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Ausstellung über Demokratie und ihre Werte im Klosterhof


Für die Ausstellung „Demokratie in ihren Facetten“ haben Engagierte aus Klosterhofgruppen, dem Stadtjungendring und Mitarbeiterinnen der Stadtverwaltung ihre Sicht auf das Thema und ihre Gedanken dazu künstlerisch dargestellt. Die Ausstellung im Offenen Bürgerhaus Klosterhof feiert Toleranz, Respekt und Rechtsstaatlichkeit – alles Errungenschaften der Demokratie.

Was verbinde ich mit Demokratie?
Griffige Antworten können Interessierte in der aktuellen Kunstaustellung im Klosterhof finden. Die Ausstellungsreihe „Kunst im Klosterhof“ mit Stephanie Brachtl als künstlerischer Leiterin hat sich nun schon seit mehreren Jahren etabliert. Mit der neuen Ausstellung möchte das Team Beteiligung und Engagement die Veranstaltung und zugleich die grundlegenden Werte des Hauses wieder ins Bewusstsein rücken. „Demokratie ist ein Privileg, das immer wieder belebt, verteidigt und mit Bedeutung gefüllt werden muss. Ein guter Ort dafür ist der Klosterhof, als ein Haus des bürgerschaftlichen Engagements, wo man die Werte leben und sich einbringen kann “, sagt Bozena Smierzchala aus dem Team.

Demokratische Werte aus verschiedenen Perspektiven
Das ist sinnfällig in der Ausstellung geschehen: Aus ganz unterschiedlichen Perspektiven reflektieren die Arbeiten die demokratischen Werte oder eben ihr Fehlen, wie etwa in Diktaturen. So setzt sich Disara Pallegedara aus Afghanistan anschaulich mit Rassismus aufgrund der Hautfarbe auseinander. Sie fühlt sich frei wie ein Schmetterling, der aus einem Glas gelassen wird, wenn in einer demokratischen Umgebung die Beengung aufhört. Eine befreiende Wirkung drücken auch Shala Rahmaniis Zeichnungen aus: Während auf einem Bild Ketten einen weiblichen Mund knebeln, zeigt sich auf dem zweiten ein gelöstes Lächeln. Beide Frauen nehmen im Klosterhof am Deutschunterricht teil. Waafa Katlan aus der Textwerkstatt Schreibschwestern schildert in arabischen und deutschen Texten die Entfremdung in einer sterbenden Demokratie und spürt dem Begriff Heimat nach. Natürlich kann Deutschland die Familie und den Duft nach Jasmin und Zitronenblüten nicht ersetzen, es ist für sie aber die „Heimat der Würde“.  

Lebendige Demokratie - Frauenrechte, Vielfalt und Gemeinschaft
Die Frauenrechte und Vielfalt stehen bei einer Arbeit des Gleichstellungsbüros im Mittelpunkt. In der Collage mit Reißverschlüssen erfährt man, wie hoch der Frauenanteil im Bundestag, im Landtag und Gemeinderat Herrenberg ist. Sie setzt sich zugleich für die Beteiligung aller Generationen und Kulturen ein. Details zu geschichtlichen Daten der Frauenbewegung und den ersten weiblichen Abgeordneten in Württemberg sind in den informationsgespickten Bildern der Frauengeschichtswerkstatt zu finden. Am Beispiel der Kartoffel verdeutlichen die Mitglieder des Interkulturellen Gemeinschaftsgartens die Vielfalt als eine Facette der Demokratie. Sie haben unterschiedliche Kartoffelsorten angebaut und sich dann beim Verspeisen von leckeren Gerichten fotografiert. Damit weisen sie auch auf einen sozialen Aspekt von Demokratie hin: „Genügend zu essen ist eine wichtige Voraussetzung für Toleranz und Akzeptanz“. Bürgerschaftliches Engagement und Gemeinschaft als eine Facette der Demokratie schildert der Stadtjungendring Herrenberg in einer fotografischen Dokumentation, die zeigt, wie die Jugendlichen im Rahmen des Projekts „Mein-Dein-Unser-Herrenberg“ gemeinschaftlich einen „Chill-Container“ bauten.

Die demokratischen Werte sind dauerhaft im Klosterhof sichtbar
Respekt, Rechtsstaatlichkeit, Toleranz, Demokratie - diese demokratischen Werte wurden im Klosterhof dauerhaft an verschiedenen Stellen, an denen man zwangsläufig vorbeigeht–auf der Eingangstür, auf einem Fenster und im Treppenhaus - angebracht. So zeigen sie nach außen und innen, wofür der Klosterhof steht.

Die Ausstellung verdankt sich ganz wesentlich dem Engagement der künstlerischen Leiterin Stephanie Brachtl. Sie hat die Teilnehmenden angesprochen, motiviert, sie individuell begleitet, aus ihnen wissenswerte Informationen herausgekitzelt und dabei sprachliche Hürden überwunden. „Mir ist wichtig, den Menschen dort abzuholen, wo er ist“, sagt Brachtl. „Hier hat Integration und Kommunikation mit geflüchteten Menschen stattgefunden“, ergänzt sie. Die Ausstellung ist übrigens noch nicht abgeschlossen. Beiträge von interessierten Gruppen werden bis zum Sommer in die Ausstellung integriert. Da die Arbeiten so treffend die Werte des Klosterhofs veranschaulichen, werden sie direkt oder in Form von Replikationen im Haus verbleiben.

Die Ausstellung „Demokratie in ihren Facetten“ wurde vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in Rahmen des Bundesprogramms "Demokratie leben!" gefördert. Man kann sie aktuell auf der Webseite des Klosterhofes https://www.herrenberg.de/Klosterhof/Kunst-im-Klosterhof  sehen. Aufgrund der Corona-Pandemie sind zurzeit leider keine Führungen möglich.