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Ein Traum für Bienen


Streuobsterlebnisweg OberjesingenAuch mehr als fünf Jahre nach der Eröffnung der Streuobsterlebniswege tut sich noch einiges bei dem Bürgertopf-Projekt. Stetig sind die Engagierten um den Erhalt oder auch die Erweiterung der sechs Wege bemüht, so zum Beispiel jüngst in Oberjesingen. Dort wurden ein neues Bienenhotel und eine Blütenwiese geschaffen. Außerdem ist eine weitere Station in Planung.
 
Der Oberjesinger Weg ist ganz den Bienen geweiht, die für die Bestäubung der Obstblüten eine so wichtige Rolle spielen. „Fleißige Bienen in der Streuobstwiese“ lautet das Motto des Weges, der von der Mainstraße Richtung Wald führt. „Der Name ist darauf zurückzuführen, dass wir hier vor Ort mehrere Imker sind“, erklären Manfred Neumann und Traugott Wolf, die Vertreter des Obst- und Gartenbauvereins Oberjesingen in der Streuobsterlebnisgruppe.
Für die vielen geflügelten Helferlein beim Bestäuben sind auch die Neuerungen wie das Bienenhotel gedacht. Hier können Mauerbienen in winzigen Löchern Eier auf ihren Pollen ablegen. Sie dichten die Röhren mit Erde ab, und im Frühjahr verlässt dann die fertige Biene die Brutzelle. „Es geht uns in erster Linie darum, darauf aufmerksam zu machen, dass es Wildbienen gibt und sie für die Bestäubung wichtig sind“, erklärt Traugott Wolf das Ziel.

Nisthilfen mit blumigem Bienenbuffet
Direkt neben dem Bienenhotel findet sich die zweite Neuerung – ein wahres Blütenparadies von einer Wiese. Ringel-, Korn-, Sonnen- und Mohnblumen strahlen hier um die Wette, und ein Schild weist darauf hin, dass das Bienen-Eldorado mit Hilfe der Mitglieder des OGV entstanden ist: Immerhin ist das Jäten eine ziemliche Arbeit, und die Engagierten hätten nichts dagegen, wenn ab und an Spaziergänger etwas Unkraut ausrupfen. Am Waldrand, nicht weit von der Friedenslinde, erwartet Besucher künftig noch eine weitere Station – und zwar im Rahmen des alten Ortseingangsschilds Richtung Deckenpfronn. „Wir würden dort gerne Waldbaumscheiben aufreihen“, meinen Neumann und Wolf. Gerne auch mit einem Rätsel verbunden. So könnten Besucherinnen und Besucher die Arten und anhand der Jahresringe das Baumalter bestimmen.
 
Der Obst- und Gartenbauverein hat sich in den Aufbau des Pfads von Anfang an stark eingebracht: Zum Beispiel mit der stattlichen Reihe von „Einschulbäumen“ am Beginn des Wegs. Seit 1993 wird Jahr für Jahr mit Erstklässlern ein Obstbaumsetzling gepflanzt, 2012 gab es für dieses Projekt sogar den Landesnaturschutzpreis. Von einer Künstlerin gestaltete Täfelchen zeigen an, um welche Baumsorte es sich handelt, und im Herbst ernten die kleinen Gärtner die Früchte und verarbeiten sie in der Mosterei Mönchberg zu schmackhaften Säften. Mit den etwas älteren Kindern werden Schnittkurse veranstaltet und „Büschele“ fürs Backhaus geschaffen.
 
Neben dem alten und neuen Bienenhotel sind auf dem Pfad Bienenbäume zu bestaunen. Es handelt sich um spiralförmigee Skulpturen aus Robinie, die ein Mönchberger Künstler ursprünglich für ein anderes Projekt geschaffen hatte. Nun bieten sie den Bienen eine Behausung. Auf den Tafeln des Erlebnisweges kann man sich über die Wildbienenarten – allein von den Mauerbienen gibt es rund 400, die Geschichte der Herrenberger Obst- und Gartenbauvereine und besondere Bienenarten informieren. Nahe einer Schafsweide erfährt man auch Wissenswertes über die Rolle der Schafe für die Landschaftspflege. Nach einem schönen Wegstück durch die Felder gelangt der Spaziergänger wieder in die Mainstraße.