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Stadtteil Kuppingen: „Bereitschaft der Stadt, in Kuppingen zu investieren"


Zum Jahresende 2021 kann die Stadt Herrenberg auf 50 gemeinsame Jahre mit fünf ihrer heutigen Stadtteile zurückblicken. In einer Reihe berichtet die Stadt Herrenberg dazu. In diesem Beitrag geht es um Kuppingen. Ortsvorsteher Markus Speer gibt einen Einblick in die heutige Situation vor Ort.

Mit rund 4.100 Einwohnerinnen und Einwohnern ist Kuppingen der größte Stadtteil von Herrenberg. „Heute blickt Kuppingen mit Stolz auf eine gute Ortsgemeinschaft, ein aktives und attraktives Vereinsleben, das von 15 Vereinen und drei Kirchengemeinden geprägt wird, sowie auf eine gute Infrastruktur, eingebettet in eine professionelle Verwaltung und ein gutes Netzwerk“, stellt Ortsvorsteher Markus Speer fest. „Es ist über die Jahre gelungen, den Stadtteil zu einem attraktiven Wohnort weiterzuentwickeln, die Verbindung mit Herrenberg zu stärken, ein gutes Netzwerk zwischen der Kernstadt und allen Teilorten zu schaffen und trotzdem die eigene Identität zu bewahren“, so Speer weiter. Dabei war die Eingemeindung 1971 keine „Liebe auf den ersten Blick“, berichtet Speer im Rückblick: „Damals war Herrenberg nicht die erste Wahl.“ Zunächst standen Überlegungen für einen Zusammenschluss mit Oberjesingen, Deckenpfronn und Sulz am Eck im Raum.

Partnerschaftliches Miteinander
Nachdem sich dies nicht realisieren ließ, hat Kuppingen schnell und selbstbewusst Gespräche mit Herrenberg aufgenommen. „Dem Kuppinger Gemeinderat war die Weiterentwicklung der Gemeinde immer schon sehr wichtig. Kuppingen sollte so aufgestellt werden, dass der Ort für zukünftige Herausforderungen bestens gerüstet ist und die Bürgerinnen und Bürger von einer intakten Infrastruktur profitieren können“, weiß der 57-Jährige, der bei der Volksbank-Herrenberg-Nagold-Rottenburg als Geschäftsführer im Immobiliengeschäft tätig ist. Um diese Ziele zu erreichen, ist ein starker Partner erforderlich: „Diesen Partner hat Kuppingen mit der Stadt Herrenberg gefunden“. In gutem partnerschaftlichen Miteinander wurden und werden Themen angegangen. Als Beispiele nennt Speer die Abwasserentsorgung durch Anbindung an das städtische Abwassernetz oder die Einbindung der Stadt in den Schulverband der früheren Nachbarschaftshauptschule. „Damit konnten notwendige Investitionen in das Schulgebäude getätigt werden, so dass wir heute - ein aktuell zwar leerstehendes - aber funktionierendes Schulgebäude haben“, erklärt Speer. Weitere Projekte waren zum Beispiel das Baugebiet „Hintere Breite“, die Erweiterung des Friedhofes, der Bau der Nordumfahrung, die Ortskernsanierung, die Anbindung an die weiterführenden Schulen, die gute Ausstattung bei der Kinderbetreuung, der Bau des Stephanusstifts oder die Sanierung der Karl-Bissinger-Gemeindehalle. „Alle diese Projekte zeigen nicht nur die gute Zusammenarbeit, sondern auch die Bereitschaft der Stadt Herrenberg in Kuppingen zu investieren und unseren Stadtteil weiterzuentwickeln”, bilanziert Speer.

Blick nach vorne
Weitere wichtige Zukunftsthemen stehen auf der Agenda: In den nächsten Monaten sollen die Sanierungsarbeiten der L 1358 zwischen Kuppingen und Sulz am Eck sowie die Jettinger Straße fertiggestellt werden. Die Realisierung des Gewerbegebiets Binsenkolben soll zeitnah erfolgen. „Dringend erforderlich ist der Bau eines neuen Feuerwehrgerätehauses, die Weiterentwicklung der Kuppinger Schulgebäude sowie die Entwicklung von Wohnbauflächen, um den bei uns bestehenden Wohnungsmangel zu befriedigen“, blickt Speer nach vorne.

Foto von der Evangelischen Kirche Kuppingen mit dem alten Schulhaus.

Kuppingen: Evangelische Kirche mit altem Schulhaus, 2020.

Bericht aus dem Stadtarchiv

Zur Eingemeindung von Kuppingen nach Herrenberg hat das Stadtarchiv einen Blick in die Akten geworfen und interessante Details zutage gefördert. In Kuppingen war damals die Zustimmung zum Anschluss an Herrenberg mit knapp 80 Prozent vergleichsweise gering.

Anlässlich der Besprechung über die Zielplanung im Kernbereich Herrenbergs am 10. Mai 1971 war offenbar laut Aussage von Bürgermeister Winfried Kuppler von Deckenpfronn, der kommissarisch auch die Geschäfte in Oberjesingen führte, noch eine Dreierlösung zwischen Kuppingen, Deckenpfronn und Oberjesingen im Gespräch. „Am 9. Juli 1971 stimmte der Kuppinger Gemeinderat bereits einstimmig dafür, seiner Bevölkerung die Eingliederung nach Herrenberg zu empfehlen“, so Stadtarchivarin Dr. Stefanie Albus-Kötz.

Bürgerinformation
Auch in Kuppingen kam es nach der Information der Bürger durch eine Broschüre zu einer Bürgerversammlung. Am 26. September 1971 fand die Bürgerabstimmung statt, bei der von 1263 Stimmberechtigten 648 Bürgerinnen und Bürger ihr Votum abgaben. Für die Eingliederung waren 78,08 Prozent, dagegen 21,6 Prozent. „Damit war Kuppingen mit nur knapp 80 Prozent Zustimmung der Herrenberger Stadtteil, bei dem die Zustimmung am geringsten ausfiel“, erklärt Albus-Kötz. Warum war dies so? In der nichtöffentlichen Gemeinderatsitzung am 21. September 1971, also direkt nach den Bürgerversammlungen, erklärte Bürgermeister Schroth, aufgrund des „größeren Selbstbewusstseins der Gemeinde Kuppingen“ sei dort zirka ein Drittel der Bevölkerung gegen die Eingliederung. In den anderen drei Gemeinden sei dagegen ein Gefühl der Dankbarkeit zu spüren.

Beschlüsse zum Zusammenschluss
Aufgrund dieser Entscheidung der Bürgerschaft fasste der Kuppinger Gemeinderat am 15. Oktober 1971 den Beschluss, eine Vereinbarung mit Herrenberg abzuschließen. Am 19. Oktober, dem Tag der feierlichen Vertragsunterzeichnung durch die Bürgermeister, legte man in einem Aktenvermerk, der im Gemeinderat abgestimmt werden sollte, fest, dass Grundstückserlöse aus der Baulandumlegung Brühl/Breite vor Ort angelegt werden sollten und ergänzte so die Eingemeindungsvereinbarung im Sinne Kuppingens. Am 1. Dezember 1971 wurde Kuppingen offiziell zur Stadt Herrenberg eingemeindet.

Foto von der Eröffnung des Kindergartens Brühlweg im Mai 1974.

Eröffnung des Kuppinger Kindergartens Brühlweg im Mai 1974.