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Schnell und umweltfreundlich von A nach B


stadtnavi - Bildschirmfoto

„Gemeinsam Mobilität neu denken“ – unter diesem Slogan hat die Stadt Herrenberg das stadtnavi, eine innovative, mobile Webplattform, im Rahmen der „Modellstadt“ entwickelt. Nach der erfolgreichen Testphase steht sie jetzt allen kostenlos unter stadtnavi.de zur Verfügung. Die responsive Website kann von allen Endgeräten aus – PC, Tablet und Smartphone – bedient werden. Die Mobilitätsplattform „made in Herrenberg“ basiert auf einem Open-Source-Ansatz und hat das schnelle und umweltfreundliche Navigieren zum Ziel.

 
Sie erfasst, sammelt und vernetzt regionale Daten und stellt diese in Echtzeit zur Verfügung. Das „intermodale Routing“ kombiniert künftig alle verfügbaren Verkehrsmittel in Herrenberg und der Region und kann dann die schnellste und umweltfreundlichste Möglichkeit anzeigen, um von A nach B zu kommen. „Das stadtnavi kann einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung von Stickoxiden und Verbesserung der Luftqualität in Herrenberg leisten – und somit die Lebensqualität in unserer Stadt weiter erhöhen“, betont Bürgermeister Stefan Metzing. Konkret helfe das stadtnavi zum Beispiel, unnötigen Parksuchverkehr zu vermeiden, die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel einfacher und übersichtlicher zu machen oder die schnellsten Fuß- und Radwege-Verbindungen leichter zu finden. „Probieren Sie das stadtnavi aus und helfen Sie mit, die Plattform weiter auszubauen und zu verbessern“, ermuntert Metzing die Bürgerinnen und Bürger.
 

Live-Daten in Echtzeit

Neben dem „intermodalen Routing“ hat das stadtnavi weitere Funktionen: So geben Live-Daten Auskunft über freie Parkplätze „Am Graben“, freie Wohnmobilstellplätze im Längenholz, Baustellen sowie Abfahrtszeiten in Echtzeit von Bus und Bahn. Außerdem zeigt das stadtnavi, wo sich Radwege, Fahrrad-Servicestationen und E-Ladestationen in Herrenberg und den Stadtteilen befinden. Darüber hinaus kann das stadtnavi die Öffnungszeiten von Geschäften anzeigen, was vor dem Hintergrund der aktuellen Situation besonders hilfreich ist. Hier ist aber auch die Mithilfe der Bürgerinnen und Bürgern, Kundinnen und Kunden sowie Gewerbetreibenden gefragt. „Jeder kann mit wenigen Klicks die Öffnungszeiten seines Lieblingsrestaurants, Lieblingsklamottenladens, Friseurs um die Ecke oder eigenen Geschäfts auf stadtnavi eintragen“, erklärt Ansgar Engbert von der Stabsstelle Klimaschutz, der für das Projekt verantwortlich ist.
 

Von der Region für die Region

Am schnellsten von A nach B mit dem Transportmittel der Wahl – klar gibt es dafür internationale, große Anwendungen. Doch dass „lokal und regional“ immense Vorzüge hat, ist nicht erst seit der Corona-Krise klar. Das stadtnavi hebt sich insbesondere durch zwei Punkte deutlich von Google und anderen, konventionellen Anbietern ab: Zum einen erlaubt es die Plattform, eine vernetzte Mobilität, also ein intermodales Routing vorzunehmen, das die umweltfreundlichsten Verkehrsmittel bevorzugt, also zum Beispiel eine Wege-Kombination aus Fuß-Bus-Bahn oder Auto-Parken-S-Bahn. Zum anderen ist das stadtnavi auf Datensparsamkeit ausgelegt. Alle Daten werden nach europäischem Datenschutzrecht anonym und sicher gespeichert, das heißt: Es werden keine benutzerspezifischen Navigationsdaten gesammelt und gespeichert. „Wer sich mit Hilfe des stadtnavi durch die Region navigiert, bleibt für die Welt unsichtbar. Die Datenhoheit liegt einzig und allein bei der Nutzerin oder dem Nutzer“, erläutert Engbert einen der Vorzüge der regionalen, offenen Plattform.
 

Sensoren melden Daten über LoRaWAN

Möglich ist die Erfassung der Live-Daten für das stadtnavi durch Sensoren und Sensorkombinationen, die über das Niedrigenergiefunknetz LoRaWAN verbunden sind. Die Sensoren sind bisher an verschiedenen Stellen, etwa am Graben oder am Wohnmobilstellplatz im Längenholz, installiert; weitere Sensoren in der Kernstadt und den Stadtteilen sollen folgen. „Die Stadt Herrenberg nutzt diese Sensorik bereits seit längerem erfolgreich in vielen Bereichen“, sagt Stefan Kraus, Leiter des Amts für Technik, Umwelt, Grün, der die Entwicklung des stadtnavi seit Anfang an intensiv begleitet. „Über das Netz melden die Sensoren beispielsweise, wann welcher öffentliche Mülleimer geleert werden muss“, erläutert Kraus weiter. „Der Einsatz dieser Sensorik in Verbindung mit LoRaWAN versetzt uns in die Lage, effizient zu arbeiten, beispielsweise indem wir unnötige Fahrten vermeiden – das ist auch ein wichtiger Beitrag zur sauberen Luft in Herrenberg.“ Dass die Sensorik und LoRaWAN künftig auch für das stadtnavi verwendet werden, begrüßt Kraus sehr. „Das bietet viel Potential für unser stadtnavi, das ja in manchen Bereichen noch in den Kinderschuhen steckt.“
 

Teil des Modellstadt-Projekts

Das stadtnavi wird im Rahmen des vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur geförderten Projektes „Modellstadt für saubere Luft“ entwickelt. Die Corona-Krise macht jedoch auch vor der Weiterentwicklung solcher Anwendungen nicht Halt: „So ist zum Beispiel die Fahrgemeinschaften-Funktion im Moment nur eingeschränkt verfügbar, weil sich in Mitfahrangeboten die Abstandsregeln nicht immer umsetzen lassen“, räumt Engbert ein. Ziel sei es dennoch, die Plattform in den kommenden Monaten und Jahren weiter auszubauen. Insbesondere sind weitere Verbesserungen bei dem Fahrrad-Routing und den ÖPNV-Echtzeitdaten geplant. So soll das stadtnavi künftig auch Live-Daten zur Auslastung und zu den Standorten von Bussen zur Verfügung stellen. Auch sind Echtzeit-Belegungsinformationen für das Parkleitsystem in Herrenberg in Planung, ebenso Live-Daten zu Straßenverhältnissen.
 

Mitmacher gesucht

Nachmachen unter eigenem Label ist erwünscht! Groß- und Kleinstädte, die das stadtnavi verwenden möchten, können das tun. Die Anwendung wird dabei 1 zu 1 auf das Erscheinungsbild der jeweiligen Kommune angepasst. „Je mehr Kommunen mitmachen, desto besser, denn umso mehr Mobilitäts-Informationen stehen dann allen Nutzerinnen und Nutzern zur Verfügung“, sagen Engbert und Kraus. Mit der Zeit wird die Plattform mit immer mehr, für die Region relevanten Daten, wie Umleitungen etc. erweitert und kann künftig in Echtzeit sehr detaillierte und konkrete Empfehlungen und Informationen ausgeben.
 

Mehr erfahren:

www.stadtnavi.de
www.herrenberg.de/modellstadt

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