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Wettbewerb für Fruchtkasten startet im März


Für die Sanierung des Fruchtkastens wird ein Wettbewerb ausgeschrieben, um ein geeignetes Architekturbüro für die Neugestaltung des markanten Fachwerkgebäudes zu finden. Dies hat der Gemeinderat am Dienstagabend mehrheitlich beschlossen.
 

Der Grundsatzbeschluss zur „Sanierung und Revitalisierung“ des 1683/84 erbauten Fruchtkastens wurde bereits im Oktober 2018 gefasst. Am Dienstag hat der Gemeinderat die Stadtverwaltung ermächtigt, das Büro „kohler grohe architekten“ zu beauftragen, einen beschränkten Wettbewerb mit bis zu 25 Teilnehmenden, durchzuführen. Das Büro hat bereits mehr als 200 Wettbewerbe begleitet und erhält dafür ein Honorar von 67.500 Euro. Die Ausschreibung des Wettbewerbs für den Fruchtkasten soll im März starten. Sie erfolgt in enger Abstimmung und Zusammenarbeit mit der städtischen Projektstelle. Seit Oktober 2019 ist die Architektin Jessica Dubovski bei der Stadt verantwortlich für die Sanierung des Fruchtkastens.
 
Komplexe Aufgabe
Gesucht wird für die komplexe Bauaufgabe ein Planer, der Erfahrungen im Denkmalschutz und in der Ausstellungsgestaltung mitbringt. Der Brandschutz, die behindertengerechte Erschließung sowie eine technische Ausstattung, die später unterschiedliche Nutzungen zulässt, sind weitere Herausforderungen für das künftige Architekturbüro. Die SPD-Fraktion hatte 2016 den Antrag gestellt, auch international renommierte Büros anzusprechen. Dies ist durch das geplante Verfahren gewährleistet.
 
Weiterer Zeitplan

Die Ergebnisse des Wettbewerbs, die von einer Jury beurteilt werden, sollen im November 2020 vorliegen. 2021 könnte dann die Planung und Baugenehmigung erfolgen, so dass 2022 und 2023 der Umbau des Fruchtkastens realisiert wird und das Gebäude 2024 fertiggestellt ist.
 
40 Prozent aus Fördermitteln
Im Grundsatzbeschluss wurde festgelegt, dass die Sanierung des Fruchtkastens nur verwirklicht wird, wenn Fördermittel in Höhe von mindestens 40 Prozent akquiriert werden können. Bis Ende Januar 2020 muss deshalb ein Antrag für das Förderprogramm des Bundes „Nationale Projekte des Städtebaus“ gestellt werden. Dieses Programm ist besonders attraktiv, da eine Förderquote bis zu 66 Prozent der Gesamtbaukosten möglich ist.
 
Aktuelle Nutzung
Bisher wurde der Fruchtkasten überwiegend als Lagerraum genutzt. Eine kleine stadtgeschichtliche Ausstellung befindet sich im Erdgeschoss, die bisher einmal monatlich besucht werden konnte. Momentan wird die Sammlung und weitere Gegenstände von einer Bauforscherin und Archäologin katalogisiert, dazu wird jedes Exponat fotografiert, vermessen und beschrieben. Diese Daten sind für eine mögliche spätere Ausstellung wichtig. Außerdem ist derzeit ein Holzschutzgutachter im Fruchtkasten tätig, der die Beschaffenheit der Holzkonstruktion bewertet. Im Vorfeld wurden dafür große Mengen des belasteten Dämmmaterials aus den 80er Jahren entsorgt.