Nachricht

Rauchmelder retten Leben


Wartung von Rauchmeldern zuständig? Und: Was ist zu tun, wenn’s brennt? Den bundesweiten Rauchmeldertag am Freitag, 13. September, nimmt die Feuerwehr Herrenberg zum Anlass, die Bevölkerung über Fragen wie diese zu informieren.
 

Rauchmelder sind in allen Bundesländern Pflicht. Geregelt wird die Rauchmelderpflicht für Privathaushalte in der Landesbauordnung des jeweiligen Bundeslandes. Für Baden-Württemberg gilt: Neu- und Umbauten sind seit dem 10. Juli 2013 mit Rauchmeldern auszustatten; alle Bestandsbauten mussten bis 31. Dezember 2014 mit Rauchmeldern ausgestattet werden. Installieren müssen die Rauchmelder die Eigentümer bei selbstgenutztem und vermietetem Wohnraum.
 
Installation der Rauchmelder
Wo müssen Rauchmelder angebracht werden? Laut Landesbauordnung: „In allen Aufenthaltsräumen, in denen bestimmungsgemäß Personen schlafen“. Das heißt: In jedem Schlafzimmer, Kinderzimmer, Gästezimmer in Wohnungen, aber auch in anderen Gebäuden, wie zum Beispiel Hotels oder Klinken. Außerdem ist in allen Fluren in einer Wohnung bzw. einem Einfamilienhaus, die als Fluchtwege dienen, jeweils mindestens ein Rauchmelder zu installieren. Für die Installation empfiehlt Jürgen Vogt, Kommandant der Feuerwehr Herrenberg: „Bringen Sie Rauchmelder möglichst mittig im Zimmer an der Zimmerdecke an.“
 
Ein Rauchmelder reicht für einen 60 Quadratmeter großen Raum. „Bei größeren Räumen und baulichen Besonderheiten gibt es ein paar Dinge zu beachten“, betont Vogt. In Räumen in L-Form, die größer als 60 Quadratmeter sind, sollten zwei Rauchmelder installiert werden – und zwar einen auf jeder Seite. Große Räume, die durch Stellwände, Teilwände oder große Möbel unterbrochen sind, benötigen pro Teilbereich einen Rauchmelder. Offene Verbindungen, die sich über mehrere Etagen erstrecken, benötigen mindestens auf der oberen Ebene einen Rauchmelder.
 
Rauchmelder mit Q
Die Feuerwehr Herrenberg empfiehlt, Rauchmelder mit dem Q-Qualitätszeichen zu montieren. „Rauchmelder mit dem Q sind weniger anfällig für Fehlalarme und verfügen auch über eine eingebaute 10-Jahresbatterie, die nicht entnommen werden kann“, erläutert Vogt die Vorteile. „So spart man mit den langlebigen Geräten auch Kosten, Zeit und Aufwand für den Batteriewechsel.“ Das Qualitätszeichen wird von der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (vfdb), einem unabhängigen, gemeinnützige Verein, vergeben.
 
Wartung von Rauchmeldern
Genauso wichtig wie die Installation, ist die Wartung von Rauchmeldern, denn: Nur ein funktionierender Rauchmelder kann Leben retten. „Es ist wichtig, Rauchmelder regelmäßig zu testen und nach zehn Jahren auszutauschen“, sagt Vogt.
Verantwortlich für die Wartung von Rauchmeldern in Mietwohnungen ist der Mieter bzw. Bewohner der Wohnung, es sei denn der Eigentümer übernimmt die Wartung selbst. „Der Vermieter ist dennoch immer in der Pflicht, die von ihm oder über Dritte installierten Melder betriebsbereit zu halten, das heißt die regelmäßige Wartung zu übernehmen“, erläutert Vogt. Im selbst genutzten Wohnraum ist der Eigentümer für die Wartung zuständig.
 
Verhalten im Brandfall
Jeden Monat sterben in Deutschland immer noch rund 30 Menschen durch Brände, die meisten von ihnen an einer Rauchvergiftung. „Tödlich ist bei einem Brand in der Regel nicht das Feuer, sondern der Brandrauch“, erklärt Vogt. Vor allem nachts werden Brände in Privathaushalten zur tödlichen Gefahr, denn im Tiefschlaf riecht der Mensch nichts. „Deshalb ist ein Rauchmelder der beste Lebensretter in Ihrer Wohnung“, sagt der Feuerwehrkommandant.
 
In der Regel hat man nach Auslösen des Rauchmelders nur 120 Sekunden Zeit, sich in Sicherheit zu bringen. Was ist also zu tun, wenn es in der Wohnung brennt? „Bei einem Wohnungsbrand, sollten Sie die Wohnung umgehend verlassen und die Wohnungstür hinter sich schließen“, empfiehlt Vogt. „Verlassen Sie das Wohnhaus, benutzen Sie den Fahrstuhl aber nicht, und rufen Sie unter 112 die Feuerwehr an.“ Brennt es im Treppenhaus, sollte man die Wohnung in keinem Fall verlassen. „Schließen Sie sofort die Wohnungstür von innen, dichten Sie die Tür mit einem feuchten Tuch ab und rufen Sie unter 112 die Feuerwehr an“, legt Vogt dar. „Am besten, Sie machen sich am Fenster oder Balkon zur Straße bemerkbar und warten, bis die Feuerwehr eintrifft.“
 
Fragen?
Wer Fragen zu Rauchmeldern hat, kann sich an die Feuerwehr Herrenberg (Telefon 07032 924 130, E-Mail feuerwehr@herrenberg.de) oder den Elektrofachhandel wenden. Informationen zu Rauchmeldern gibt es auch unter: www.rauchmelder-lebensretter.de