner im Gewölbekeller die Diskussion über die Frage: Wie wollen wir Integration im Klosterhof leben?
 
Beim Hausgemeinschaftstreffen einigte man sich zunächst darauf, dieses nur noch einmal jährlich stattfinden zu lassen, und den zweiten Termin im Herbst als Aktionstag beizubehalten. Mit sichtlichem Stolz zeigte das Lenkungsteam Bilder der nun aufgeräumten Küche und neue Schränke. Sie enthalten Stellwände; bis zu fünf können Vereine künftig über klosterhof@herrenberg.de anmieten.
 
Personell hat sich im Team Beteiligung und Engagement einiges verändert: Nachdem Vanessa Watkins zur neuen Leiterin aufgerückt ist, hat Manuela Epting ihre vorige Fachstelle der Stadtverwaltung übernommen. Die Koordinierungs- und Fachstelle für das Programm „Demokratie leben“, die Epting innehatte, teilen sich nun Kati Ridder, die auch im Gleichstellungsbüro der Stadt tätig ist und Chris Nagler vom Stadtjugendring. Kati Ridder wird zukünftig die Netzwerkveranstaltungen koordinieren und den Begleitausschuss leiten. Chris Nagler ist zuständig für die Vernetzung der Gruppen im Klosterhof und hat den Vorsitz im Lenkungsteam. Da aus dem Lenkungsteam des Klosterhofs die Stadtverwaltungsmitarbeiterin Vanessa Eckert ausgeschieden ist, versieht nun der Hausmeister Roland Schmidt ihre Aufgaben. Neue Ansprechpartnerin für Reservierungen der Klosterhofräume über klosterhof@herrenberg.de ist Lena Schuldt.
 
Umgang mit jungen Zaungästen
Ein heiß diskutiertes Thema beim Hausgemeinschaftstreffen war der Umgang mit Jugendlichen, die die Vorräume des Klosterhofs zu einem Treffpunkt auserkoren haben und wegen Vandalismusfällen zeitweise auch mit einem Hausverbot belegt waren. „Man kann die Jugendlichen nicht fernhalten“, war jedoch die allgemeine Ansicht. Wenn man die Teens auf das Rauchverbot aufmerksam mache und sie auffordere, ihren Müll wieder mitzunehmen, zeige sich die Mehrheit auch einsichtig. Zugleich betonte die Hausgemeinschaft, dass das Bürgerhaus nur für organisierte Gruppen gedacht sei. Deshalb stimmten sie für einen Appell an die Stadt: Diese solle dringend neue Räume für Jugendliche im Stadtzentrum finden, gern auch mit W-LAN.
 
In diesem Zusammenhang beschlossen sie außerdem, sich zeitnah um ein besseres Schließungssystem für den Klosterhof zu kümmern und so den Zugang für unerwünschte Zaungäste zu erschweren. Das Problem möchte das Team BE zusätzlich im Rahmen eines neuen Gesamtkonzepts für den Klosterhof angehen, das es mit dem Frauenhofer Institut entwickelt.
 
Ausstellung des Freizeittreffs

An diesem Nachmittag war auch wieder „Kunst im Klosterhof“ angesagt – diesmal mit dem Freizeittreff „Herrenberg geht aus“: Erst vor einem Jahr hat Bettina Krämer den Kreis ins Leben gerufen: „Wir bringen Menschen zusammen, die Lust haben etwas zu unternehmen und nicht alleine ausgehen wollen.“ Mittlerweile haben die Organisatorinnen ein Fotoalbum mit Bildern von ihren Aktivitäten angelegt, die auch die Grundlage für die Ausstellung bildeten. Margot Meiers Aufnahmen zeigen die Mitglieder des Treffs zum Beispiel beim gemeinsamen Kochen und Schneeschuhwandern, beim spontanen Picknick oder Ausflug ins Kloster Heiligenbronn.
 
Heiße Diskussionen um gelebte Vielfalt
Anschließend moderierte Barbara Lohner, die pädagogische Leiterin von Lampedusa Calling, im Gewölbekeller eine Diskussion über die Frage, wie die Hausgemeinschaft im Klosterhof Integration lebt. Losgetreten hatten die große Debatte im vergangenen Jahr einzelne Hausgemeinschaftsmitglieder sowie Gemeinderäte und Gemeinderätinnen. Im Klosterhof hatte sich diese Frage an den muslimischen Gruppen FödeM (die Bildungsinitiative für deutschsprachige Angebote in den muslimischen Vereinen und Gemeinden) und Insan (die arabische Schule) festgemacht. Streitpunkt waren dabei die Fördergelder, die öffentliche Aufmerksamkeit für die Gruppen und ihre Präsenz im Klosterhof.
Ängste vor dem Islam und Kopftüchern befeuerten die Debatte. Mithilfe zahlreicher Stellungnahmen und Veranstaltungen, wie etwa Denkwerkstätten zum Thema Demokratie, Frauen, Toleranz und Religionen, hatten die Stadt, das Team BE und Lampedusa Calling das Thema erschöpfend diskutiert. Die anwesenden Mitglieder der Hausgemeinschaft erklärten den Schlichtungsprozess von Seiten des Klosterhofs einstimmig für beendet. Außerdem taten sie sich in einer Projektgruppe zusammen und traten in einer Stellungnahme offensiv für gelebte Vielfalt im Klosterhof ein. Diese soll im Lenkungsteam noch einmal besprochen werden.

Neue Mitarbeitende Klosterhof
Neue Mitarbeitende im Klosterhof: Kati Ridder und Chris Nagler.