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Ende der Sperrungen im Alzental und Schafhausfeld


Die Stadtverwaltung beendet die Testphase im Alzental und Schafhausfeld, nachdem auch die erneut veränderte Verkehrsführung große Folgeprobleme auslöst. Am heutigen Dienstag werden die neuen Schilder und Verkehrshinweise, die in der Vorwoche installiert wurden, wieder abgebaut. Damit gelten wieder die ursprünglichen Verkehrsregeln von vor der Testphase.
 
„Angesichts der sehr angespannten Verkehrslage zu Stoßzeiten auf der Hindenburgstraße und Horber Straße müssen wir feststellen, dass es im Moment leider nicht sinnvoll möglich ist, die Durchfahrt durch das Alzental zu unterbinden und die Bewohner zu entlasten“, beschreibt Oberbürgermeister Thomas Sprißler die klare Erkenntnis aus dem Verkehrs-Test, der Ende Oktober begonnen hatte. Die Ampeltaktung am Reinhold-Schick-Platz und die Aufteilung der Fahrspuren auf der Hindenburgstraße führten zuletzt zu langen Wartezeiten und Rückstaus, die nicht nur Autofahrer belasten, sondern auch den Busverkehr stark beeinträchtigen. „Die Testphase ist nicht länger sinnvoll. Die Realität zeigt, dass wir uns zuerst um den Verkehrsfluss auf den Hauptachsen kümmern müssen, bevor wir in den Seitenstraßen über Veränderung nachdenken können“, so Sprißler.
 
Mit zwei verschiedenen Varianten hat die Herrenberger Stadtverwaltung in den letzten Wochen versucht, das Wohngebiet Alzental vom Durchgangsverkehr zu entlasten und diesen von den etablierten Schleichwegen auf die Hauptstraßen zu verlagern. Das zuerst gewählte „weiche“ System mit Einbahnstraßen in Goethe- und Erhardtstraße hat vorrangig zu Verdrängungseffekten in Nebenstraßen und dort zu gravierenden Sicherheitsgefährdungen geführt. Die anschließend im Dialog mit der Bevölkerung gewählte und installierte „harte“ Lösung mit einer vollständigen Trennung der Wohngebiete Alzental und Schafhausfeld entlang der Gültsteiner Straße hat nach wenigen Tagen gezeigt, dass insbesondere die Abbiegebeziehung von der Hindenburgstraße in die Horber Straße ein neuralgischer Punkt ist, an dem das Verkehrsaufkommen spürbar zugenommen hat.
 
Das sorgte in den letzten Tagen vor allem im Berufsverkehr zu Rückstau auf der Hindenburgstraße, der nicht nur für die Linksabbieger sondern für alle Verkehrsrichtungen lange Wartezeiten verursachte. Davon ist nicht zuletzt auch der Busverkehr betroffen, der seine Routen nicht mehr pünktlich bedienen kann. Im bestehenden System ist kurzfristig keine ausreichende Nachbesserung der Ampelphasen möglich.
 
„Es belegt einmal mehr: Für das komplexe System Verkehr in der Herrenberger Innenstadt gibt es leider keine schnelle und einfache Lösung“, stellt Oberbürgermeister Thomas Sprißler fest. „Mit geringem Aufwand und in kurzer Zeit haben wir damit Klarheit gewonnen“, sagt er. „Wenn etwas nicht wie erhofft funktioniert, macht es aber auch Sinn, die Testphase zeitnah wieder zu beenden.“ Wie sich jetzt zeigt, lassen sich mit guten und gutgemeinten Ideen für eine punktuelle Lösung die Schwachstellen des Verkehrssystems aus dem letzten Jahrhundert nicht korrigieren, so Sprißler weiter. Zunächst müssten die Hauptachsen rund um den Reinhold-Schick-Platz verändert werden, damit der Verkehr besser fließt. Flüssiger Verkehr ist das Ziel geplanten Umbaus der Hindenburg- und Horber Straße im kommenden Jahr, bei dem die Aufteilung der Fahrspuren verändert wird und die Ampeln sowie Tempolimits künftig dann dynamisch auf die Verkehrslage reagieren. „Bevor dieser Umbau aus dem Modellstadt-Projekt nicht erledigt ist, finden keine weiteren Änderungen im Alzental und Schafhausfeld statt“, kündigt Sprißler an.
 
Damit endet die Testphase für eine neue Verkehrslösung im Alzental, die Ende Oktober gestartet war. Während in der Vergangeheit viele mögliche Lösungsansätze skizziert, entworfen, berechnet und progonsitizert und genauso oft auch wieder in Frage gestellt wurden, hatte sich die Verwaltung hier bewusst dafür entschieden, verschiedene Ansätze in der Realität zu testen. Zahlreiche Anwohner und Verkehrsteilnehmer hatten sich in den Prozess eingebracht und ihn kritisch-konstruktiv begleitet. Dafür bedankt sich der zuständige Bürgermeister Stefan Metzing. „Es ist sehr bedauerlich, dass die pragmatischen Ansätze für eine schnelle und wirksame Entlastung im Alzental nicht funktioniert haben. Ob dies so ist, war einer der Punkte, die der Praxistest aufzeigen sollte.“