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Pädagogische Fachkräfte aus Spanien


Anlässlich des multilateralen Arbeitsprojekts „Vier Motoren für Europa“ kann die Stadt Herrenberg wohl bald spanische Fachkräfte im Gäu begrüßen: Die Personalreferentin Felina Castiglioni führte dazu Kennenlerngespräche mit spanischen Pädagoginnen und Pädagogen, die anschließend in den Herrenberger Kitas eingesetzt werden können.
 
„Vier Motoren für Europa“ – so heißt das länderübergreifende Arbeitsprojekt, das aus den Regionen Baden-Württemberg, Katalonien, der Lombardei und Auvergne-Rhône-Alpes besteht und zusammen mit der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) ausgebildete Fachkräfte ins Ländle holt. Bisher waren das überwiegend Ingenieurinnen und Ingenieure, seit diesem Jahr sind auch Erzieherinnen und Erzieher im Projekt dabei. Die jungen Spanierinnen und Spanier sind qualifiziert und motiviert – aber in ihrem Heimatland ist die Joblage prekär: Es gibt deutlich mehr Fachkräfte als sichere und attraktive Arbeitsplätze.
 

Stadt Herrenberg in Spanien

Durch den Erfolg des Projektes in anderen Ländern wurde auch die Personalabteilung der Stadt Herrenberg hellhörig: Geschultes Fachpersonal findet in Deutschland Arbeit in Berufsfeldern, in denen der Fachkräftemangel deutlich zu spüren ist. Gerade was Erzieherinnen und Erzieher angeht, herrscht Not am Mann – und an der Frau. Für die angelaufene Kita-Offensive der Stadt Herrenberg kam die Idee mit dem „Vier Motoren für Europa“-Projekt also genau richtig. Die Region Katalonien schreibt dazu vakante Stellen aus, die Bewerberinnen und Bewerber durchlaufen sodann ein mehrstufiges Bewerbungsverfahren.
„Zuerst war es nur eine ganz vage Idee“, so Felina Castiglioni, Personalreferentin der Stadt Herrenberg. Die 27-jährige, die zwei Jahre in Spanien studiert hat und fließend Spanisch spricht, treibt aktuell das Pilotprojekt zur Fachkräfte Rekrutierung voran. „Wir haben zu Beginn relativ viel Recherchearbeit betrieben und sind dann auf die ZAV gestoßen“ berichtet sie weiter. „Nachdem wir uns mit der ZAV in Verbindung gesetzt hatten, haben wir die Kosten geprüft und wir mussten uns natürlich auch überlegen, ob das für uns überhaupt praktikabel ist.“
 

Prakitkabel und kreativ

Um das Ganze erst einmal zu testen, beteiligt sich die Stadt Herrenberg an einem bereits laufendem Projekt der ZAV und einem privaten Kita-Träger. Rund 100 Bewerberinnen und Bewerber hatten sich auf die Stellenausschreibung für pädagogische Fachkräfte gemeldet, woraufhin die katalonischen Kolleginnen und Kollegen die Bewerbungen sichteten und etwa zwei Drittel für die nächste Stufe auswählten. Nach der weiteren Auswahl durch die ZAV hatte man zwar eine Menge an qualifiziertem Personal, aber zu wenig Stellen. Daraufhin stieg die Stadt Herrenberg mit ein: Felina Castiglioni führte im Oktober die Kennenlerngespräche auf Spanisch und wählte zwei qualifizierte Fachkräfte aus.
 

April 2020: Ankunft in Deutschland

Die junge Spanierin und der junge Spanier durchlaufen aktuell das weitere Verfahren. Dazu gehören unter anderem intensive Deutschkurse: Sobald sie das B1-Niveau erreichen, kann es losgehen nach Deutschland. Für die erste pädagogische Fachkraft wird das bereits im April 2020 der Fall sein. Dann startet ihr Anerkennungsjahr, in dem sie bereits Vollzeit arbeitet und im Anschluss daran als feste Fachkraft übernommen werden kann.
Unerstützt werden die Spanierinnen und Spanier vor Ort durch das Bildungswerk BBQ, das sie bei der Ankunft empfängt oder bei Behördengängen begleitet. Und auch die Stadt Herrenberg beteiligt sich: Das Amt für Familie, Bildung und Soziales ist aktuell auf Mentorsuche und überlegt sich weitere Maßnahmen für die soziale Integration, sodass sich die Erzieherinnen und Erzieher im Gäu wohlfühlen und ein neues Zuhause finden.
 

Ausblick

Ist die Testphase und das Pilotprojekt ein Erfolg, so startet die Stadt Herrenberg gegebenenfalls ein eigenes Projekt zur Rekrutierung von noch mehr qualifiziertem Fachpersonal.