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Natürlicher Schwung und eine locker bepflanzte Uferböschung


Renaturierung Gutleuthaustalgraben

Der Gutleuthaustalgraben wurde in einem ersten Abschnitt auf Höhe des Naturfreibads Längenholz bereits in sein natürliches Bachbett zurückverlegt. Der Graben ist dort jetzt wieder natürlich geschwungen und verläuft an der tiefsten Stelle des Tals. Nun soll die Renaturierung fortgesetzt werden – Mitte September beginnen die Arbeiten am nächsten Grabenabschnitt im Längenholz.
 

Nachdem keiner der beiden Förderanträge zur Aufnahme der Maßnahme in das entsprechende Landesprogramm erfolgreich war, hat sich die Stadt Herrenberg in Abstimmung mit dem Wasserwirtschaftsamt dazu entschieden, das Vorhaben in einem geringeren Umfang ausführen zu lassen. Auf die öffentliche Ausschreibung hin hatte eine Firma aus dem unterfränkischen Burkardroth-Premich den Zuschlag bekommen, eine Fachfirma mit einer jahrelangen Erfahrung im Wasserbau. Die Gesamtkosten des zweiten Renaturierungsabschnittes belaufen sich auf rund 460.000 Euro.
 
„Großes Ziel der Maßnahme ist die Wiederherstellung der Durchlässigkeit des Gutleuthaustalgrabens auf seiner gesamten Länge“, fasst Simone Ehinger zusammen. Bei der Landschaftsplanerin des Amts für Technik, Umwelt, Grün (TUG) laufen die Fäden für die Renaturierung des Gutleuthaustalgrabens zusammen. Läuft alles nach Plan, wird das Wasser noch vor dem Jahreswechsel ungestört fließen und dabei weder Rohrdurchlässe noch Grabenquerungen passieren müssen.
 
Statt wie bisher schnurgerade, wird der Graben künftig mäandrierend durch das Gelände des mitmachParks „Mensch und Natur“, durch die Freizeitanlage Längenholz verlaufen. Dabei wird sich die Renaturierung nicht nur optisch und ökologisch bemerkbar machen: Der Graben wird statt wie bisher rund 200 Meter, künftig dann fast 250 Meter lang sein. Zudem wird die Sohle des Grabens auf eine Breite zwischen drei und sechs Meter aufgeweitet.
 
Tos- und Absetzbecken wird angelegt
Des Weiteren wird der bisher direkt in den Gutleuthaustalgraben mündende Entlastungskanal aus dem Regenüberlaufbecken „Längenholz“ um etwa 35 Meter zurück gebaut und ein Tos- und Absetzbecken angelegt. „Dieses garantiert einerseits, dass selbst nach stärkeren Regenfällen die Strömung im Graben nicht zu groß wird“, sagt Simone Ehinger. „Andererseits sorgt das Becken dafür, dass sich die mitgeführten Sedimente absetzen können." Positiver Nebeneffekt: Der Oberboden, der im Zuge der Renaturierung abgetragen wird, verbleibt im Stadtgebiet. Er dient auf Kayher Gemarkung zur Ackerauffüllung und trägt somit dort zur Bodenverbesserung bei. Der Transport des Bodens erfolgt Ende September durch die beauftragte Firma direkt von der Baustelle über Kayh in das Gewann Kreuzwiesen.

Lockere Bepflanzung für Böschung
Die Böschung des Gutleuthaustalgrabens wird mit zahlreichen Bäumen, Büschen und Sträuchern locker bepflanzt. Allesamt handelt es sich dabei um heimische Gehölzarten. Neben Feld-, Berg- und Spitzahorn, Rot-Erle, Vogel- und Traubenkirsche, Berg-Ulme, Winterlinde und Hainbuche zählen dazu auch Weißdorn, Liguster, Schlehe, Schwarzer Holunder, Gemeiner Faulbaum und Roter Hartriegel.
 
Hinweise zum Verkehr
Im Bereich Längenholz kann es durch die parallel zum Bau der Freizeitanlage laufende Baustelle zur Renaturierung des Gutleuthaustalgrabens zu weiteren Einschränkungen durch Baustellenverkehr kommen. Der Rad- und Fußweg wird jedoch durchgängig benutzbar bleiben. Damit auf beiden Baustellen ungehindert gearbeitet werden kann, ist es wichtig, dass nur auf den offiziellen Stellflächen geparkt wird.