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Neue Pläne fürs Krankenhaus-Areal


Auf rund sechs Hektar Fläche entlang der Marienstraße reihen sich zahlreiche Gebäude aneinander, die in ihrer heutigen Form nicht zukunftsfähig sind: Vom Schwesternwohnheim über das alte Krankenhaus bis zum heutigen Krankenhaus gibt es Veränderungsbedarf. Die Ziele der Entwicklung stimmen Landkreis und Stadt in gemeinsamen Verhandlungen ab.
 
Landrat Roland Bernhard und Oberbürgermeister Thomas Sprißler betonten bei einem Pressetermin am 11. März die Notwendigkeit, das Areal rund um das Herrenberger Krankenhaus städtebaulich zu entwickeln.
 

Das Ganze im Blick


„Diese Fläche bietet erhebliches städtebauliches Potenzial. Schon allein die Größe und die Innenstadtlage machen eine strategische Planung notwendig, die das Ganze in den Blick nimmt“, betont Oberbürgermeister Thomas Sprißler. Die Stärkung Herrenbergs als Krankenhausstandort, die Weiterentwicklung zum Gesundheitscampus und die Schaffung von Wohnraum sind die wesentlichen Ziele der Stadt.
 

Zusammenarbeit stärken


Die Grundstücke im Herrenberger Krankenhaus-Areal an der Marienstraße befinden sich zum überwiegenden Teil im Besitz des Landkreises Böblingen. „Dem Landkreis geht es nicht nur darum medizinische Angebote am Krankenhaus Herrenberg anzusiedeln. Durch die Neustrukturierung des Krankenhausareals verbessern wir gleichzeitig die ambulante Behandlung am Krankenhaus Herrenberg und stärken die funktionale Zusammenarbeit zwischen Krankenhaus, dem DRK und Fortis. Gleichzeitig finden wir Lösungen für den Wohnraumbedarf des Klinikverbunds und für die sozialen Herausforderungen des Landkreises“, verdeutlicht Landrat Roland Bernhard die Ziele des Landkreises. In die Planungen sind daher auch der DRK-Kreisverband Böblingen e.V. und der Klinikverbund Südwest GmbH als Krankenhausbetreiber integriert. Gedacht ist an eine Entwicklung in unterschiedlichen Zonen mit unterschiedlichen Nutzungsschwerpunkten. Am Krankenhaus direkt ist eine Verlegung des Hubschrauberlandeplatzes auf das Dach des Krankenhaus geplant, um Platz für die DRK-Rettungswache mit einem Parkhaus zu schaffen. In direkter Nachbarschaft des Krankenhauses sollen sogenannte Dienstleistungen mit Bezug zum Krankenhauss wie ein Ärztehaus oder das betreute Wohnen Fortis e.V. seinen Platz finden.
 

Denkmale erhalten und ergänzen


Im Bereich des alten Krankenhauses (Marienstraße 21) schwebt der Stadt eine neue Nutzung des denkmalgeschützten Paul-Binder-Hauses etwa durch einen Kindergarten oder Vereinsnutzung vor sowie der Abbruch der übrigen Gebäudeteile, was Platz etwa für sozialen Wohnbau macht. Auch der äußere Abschnitt an der Marienstraße 19 soll der Wohnnutzung dienen, um so zusätzlichen Wohnraum für das Klinikpersonal zu schaffen.

Krankenhausstandort zukunftssicher machen


„Die Weiterentwicklung des Krankenhauses zum Gesundheitscampus ist ein klares Signal und eine beachtliche Investition in die Zukunft des Standortes, die wir begrüßen“ betont OB Sprißler. Das städtebauliche Konzept nimmt verschiedene Aspekte des menschlichen Lebens in den Blick und fügt diese zu einem sinnvollen Ganzen zusammen, wie der Herrenberger Baubürgermeister Tobias Meigel betont. Vor allem ist darin auch der dringend benötigte Ausbau von Wohnflächen berücksichtigt, nicht zuletzt von geförderten Wohnungen und attraktiven Wohnungen für das Fachpersonal der Gesundheitsbranche. „Die Stadtplanung und die gemeinsamen strategischen Ziele sind der Fixstern, an dem sich die Realisierung ausrichtet. So kann die Umsetzung der kleinteiligen Quartiersstrukturen pragmatisch in Abschnitten und von unterschiedlichen Bauherren erfolgen“ betont Meigel.
 

Baurecht schaffen


Da die Entwicklungspläne des Landkreises als Grundstückseigner grundlegende Änderungen des Baurechts durch die Stadt Herrenberg nötig machen, wollen beide nun über einen gemeinsamen Weg verhandeln. „Der Landkreis will als Eigentümer im Einvernehmen mit der Stadt die weitere Entwicklung voran bringen. Dazu wollen wir auch zeitnah die Gremien des Kreises befassen“, erklärt der Landrat die nächsten Schritte des Kreises.
 

Gremien beraten


Eine städtebauliche Machbarkeitsstudie des Tübinger Büros Hähnig und Gemmecke bildet die Grundlage dafür, sofern die kommunalen Gremien die Behördenchefs zur Aufnhame von Vertragsverhandlungen auf Grundlage der Studie ermächtigen. Der Herrenberger  Gemeinderat berät die Thematik am 19. März im Technischen Ausschuss und entscheidet voraussichtlich in seiner Sitzung am 26. März. Auch der Verwaltungs- und Finanzausschuss des Landkreises Böblingen hat das Thema auf der Agenda. Im Idelafall schließt sich an die Entscheidung die Erarbeitung eines Entwurfs für den „Bebauungsplan Gesundheitscampus Marienstraße“ an.