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Eigene Stabsstelle für Herrenberg-Süd


Die Zukunft Herrenbergs liegt im Süden: Zwischen Horber und Tübinger Straße, angrenzend an das Alzental, soll in den nächsten Jahren ein neues, modernes Stadtquartier entstehen. Für die Erschließung und Entwicklung des rund 45 Hektar großen Gebiets sind von der Planung über die Vermarktung bis hin zur Bebauung noch zahlreiche komplexe Aufgaben zu bewältigen. Die Stadtverwaltung schlägt deshalb vor, eine eigene Stabsstelle für dieses einzigartige städtebauliche Projekt einzurichten.


Mit der Entwicklung von Herrenberg-Süd will die Stadt der Wohnraumnot vor Ort und in der Region entgegenwirken: Rund 1400 Menschen sollen in dem künftigen Stadtviertel ein neues Zuhause finden. Neben Flächen für den Wohnungsbau in den Baugebieten „Zwerchweg“ und „Kreuzen“ sind Erweiterungsflächen für die öffentliche Infrastruktur im Bereich „Längenholz“ sowie Flächen für Gewerbe, Handel und Dienstleistungen im Bereich „Hinter dem Armenhaus“ vorgesehen. Insgesamt handelt es sich bei der Entwicklung des 45 Hektar großen Gebiets um eine komplexe städtebauliche Aufgabe, die mehrere Jahre dauern wird. Das Finanzierungsvolumen beträgt etwa 98 Millionen Euro. Insgesamt sind rund 200 Grundstückseigentümer und Eigentümergemeinschaften betroffen.
 

Verfahrensschritte bündeln


„Städte wie Konstanz und Freiburg haben für vergleichbar große Entwicklungsflächen spezielle Abteilungen eingerichtet, die sich ausschließlich um dieses eine Projekt kümmern“, erläutert Baudezernent Tobias Meigel. Auch Herrenberg strebe eine eigene Abteilung an, um das Gebiet im Herrenberger Süden zügig und nachhaltig verwirklichen und die zahlreichen Verfahrenschritte bündeln zu können. Innerhalb des Amts für Stadtentwicklung sind für dieses große Projekt allerdings keine Kapazitäten vorhanden, da aktuell zahlreiche andere Projekte aus dem „Fahrplan Innenstadt“ und andere Wohnbaugebiete in den Stadtteilen umgesetzt werden.
 

Entscheidung im Gemeinderat


Die Verwaltung schlägt die Einrichtung einer eigenen Stabsstelle mit 3,5 zeitlich befristeten Personalstellen vor, die Baubürgermeister Meigel direkt zugeordnet werden soll. Damit können die  Aufgaben aus den Bereichen Projektleitung, Entwicklungs- und Projektmanagement, Projektassistenz, Beteiligung und Öffentlichkeitsarbeit abgedeckt werden. Die Stellen sollen möglichst kurzfristig ausgeschrieben, besetzt und 2019 zunächst über das Personalbudget finanziert werden. Ab 2020 werden sie dann im regulären Stellenplan ausgewiesen. Der Stabsstelle soll zudem eine Projektgruppe von Mitarbeitenden aus verschiedenen Fachämtern zugeordnet werden, die die Umsetzung der Einzelmaßnahmen betreuen, ergänzt durch externe Dienstleister.
Die Kosten für die Stabsstelle belaufen sich auf insgesamt 365.000 Euro im Jahr; zirka 265.000 Euro für Personalkosten, etwa 100.000 Euro für Sach- und Gemeinkosten. Im Verlauf der Entwicklung von Herrenberg-Süd können weitere Stellen notwendig werden. Mit der Stabsstelle soll eine enge Bindung und Steuerung sowie ein intensiver Austausch zwischen Gemeinderat, Verwaltungsspitze und Projektorganisation gewährleistet sein. Am 12. November steht die Entscheidung über die Einrichtung einer Stabsstelle für Herrenberg-Süd auf der Tagesordnung des Gemeinderats.
 

Zwischenstand Herrenberg-Süd


Im Januar 2019 hatte der Gemeinderat die Verwaltung beauftragt, vorbereitende Untersuchungen (VU) für eine städtebauliche Entwicklungsmaßnahme (SEM) einzuleiten. Bei der SEM handelt es sich um ein gesetzlich geregeltes Ankaufsverfahren, bei dem die Grundstücke von der Stadt aufgekauft werden, diese im Eigentum der Stadt entwickelt und erschlossen werden und anschließend als fertig erschlossenes Bauland an Bauwillige zur Bebauung in zeitlich definiertem Rahmen vergeben werden. Die VU dient dazu, die Voraussetzungen für die Durchführung einer SEM zu klären. Dies bedeutet zum Beispiel zu untersuchen, ob die gesetzlichen Voraussetzungen vorliegen, wie groß die Mitwirkungsbereitschaft der Grundstückseigentümer ist und ob die Finanzierung der Maßnahme gewährleistet werden kann. Die VU wird voraussichtlich Ende 2020 abgeschlossen sein.
 

Gespräche mit Eigentümern laufen


Momentan finden Gespräche mit den rund 200 Grundstückseigentümern statt: Etwa 77 Prozent der Eigentümer haben inzwischen Gespräche mit der Stadtentwicklung GmbH (STEG), zum Teil unter Beteiligung der Verwaltung, geführt. Von den restlichen 23 Prozent der Eigentümer liegt noch keine Rückmeldung vor bzw. konnten noch keine Gespräche stattfinden.
 
Parallel zur VU finden bereits auch erste Grunderwerbsmaßnahmen statt, die sich aus der ersten Gesprächsrunde mit den Grundstückseigentümern ergeben haben. Für weitere Gesprächsrunden müssen Mitwirkungsmodelle und vertragliche Regelungen zur Mitwirkung entworfen, verhandelt und abgeschlossen werden.