Nachricht

Seniorengruppen stellen sich vor


Ganz im Zeichen des dritten Lebensalters stand am vergangenen Donnerstag das Offene Bürgerhaus: In den Reihen „Treffpunkt Klosterhof“ und „Kunst im Klosterhof“, die Engagierten die Gelegenheit zum Austausch geben, stellten sich die Seniorengruppen vor. Davon gibt es wahrhaftig viele, darunter auch die Freitagsmalgruppe, die ihre Vernissage eröffnete.
 
Bereits Anfang der 90er Jahre gegründet, gehört der Seniorentreff mit seinen zahlreichen Veranstaltungen mit zu den ältesten Angeboten des Hauses. Am Donnerstagabend hat sich die Gruppe beim gut besuchten „Treff im Klosterhof“ vorgestellt. Die Leitung des Seniorentreffs hat Margit Elsäßer inne, die aber an diesem Abend nicht anwesend sein konnte. Dafür schilderten ihre Kolleginnen anschaulich die vielfältigen Aktivitäten – zum Beispiel die Sitzgymnastik. Jeden zweiten Montag bietet Heidi Vauth von 14:30 bis 15 Uhr Gelegenheit zur gelenk- und kräfteschonenden körperlichen Betätigung mit Musik. Die Übungen schulen die Koordination, die Gelenke und die Dehnbarkeit, so Vauth. Sie hat lange Jahre an der VHS Aerobic und andere Sportarten unterrichtet, und hat sich jetzt auf die Seniorengymnastik spezialisiert. Die Hürden sind denkbar niedrig: So reicht normale Kleidung. „Man muss nicht sportlich sein“, erläutert Heidi Vauth.
 
Die Gruppe hat ebenso Kapazitäten für neue Teilnehmer, wie auch das Seniorencafé. Dieses wird von sechs ehrenamtlichen Helferinnen geleitet und bietet montags und donnerstags zwischen 14 und 17 Uhr bei Kaffee und Kuchen Möglichkeiten zum Plausch, Kartenspielen und alle zwei Wochen an den Montagen auch zum Stricken. Donnerstags steht alle zwei Wochen Gedächtnistraining mit Annette Stahl auf dem Programm. Einmal im Monat fliegt die Seniorengesellschaft auch aus. Dann geht es auf Exkursion mit öffentlichen Verkehrsmitteln. So sei zum Beispiel eine Glasbläserei im Schwarzwald besucht worden, berichten die Ehrenamtlichen. Hobbys kann man beim Seniorentreff ebenfalls nachgehen: So etwa mit den Schachfreunden an den Montagen von 14 bis 17.30 Uhr; Gernot Kuester leitet die Treffen. Oder in der Briefmarkengruppe, die sich jeden zweiten Dienstag von 14 bis 16 Uhr trifft. Hier nehmen Leute ab 60 und nicht wenige auch mit über 70 oder 80 Jahren noch teil. „Briefmarkensammeln ist ein aussterbendes Hobby“, gibt der Leiter Rolf Renz zu. Doch wenn im Erbe plötzlich Alben auftauchen, sei die Expertise der Gruppe sehr gefragt. Sie könne den Wert einschätzen und die Marken auch als Spenden an den CVJM, das SOS-Kinderdorf oder nach Bethel weiterleiten. Renz verspricht außerdem günstigen Kaffee und Brezeln.
 
Leuchtstarke Blüten und Abstraktionen
 
Zahlreiche Seniorinnen und Senioren widmen sich auch der Malerei – etwa in der Montagsgruppe bei Gabriele Pfaus-Schiller, die sich Anfang dieses Jahres mit einer Ausstellung präsentierte. Vor zirka fünf Jahren war das Interesse am Malen so groß, dass sich eine zweite Gruppe gründete, die sich unter Leitung von Heike Renz freitags von 15:30 bis 17 Uhr trifft.
An diesem Abend eröffnet ihre Gruppe die Ausstellung „#7 - Farbenspiele“. Die kreativen Senioren lassen sich von monatlich wechselnden Themen und Beispielbildern von Heike Renz inspirieren, die an der Kunstakademie Stuttgart Freie Malerei und in Reutlingen Textildesign studiert hat. „Am liebsten malen sie mit Acryl“, hat Renz festgestellt. Besonders florale Motive sind in der Ausstellung vertreten. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben zum Beispiel leuchtstark und großformatig üppige Rosenblüten und einen Klatschmohn in Nahansicht eingefangen. Lina Erlenmaier hat die Blumen in Stillleben mit Vasen oder Früchten arrangiert. Gänzlich abstrakt arbeitet Ingrid Fenchel mit breiten, dynamischen Pinselzügen. So auch Hans-Dieter Becker, der geometrische Formen in seine Kompositionen mischt. Gabriele Niemeyer versieht ihre Arbeiten mit kammartigen Strukturen, und Karina Dziatzko hat es das Schriftbild angetan. Die Teilnehmenden schätzen es sehr, in der Gruppe von den „Mitmalern zu profitieren“ und „abstrakt und gegenständlich zu malen“. Die Impulse ihrer Lehrerin finden sie immer wieder aufs Neue „spannend und aufregend“. Und manchmal besuchen sie auch Ateliers und Ausstellungen oder treffen sich zum Stammtisch.
 
Kontakt zu den Angeboten des Seniorentreffs gibt es bei Margit Elsäßer, Telefon 07032 22 08 0, E-Mail: m.elsaesser@herrenberg.de