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Neues Wohnquartier an Aischbachstraße


Kleinteilig, vielfältig, gemischt genutzt: Auf dem Areal Aischbachstraße möchte die Stadt ein neues Quartier entwickeln – und dabei ganz neue Wege bei der Vergabe der Grundstücke gehen.
 
Angesichts des großen Wohnraumbedarfs in Herrenberg fokussiert die Stadt die Wohnbauentwicklung im Innen- und Außenbereich. So soll in der Innenstadt auf dem Areal Aischbachstraße ein kleinteiliges, vielfältiges und gemischt genutztes Quartier entstehen, vorwiegend für Wohnbebauung.

Um den Wohnungsbau zu steuern wird die Stadt ein neues Konzept zur Vergabe der Grundstücke erproben. „Die Vergabe soll nicht nach dem höchsten Kaufpreis, sondern nach dem bestmöglichen Konzept erfolgen“, macht Baubürgermeister Tobias Meigel deutlich. Das heißt: Die Grundstücke werden nach nachhaltigen, sozialen, ökonomischen und ökologischen Kriterien sowie nach der architektonischen Qualität der Projekte vergeben. Meigel ist überzeugt: „Das neue Vergabekonzept nach Qualitätskriterien ist ein geeignetes Instrument, um unsere städtebaulichen Ziele zu erreichen.“

Für das recht kleine Quartier an der Aischbachstraße mit einer Fläche von gerade mal 1,5 Hektar sei das Verfaren zwar recht aufwendig – zeitlich, personell und finanziell. „Es soll jedoch als Blaupause für die Entwicklung im Herrenberger Süden dienen“, so Meigel.

Alte und neue Akteure

Zunächst also wird die Stadt das Vergabeverfahren am Areal nördlich der Aischbachstraße erproben. Auf der Fläche des alten Sportplatzes sowie einer Teilfläche des alten Freibads soll ein lebendiges, gemischt genutztes Wohnquartier mit unterschiedlichen Wohnangeboten (Eigentum und Miete) für möglichst viele Bevölkerungsschichten entstehen. Unterschiedliche Akteure – Baugemeinschaften und Wohnprojekte, private Einzelbauherren, Wohnbaugesellschaften, Bauträger und Investoren – sollen die Projekte eines Hofs (Baufeld) planen und realisieren. Unter den Innenhöfen sollen gemeinschaftliche Tiefgaragen entstehen, deren Dächer als Freiflächen genutzt werden.


Ausblick

Nach dem positiven Gemeinderatsbeschluss vom Dienstag, 19. Februar, beauftragt die Stadt nun drei Büros mit der Erarbeitung eines städtebaulichen Konzepts für das Areal Aischbachstraße. „Wichtig ist uns, dass die angrenzenden Bereiche mit Kita-Neubau, künftigem Stadtpark und VfL-Neubauprojekt in die städtebauliche Konzeption einbezogen werden“, sagt Bastian Maier vom Amt für Stadtentwicklung, der für das Projekt verantwortlich ist.

Im Anschluss an diese sogenannte Mehrfachbeauftragung soll Ende dieses Jahres auf der Grundlage des städtebaulichen Entwurfs ein Bebauungsplan aufgestellt werden.

Parallel zur Erarbeitung des städtebaulichen Entwurfs wird das endgültige Vergabekonzept ausgearbeitet und dann dem Gemeinderat nach der Sommerpause zur Beschlussfassung vorgelegt. Der aktuelle Zeitplan sieht im Juni 2020 die Auswahl der sogenanten Ankerprojekte vor, die die Konzeption der gemeinschaftlichen Infrastruktur koordinieren. Im September 2020 soll die Auswahl der weiteren Projekte erfolgen. „Wenn alles nach Plan läuft, könnte zum Jahreswechsel 2020/2021 Baubeginn sein“, so Maier.

Die orange Linie markiert den Bereich des geplanten Quartiers an der Aischbachstraße; weiß markiert ist der Geltungsbereich.

Die orange Linie markiert den Bereich des geplanten Quartiers an der Aischbachstraße; weiß markiert ist der Geltungsbereich.