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Für den Ernstfall gewappnet


Entwarnung hieß es am Freitag, 17. Dezember, als bekannt wurde, dass doch keine Trinkwasserverunreinigung im Hochbehälter Markweg besteht und dass das Abkochgebot in der Herrenberger Kernstadt und den südlichen Teilorten nach mehr als 24 Stunden aufgehoben werden kann. Ein Tippfehler bei der Auswertung der Laborergebnisse hatte den Fehlalarm ausgelöst. Stadtverwaltung und Stadtwerke ziehen ein insgesamt positives Fazit aus ihrem Krisenmanagement.

Am Donnerstag, 16. Dezember, wurde für die Herrenberger Kernstadt und die Teilorte Gültstein, Mönchberg und Kayh ein Abkochgebot ausgerufen. Grund dafür war die vermeintliche Feststellung von Coli-Bakterien im Hochbehälter Markweg, wo 1,8 Millionen Liter Wasser darauf warten, an die Haushalte verteilt zu werden. Am Freitag, 17. Dezember, meldete das zuständige zertifizierte Fach-Labor eine fehlerhafte Auswertung. Die erneute und korrekte Prüfung der Proben hatte gezeigt: Das Trinkwasser im Hochbehälter war nicht verunreinigt und kann bedenkenlos verwendet werden.

Bei der Auswertung der Proben im Labor war es zu einem Tippfehler gekommen; statt einer Null wurde an bedeutender Stelle eine Zwei eingetragen. Der Bericht, der an das Gesundheitsamt und die Stadtwerke Herrenberg gesandt wurde, enthielt somit fälschlicherweise das Ergebnis: Das Trinkwasser im Hochbehälter Markweg enthalte 2 Koloniebildenden Einheiten (KBE) pro 100 Milliliter (ml). Nachdem der Fehler bemerkt wurde, hatte das Labor am Freitag, 17. Dezember, die Stadtwerke Herrenberg informiert. „Das Labor hat uns zugesichert, entsprechende Maßnahmen einzuleiten, die solche Fehler in Zukunft verhindern“, erklärt Karsten Kühn, Leiter der Stadtwerke.

Für den Ernstfall gewappnet

Nachdem das Abkochgebot aufgehoben wurde, machten sich Stadtverwaltung und Stadtwerke an die Bewertung ihres Krisenmanagements. „Auch, wenn es sich um einen Fehlalarm gehandelt hat: Alle notwendigen Maßnahmen konnten in kürzester Zeit eingeleitet werden“, resümiert Kühn und fügt hinzu: „Für den Ernstfall sind wir gut aufgestellt.“ In so einem Fall greifen die standardisierten Schritte, die auf den gesetzlichen Vorgaben der Trinkwasserverordnung beruhen und in einem Krisenhandbuch festgehalten sind, das regelmäßig aktualisiert wird. Gemeinsam konnten Stadtwerke, Feuerwehr und Stadtverwaltung schnell reagieren. Rund 13 Mitarbeitende der Stadtwerke waren am Donnerstag und Freitag ausschließlich für das Trinkwasser im Einsatz. Als Sofortmaßnahme wird das Wasser mit Chlor gereinigt, um mögliche Bakterien im Wasser schnellsten abzutöten. So kümmerten sich zwei Mitarbeiter nach Bekanntwerden der vermeintlichen Verunreinigung darum, die Notchlorung zur Desinfektion des Wassers im Hochbehälter Markweg einzurichten. Manuell dosierten sie die jeweilige Chlormenge bis die automatisierte Chlorzugabe installiert war. Die Chlormenge wird dabei so niedrig eingestellt, dass das Wasser unbedenklich verwendet werden kann. Weitere Mitarbeiter führten Chlorkontrollmessungen durch, zogen Wasserproben und nahmen Leitungsspülungen vor, dies auch noch nach der Aufhebung des Abkochgebots am Freitag, 17. Dezember. Alleine sechs Mitarbeitende hielten in der Telefonzentrale die Stellung und nahmen Anrufe aus der Bevölkerung entgegen.

Auch die Feuerwehr war im Einsatz: Mit insgesamt 14 Fahrzeugen und je zwei Einsatzkräften informierten sie die Bürgerschaft in der Kernstadt sowie in Kayh, Mönchberg und Gültstein am 16. Dezember per Lautsprecherdurchsage. Weitere 12 Kräfte sorgten für die Koordination der Einsätze. Bei der Feuerwehr und dem städtischen Ordnungsamt waren ebenfalls zahlreiche Anrufe eingegangen, die von den Mitarbeitenden entgegengenommen wurden. Zudem informierten Stadtwerke, Stadtverwaltung und Feuerwehr die Bürgerinnen und Bürger über die sozialen Medien.

Fehlerhaftes Dokument führte zu Nachfragen

Verbesserungsbedarf sehen Stadtverwaltung und Stadtwerke noch bei der externen Kommunikation: Auf der Homepage der Stadtwerke Herrenberg wurde am Donnerstag, 16. Dezember, für wenige Minuten ein Dokument mit einer falschen Information veröffentlicht. Diese hatte sich rasch verbreitet und zu Nachfragen aus der Bürgerschaft geführt. „Für die entstandenen Unannehmlichkeiten möchten wir uns an dieser Stelle entschuldigen“, erklärt Kühn. Um die Abkochanordnung möglichst schnell online zur Verfügung zu stellen, waren zunächst handschriftlich ausgefüllte PDF-Dokumente auf die Homepage der Stadtwerke hochgeladen worden. Diese wurden dann durch elektronisch erzeugte Dateien ersetzt. In der Eile wurde dabei jedoch versäumt eine nichtzutreffende Seite zu entfernen. Diese enthielt die in diesem Fall falsche Information, dass Trinkwasser auch abgekocht nicht verwendet werden darf. Die Datei wurde nachträglich zwar durch die korrekte Version ersetzt, leider wurde das fehlerhafte Dokument aber als Screenshot in den sozialen Medien weiterverbreitet. „Wir nehmen dies zum Anlass, die Dokumente künftig als Einzelseiten zu bearbeiten und diese trotz aller Eile vor der Veröffentlichung nochmals gründlich zu prüfen“, erklärt Kühn.

Hintergrund

Bei einer Routineuntersuchung des Trinkwassers im Hochbehälter Markweg wurde am Mittwoch, 15. Dezember, eine vermeintliche Verunreinigung mit E. coli-Bakterien festgestellt. Für die Kernstadt und die Teilorte Gültstein, Mönchberg und Kayh wurde daher am Donnerstag, 16. Dezember, das Abkochgebot ausgerufen, sofern das Wasser zum Trinken, Kochen oder zur Zubereitung von Speisen oder Getränken verwendet werden sollte. Am Freitag, 17. Dezember, konnte dann Entwarnung gegeben werden, denn das zuständige Labor meldete eine fehlerhafte Auswertung. Die Proben aus dem Hochbehälter Markweg waren ohne Befund.

Hinweis auf Warnapps

Um die Bevölkerung in Gefahrenlagen zu warnen und zu informieren, eignen sich besonders Warnapps wie Nina und Katwarn, die Push-Benachrichtigungen auf das Smartphone senden. So erhielten Bürgerinnen und Bürger sowohl bei der Ausrufung des Abkochgebots am 16. Dezember, als auch zur Entwarnung am 17. Dezember schnelle und gesicherte Informationen und wichtige Handlungsempfehlungen direkt auf ihr Mobiltelefon.