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"Lebensunwert?"


Über die „Euthanasie“-Morde an Herrenbergerinnen und Herrenbergern im Nationalsozialismus spricht Dr. Marcel vom Lehn am Montag, 19. November. Dazu laden das Stadtarchiv und der Kulturkreis Herrenberg alle Interessierten ein.
 
Mindestens 14 Männer, Frauen und Kinder aus Herrenberg wurden in den Jahren 1940/41 in nationalsozialistischen Vernichtungslagern ermordet, weil sie krank oder körperlich beeinträchtigt waren. Diese Morde geschahen im Verborgenen, aber sie hatten eine öffentliche Vorgeschichte: Bereits kurz nach der NS-Machtübernahme hatten Gerichte Dutzende Herrenbergerinnen und Herrenberger in aller Öffentlichkeit für „erbkrank“ erklärt und gegen ihren Willen sterilisieren lassen.
 
Der Vortrag möchte der Frage nachgehen, wie es zu diesen Verbrechen kommen konnte, warum manche Menschen sie unterstützten oder gleichgültig wegsahen, während andere versuchten, den Verfolgten zu helfen. Darüber hinaus will der Vortrag ein Jahr nach der Aufarbeitung der NS-Geschichte Herrenbergs Gelegenheit zu einer allgemeinen Bilanz und Diskussion geben.
 
Der ursprüngliche Veranstaltungsort hat sich geändert. Der Vortrag findet nun im Foyer der Stadthalle (barrierefreier Zugang!) statt und beginnt um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei. Im Anschluss an den Vortrag gibt es eine Diskussionsrunde mit den Teilnehmenden.