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Herrenberger Denkmalgeschichte erleben


Am Tag des offenen Denkmals öffnen bundesweit historische Bauten, Parks und Ausgrabungsstätten ihre Türen. Unter dem Thema „Moderne: Umbrüche in Kunst und Architektur“ findet in Herrenberg ein Vortrag in der Kirche St. Josef sowie eine Führung in der Spitalkirche statt.
 
Ziel des Tags des offenen Denkmals, zu dem die Deutsche Stiftung Denkmalschutz jedes Jahr aufruft, ist es, die Öffentlichkeit für die Bedeutung des kulturellen Erbes zu sensibilisieren und Interesse für die Belange der Denkmalpflege zu wecken. Mit dem diesjährigen Motto soll der Blick auf revolutionäre Ideen oder technische Fortschritte gerichtet werden.
 
Vortragsveranstaltung in der Kirche St. Josef
Bei den kirchlichen Wahrzeichen drängt sich in Herrenberg der Gedanke an die Stiftskirche mit ihrem markanten Zwiebelturm auf.  Aber auch andere Gotteshäuser in Herrenberg beherbergen sakrale und historische Schätze, beispielsweise die katholische Kirche St. Josef. Hier hat der berühmte Maler und Gestalter von Wand- und Kirchengemälden Professor Albert Birkle im Jahr 1933 das Kirchenfenster geschaffen.
 
Die Ökumene wird in den verschiedenen Kirchengemeinden sehr groß geschrieben, von Friedensgebeten bis hin zu ökumenischen Gottesdiensten wird sie in Herrenberg gelebt. Auch in der Architektur und im Bezug der verschiedenen Gotteshäuser zueinander spiegelt sich die Ökumene wider. Die Errichtung der Kirche St. Josef als erste katholische Kirche nach der Reformation in Herrenberg steht für das Zusammenleben unterschiedlicher Konfessionen in der Stadt. Diese Botschaft haben die Architekten der Kirche in diese mit eingebacht und haben beispielsweise den Kirchturm (mit ausgebreitetem Armen) der Stiftskirche zugewendet, sodass er eine Einladung symbolisiert.
 
Die ökumenische Botschaft des Glasfensters und der Bezug der zwei Kirchen zueinander ist Thema des Vortrags von Kirchenführer Horst F. Sehorsch. Die Teilnahme ist kostenlos, der Vortrag findet am 8. September um 15:00 Ihr in der Kirche St. Josef, Walter-Knoll Straße 11 in Herrenberg, statt, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
 
Führung durch die Spitalkirche in Herrenberg
Die 1412 erstmals als „Spital zum Heiligen Geist“ erwähnte und zentral gelegene Spitalkirche ist eng mit der Herrenberger Stadtgeschichte verbunden. So fiel sie in den zwei großen Stadtbränden 1466 und 1635 zum Opfer und wurde stets wiederaufgebaut. Darüber hinaus diente Sie vor 600 Jahren den armen und kranken Menschen als kleine Kapelle, um nicht den beschwerlichen Weg zur Stiftskirche hoch zu laufen. Im Nationalsozialismus diente Sie als Zufluchtsort für kirchliche Jugendarbeit und bis in die 1970er Jahre als Winterkirche. Als die Spitalkirche 2012 aufgrund statischer und baulicher Schäden geschlossen werden musste wurde ein zukunftsfähiges Konzept entwickelt. Die Kirche ist heute ein Ort der Begegnung, die Austausch  ermöglicht und Raum für Mediation und Stille zur Verfügung stellt. Nach einem intensiven Beteiligungsprozess mit Bürgern und Kirchengemeindemitgliedern ist die Spitalkirche heute ein Treffpunkt für Menschen und Gruppen aller Altersgruppen mit ihren unterschiedlichen kulturellen Hintergründen. Johannes Söhner führt unter diesem Blickwinkel durch die Kirche und ihre Geschichte. Treffpunkt ist am 8. September um 16:00 Uhr vor der Spitalkirche in der Tübinger Straße, eine Anmeldung wird nicht benötigt.