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Radstreifen und Busspuren für Hindenburg- und Horber Straße


Seit Februar 2018 ist Herrenberg eine von fünf Modellstädten, die im Auftrag der Bundesregierung Maßnahmen für eine bessere Luft erproben. Die Stadt erhält vom Bund Fördermittel in Höhe von 4,5 Millionen Euro. Ein Maßnahmenpaket in Herrenberg zielt auf eine Förderung des Radverkehrs und des ÖPNV sowie die verbesserte Steuerung des Autoverkehrs. Als Voraussetzung ist dafür der Umbau der Hauptverkehrsachsen notwendig: Die Bauarbeiten in der Hindenburgstraße starten am 2. Juni, in der Horber Straße voraussichtlich Anfang September.
 
Der Schadstoffausstoß, insbesondere von Stickoxiden, ist vor allem beim Anfahren und Beschleunigen besonders hoch. Herrenberg hat sich deshalb dafür entschieden, den Verkehrsfluss auf den Hauptverkehrsachsen zu optimieren. Nur so können Schadstoffe nennenswert reduziert werden. An den Verkehrsknotenpunkten und Ampeln an den Ortseingängen der Innenstadt wird durch eine rechnergesteuerte dynamische Regelung die Verkehrsmenge gesteuert und der Verkehr dann mit einer durchgängig koordinierten, dynamischen Ampelschaltung durch die Stadt geführt. Hinzu kommt eine ebenso vom Verkehrsaufkommen abhängige Steuerung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf der Hindenburgstraße, der Horber Straße und der Seestraße zwischen 20 und 40 km/h und auf der Achse Nagolder Straße – Mühlstraße – Zeppelinstraße und Daimlerstraße zwischen 20 und 50 km/h.
 
Eine koordinierte Ampelschaltung bringt aber nur dann wirklich Vorteile, wenn bei Grün auch gefahren werden kann. Die beste Verkehrsregelung wird unterlaufen, wenn z. B. durch ein- und ausparkende Fahrzeuge oder durch Linksabbieger der Verkehrsfluss unterbrochen wird. Solche „Störfaktoren“ mussten deshalb zunächst identifiziert und beseitigt werden. In der Hindenburg- und Horber Straße werden deshalb mit dem Umbau die Längsparkplätze entlang der Straßen in den relevanten Bereichen entfernt. Diese Flächen werden benötigt, um an beiden Seiten Radschutzstreifen anlegen zu können und damit den Radfahrenden ein sicheres, durchgängiges Angebot auf den Hauptstraßen in der Innenstadt zu machen. In der Hindenburgstraße muss dadurch die Linksabbiegespur stadteinwärts in die Gültsteiner Straße entfallen. Auf der Horber Straße wird das Linksabbiegen aus Richtung Reinhold-Schick-Platz in die Bismarckstraße und das Linksabbiegen aus dem Parkplatz beim ehemaligen „Cafe Marquardt“ nicht mehr möglich sein. Für den Fußgänger- und Fahrradverkehr sind zusätzliche sichere Querungsmöglichkeiten vorgesehen.    
 

Umbau der Hindenburgstraße in zwei Bauabschnitten

Der Umbau der Hindenburgstraße dauert voraussichtlich vom 2. Juni bis Anfang September und wird in zwei Bauabschnitten stattfinden: Begonnen wird mit dem Abschnitt vom Reinhold-Schick-Platz bis zur Gültsteiner Straße (Bauabschnitt 1), anschließend wird der Straßenabschnitt von der Gültsteiner Straße bis zur Einmündung Hildrizhauser Straße umgebaut (Bauabschnitt 2). Im Nachgang zu den Maßnahmen der Modellstadt wird im Frühjahr 2021 der Fahrbahnbelag auf der B 296 Tübinger Straße zwischen Hildrizhauser und Marien-/ Beethovenstraße erneuert. In der Hindenburgstraße entfallen zudem stadtauswärts Richtung Tübingen Längsparkplätze ab dem Modehaus Zinser bis zur Einmündung in die Gültsteiner Straße. Hier entstehen stattdessen Radschutzstreifen. Die Bushaltstelle in der Hindenburgstraße (Albert-Schweitzer-Schule) wird in westlicher Richtung in den Bereich der jetzigen Längsparkplätze beim Modehaus Zinser verlegt.
 

Baumaßnahme Horber Straße ab September

In der Horber Straße wurde bereits damit begonnen, die Längsparkplätze und die Fahrbahnränder zu Gunsten von Radschutzstreifen umzubauen. Die Baumaßnahmen für die Erneuerung des Fahrbahnbelags sollen in der Zeit von Anfang September bis Mitte Dezember ausgeführt werden.
 
Im Rahmen der Baumaßnahme werden auf beiden Verkehrsachsen die Ampeln mit neuer Technik ausgestattet. Dadurch kann eine Verstetigung der Verkehrsströme erreicht werden. Ebenfalls zu diesem Zweck werden digitale Geschwindigkeitsanzeigen installiert, die mit dem Verkehrsrechner für die Ampeln verknüpft sind.
 

