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Unterstützung für VfL-Neubauprojekt


Der VfL Herrenberg plant einen Neubau des Stadiongebäudes am Herrenberger Stadion in der westlichen Innenstadt. Jetzt hat der Gemeinderat geschlossen zugestimmt, dass sich die Stadt an dem Neubauprojekt des Vereins mit den Kosten für die  Schaffung eines  Sanitärbereichs für den Stadionbetrieb beteiligt. Die neuen Sanitäranlagen sind im Untergeschoss des Neubaus vorgesehen.

Oberbürgermeister Thomas Sprißler begrüßt den positiven Ausgang der Grundsatzentscheidung zum VfL-Neubauprojekt: „Ich freue mich über das klare Signal aus dem Gemeinderat.“ Durch die bauliche Integration des Sanitärtrakts in den Neubau des Stadiongebäudes würden sich viele Synergien ergeben.

Der VfL, mit 5.000 Mitgliedern der größte Sportverein in Herrenberg, plant einen zweigeschossigen Neubau, der in L-Form von der Stadiontribüne bis zur Schießmauerstraße verläuft. In dem Neubau sollen eine Gymnastikhalle, Büro- und Besprechungsräume für die Geschäftsstelle, ein Vereinsraum sowie Sanitäranlagen für den Stadionbetrieb untergebracht werden. Der neue Sanitärtrakt wird vom übrigen Gebäude räumlich abgetrennt und autark nutzbar sein. Mit ihm wird Ersatz für die in die Jahre gekommenen Sanitäranlagen im Untergeschoss der  Stadiongaststätte geschaffen, die  abgerissen werden soll. In die frei werdenden Räume im VfL-Center soll eine Physiotherapie-Praxis ziehen.

Neubau für rund 5,7 Millionen Euro

Die Gesamtfinanzierung des Bauvorhabens erfolgt durch den VfL Herrenberg als Bauherr. Insgesamt kostet der Neubau voraussichtlich rund 5,7 Millionen Euro. Wie jetzt vom Gemeinderat beschlossen, beteiligt sich die Stadt an den Kosten in dem Maß, wie sie für den Bau des Sanitärtrakts benötigt werden. Dies sind rund 1,08 Millionen Euro, was 19 Prozent der Gesamtkosten für das Bauvorhaben entspricht. Diese 19 Prozent entsprechen dem Anteil der Flächen des Sanitärtrakts an den Gesamtflächen des Neubaus. Ein Solitärgebäude für die Stadion-Sanitäranlagen wäre für die Stadt teurer gewesen.
Des Weiteren übernimmt die Stadt die Kosten für den Abriss der Stadiongaststätte, die 1956 errichtet wurde; der VfL kommt für die Kosten für die Verlegung von Versorgungsleitungen für die Stadiontribüne auf. An den Kosten für die Außenanlagen und Stellplätzen übernimmt die Stadt ebenfalls einen Anteil von 19 Prozent. Stadt und VfL streben einen einheitlichen Betrieb des Neubaus durch den VfL an, das heißt: Künftig soll der VfL die Kosten für den Betrieb des Sanitärtrakts der Stadt in Rechnung stellen. Die Modalitäten werden vertraglich geregelt.

Sonderstellung des Stadions

Warum beteiligt sich die Stadt an den Kosten des VfL-Neubauprojekts? Gegenüber den Vereinssportstätten in den Stadtteilen hat das Stadion in der Kernstadt einen Sonderstatus. „Das Stadion wird von vielen Vereinen und für den Schulsport regelmäßig genutzt“, erläutert OB Sprißler. „Insbesondere die Leichtathletik-Anlagen, die für den Schulsport zwingend benötigt werden und Voraussetzung beim Oberstufensport sind, gibt es in Herrenberg nur zentral im Stadion.“ Darüber hinaus finden im Stadion immer wieder größere, kommerzielle Veranstaltungen statt.
Durch den geplanten Abriss der Stadiongaststätte entfällt der komplette Sanitärtrakt, der bisher für den Damen- und Mädchensport genutzt wird. Es verbleiben nur die Duschen im Untergeschoss der Stadiontribüne, bei denen eine geschlechtergetrennte Nutzung räumlich nur eingeschränkt möglich ist. „Die Stadt als Eigentümerin und Betreiberin des Stadions ist somit in der Pflicht, für einen Ersatz der entfallenden Sanitäranlage zu sorgen“, legt OB Sprißler dar. „Der jetzige Vorschlag ist eine durchdachte, zukunftsfähige Lösung mit vielen Synergieeffekten und stellt für die weitere Planung eine sehr gute Basis dar.“

Keine Containerlösung

Die Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen hatte beantragt, dass die Stadt für die Fußballerinnen des VfL bis zum Umbau der Stadiongaststätte als Übergangslösung Container mit Sanitäranlagen aufstellt. Mit dem geplanten Neubau des Stadiongebäudes ist diese Zwischenlösung nicht mehr erforderlich.

Ausblick

Nach der positiven Grundsatzentscheidung im Gemeinderat wird die Verwaltung die offenen Punkte klären. Dazu gehört die Frage, wo die Geräte zur Stadionpflege und den Winterdienst künftig untergebracht werden, ob ein Verbindungsbau vom neuen Stadiongebäude zum Untergeschoss der benachbarten Stadiontribüne geschaffen und ob der Kassenbereich neu gestaltet werden soll. Sobald die Verwaltung diese und weitere Fragen geprüft hat, wird sie dem Gemeinderat Vorschläge zur weiteren Entscheidung vorlegen. Dies soll noch vor Baubeginn des neuen Stadiongebäudes im kommenden Frühjahr erfolgen.

Der VfL Herrenberg plant einen Neubau am Stadion in der Herrenberger Innenstadt.
Der VfL Herrenberg plant einen Neubau am Stadion in der Innenstadt.