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Sensoren melden Temperatur und Feuchtigkeit auf Straßen


 
Bei der diesjährigen Herbstschau hat die Stadt Herrenberg ihr LoRaWan-Netzwerk vorgestellt. Das Funknetzwerk bietet die ideale Infrastruktur für zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten und damit die beste Grundlage für eine digitale Mitmachstadt. Pünktlich zur kalten Jahreszeit wurde nun auch der Winterdienst auf digitale Beine gestellt.
 
Seit der Herbstschau Mitte Oktober hat sich viel getan. Das Amt für Technik, Umwelt, Grün (TUG) hat nach dem Testlauf zur Meldung der Füllstandsmenge der Mülleimer eine zweite Nutzung implementiert: Rechtzeitig zu Beginn der kalten Jahreszeit wurde der Winterdienst auf digitale Beine gestellt. Straßensensoren messen und melden nun Temperatur, Feuchtigkeit und den Rest-Streusalzgehalt an der Fahrbahn-Oberfläche. Zusammen mit den Daten von, ebenfalls neu aufgestellten, Wetterstationen liefern sie die notwendigen Informationen für den Winterdienst. In diesem Jahr wird ein Parallelbetrieb gefahren: Die Sensoren liefern Daten, zugleich meldet wie bislang der „Melder“, also der zuständige Mitarbeiter des Winterdienst-Teams, seine Beobachtungen. Alle Daten werden in Wechselwirkung zueinander ausgewertet und somit entsteht ein digitales System, das künftig zuverlässig die Mitarbeiter zum Winterdienst weckt.
 
Großes Interesse
Weit über Herrenberg hinaus hat das LoRaWan (Long Range Wide Area Network) für Furore gesorgt. Radio- und Zeitungsjournalisten aus dem Bereich Wissenschaft sind darauf aufmerksam geworden, Unternehmen und Kommunen aus dem gesamten Bundesgebiet klopfen an und auch bei den Herrenberger Bürgern trifft das Funknetzwerk auf breite Zustimmung. Auf der digitalen Ideenwand im Mitmachportal der städtischen Homepage wurden zahlreiche Ideen und Anwendungsmöglichkeiten eingestellt.
 
Starter-Set für beste Ideen
Die besten drei Ideen wurden nun bei einer Preisverleihung gekürt: Stefano Cataldo hat die Installation von Lichtsensoren vorgeschlagen. „An wichtigen und beleuchteten Stellen, beispielsweise an Zebrasteifen und Parkplätzen, werden Lichtsensoren installiert“, beschreibt er seine Idee. „Die Sensoren melden einen Defekt, sobald das Licht unterhalb eines vorher definierten Pegels fällt. So kann die Stadt schnell die, zum Teil, sicherheitsrelevante Beleuchtung reparieren.“ Bernd Dammrose regte den Einsatz von Sensoren im Bereich „Bewässerung“ an. Anhand der gemessenen Daten zur Bodenbeschaffenheit können die Grünanlagen und Pflanzbeete in der Kernstadt und den Teilorten gezielt gepflegt und bewässert werden, lautete sein Vorschlag. Die dritte, prämierte Idee kommt von Heike Voelker. Sie regt eine „digitale Diebstahlsicherung von Fahrrädern“ an. „Mittels eines GPS-Tracker-Tools am Rad kann dessen Standort ermittelt werden, zugleich bekommt der Besitzer eine Nachricht auf sein Handy, sobald sein Rad von Unbefugten bewegt wird.“
Alle drei Gewinner bekamen ein Starterkit überreicht, mit dem sie ihr eigenes „Internet der Dinge“ bauen können, und eine Einladung zu einer gemeinsamen Sensoren-„Bastelaktion“ ausgesprochen.
„Wir vom TUG – vom Amt für Technik, Umwelt, Grün – sind schon lange ‚digital infiziert‘ und wissen, dass die Digitalisierung unsere tägliche Arbeit in vielerlei Hinsicht erleichtern kann“, sagt Amtsleiter Stefan Kraus. „Umso mehr freuen wir uns, dass dieser ‚Virus‘ nun auf die gesamte Stadt übergreift und dass die Mitmachstadt in Sachen Digitalisierung eine wichtige Vorreiterrolle übernimmt.“