Umleitungen Alzental

Das Alzental und auch das Schafhausfeld wird besonders durch die Sperrung der Hindenburgstraße/Tübinger Straße (B296) zwischen Gültsteiner Straße und Hildrizhauser Straße und die Sperrung der Horber Straße (L1184) zwischen Reinhold-Schick-Platz und Goethe-straße, in Teilen auch durch die Sperrung der Horber Straße (L1184) zwischen Goethe- straße und der Kreuzung Schillerstraße/Im Vogelsang (bei der Straßenmeisterei) betroffen sein. Zwar wird bei allen Bauabschnitten eine überörtliche Umleitung ausgewiesen (während der Sperrung der Hindenburgstraße/Tübinger Straße) über die K 1036 (Südumfahrung Gültstein) – „Ackermann“- Kreisel – L 1184 Horber Straße) und während der Sperrung der Horber Straße) in Gegenrichtung („Ackermann“- Kreisel – K 1036 (Südumfahrung Gültstein) – B 296 Tübinger Straße/Hindenburgstraße)).
 
Für den innerörtlichen Verkehr und teilweise auch für den Busverkehr muss aber auch eine innerstädtische Fahrmöglichkeit geschaffen werden. Hierzu ist vorgesehen, den Verkehr von der bzw. zur Marienstraße im Schafhausfeld zu splitten (eine Richtung über die Markusstraße, die andere über die Johannesstraße) und die Durchfahrt in den übrigen Nebenstraßen zu verhindern. Dasselbe Vorgehen ist auch im Alzental geplant. Hier soll eine Fahrtrichtung über die Goethestraße und die andere über die Erhardtstraße geführt werden. Damit soll auch hier der Schleichverkehr durch die engen Nebenstraßen möglichst verhindert werden. Sowohl über die Goethestraße und die Erhardtstraße, als auch über die Gültsteiner Straße sollen sichere Überquerungen für Fußgänger geschaffen werden. Die Busse müssen teilweise auch über die Raistinger Straße und die Walther-Knoll-Straße zur Bahnhofstraße (ZOB) geführt werden. Die Details müssen jedoch noch abgeklärt und die endgültigen Verkehrsregelungen noch festgelegt werden.         
 

Kommunikation in Corona-Zeiten

Neue Wege muss die Stadt bei der Bürger-Information in Zeiten von Corona gehen: Die ursprünglich für Ende April geplante Informationsveranstaltung für Bürgerinnen und Bürger muss aufgrund der aktuellen Situation entfallen. Diese wird aber ersetzt durch zahlreiche virtuelle Möglichkeiten. Es wird eine umfangreiche Online-Kommunikation über die Straßenumbauten geben. Ab sofort wird es auf der städtischen Homepage eine „Baustellen-Themenseite“ unter www.herrenberg.de/baustellen geben. Dort werden Informationen zu Bau- und Zeitplänen, Umleitungsstrecken und verkehrlichen Einschränkungen abrufbar sein. Außerdem werden per Videobotschaft die Baumaßnahmen und Umleitungsstrecken erläutert.

Bei einer Online-Fragerunde (mit digitaler Pinnwand) vom 1. bis 10. Mai gibt es für Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Diese werden dann von den Fachleuten per Video beantwortet. Mit der Online-Beteiligung wird versucht, die ursprünglich für Ende April geplante Info-Veranstaltung so gut als möglich zu ersetzen.

Die Bürgerinnen und Bürger des Alzentals werden zusätzlich über die Umleitungsstrecken per Postwurfsendung informiert. Großflächige Banner weisen außerdem an den Stadteingängen auf die Baumaßnahmen hin.
 

Aktionen des Stadtmarketingvereins

Die Umbaumaßnahmen in der Hindenburgstraße werden vom Verein Herrenberg Stadtmarketing in Verbindung mit dem Umbau der Seestraße gesehen. Beide Maßnahmen führen zu eingeschränkter Erreichbarkeit der Händler, Gastronomen und Dienstleister in der Innenstadt. Vor diesem Hintergrund wird das Stadtmarketing die Maßnahmen in der Hindenburgstraße mit einem ähnlichen Portfolio an Maßnahmen begleiten, wie diese bereits für den Umbau der Seestraße unter dem Stichwort Baustellenmarketing vorgesehen waren und sind. Dadurch sollen Umsatzeinbußen, unter denen die lokale Wirtschaft in Zeiten von Corona ohnehin schon zu leiden hat, aufgefangen oder zumindest abgemildert. Geplant sind unter anderem: Aktionen zur Belebung der Innenstadt, eine Baustellenbonuskarte sowie Aktivitäten zum Thema Erreichbarkeit.
 

Hintergrund

Herrenberg war am 13.02.2018 als eine von fünf Modellstädten von der Bundesregierung für das Sofortprogramm „Saubere Luft“ ausgewählt worden. Im Rahmen des Programms werden verschiedene Maßnahmen für eine Verbesserung der Luftqualität in fünf Städten mit unterschiedlicher Größe und Problemlagen getestet. An dem Pilotversuch nehmen außerdem die Städte Reutlingen, Mannheim, Essen und Bonn teil. Außer dem Umbau der Hauptverkehrsachsen, der Förderung des Radverkehrs und des ÖPNVs, entwickelt die Stadt Herrenberg derzeit eine digitale Mobilitätsplattform, die auf dem Smartphone, Tablet und dem Computer abrufbar ist.
 
Aktuelle Informationen gibt es unter www.herrenberg.de/baustellen und zur Modellstadt auch unter www.herrenberg.de/stadtluft.