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Auf dem Weg zu einem klimaneutralen Herrenberg


Mit einem einstimmigem Beschluss im Februar hat der Gemeinderat einen klaren Handlungsrahmen für eine nachhaltige kommunale Klimapolitik in Herrenberg gesteckt. Die Verwaltung wird einen Klimafahrplan erarbeiten, in dem die Klimaneutralität der Stadt bis spätestens zum Jahr 2050 als Ziel festgelegt ist.


Der Klimafahrplan soll ständig fortgeschrieben und an die aktuelle Gesetzgebung, aktuelle Förderprogramme und aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse angepasst werden. Eine erste Zwischenversion des Klimafahrplans soll bereits Ende dieses Jahres fertig sein und im Gemeinderat behandelt werden. Ein externes Büro wird die Verwaltung bei der Erstellung des Klimafahrplans unterstützen. Dazu hat die Stadtverwaltung nach dem Gemeinderatsbeschluss im Februar nach qualifizierten externen Partnern recherchiert. Betrachtet wurden vor allem Büros und Institutionen, die bereits Klimaneutralitäts-Konzepte für Städte erarbeitet haben, zum Beispiel im Rahmen des ehemaligen Förderprogramms des Bundesumweltministeriums „Masterplan 100 Prozent Klimaschutz“. Zudem wurden für 78 baden-württembergische Landkreise und Städte die jeweiligen Klimaschutzkonzepte begutachtet. Ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl der Büros spielte die Qualität der erstellten Konzepte, beispielsweise wie umfangreich die lokalen Akteure an der Konzepterstellung beteiligt wurden. Denn bei der Erarbeitung des Klimafahrplans will die Verwaltung eng mit Politik, Bürgerschaft, Wirtschaft und Fachwelt zusammenarbeiten.
 
Angefragt wurden verschiedene Büros aus Stuttgart, Köln und München. Nach Auftragsklärungsgesprächen gaben die B.A.U.M. Consult GmbH aus Stuttgart und die Jung Stadtkonzepte Stadtplaner und Ingenieure Partnerschaftsgesellschaft aus Köln umfangreiche Angebote ab und stellen sich heute, Dienstag 19. Mai, persönlich im Technischen Ausschuss vor.
 
Mit der Beauftragung des Büros ist dann der Startschuss für ein klimaneutrales Herrenberg gefallen. Zu Beginn wird nun eine Analyse der Energieverbräuche und der Einspar-Potenziale durchgeführt. Der Klimafahrplan umfasst dabei folgende Handlungsfelder: die Energiewirtschaft; Bauen und Wohnen; Mobilität; Industrie, Wirtschaft und Gewerbe; Stadtklima; Landwirtschaft; Landnutzung und Forstwirtschaft und auch das Thema Anpassung an die Folgen des Klimawandels. Ab September 2020 sollen dann in vielfältigen Beteiligungsformaten Maßnahmen gemeinsam mit allen lokalen Akteuren entwickelt werden.

 
Klimafreundliches Lieferkozept

Im Bereich nachhaltige Mobilität gibt es bereits jetzt schon ein spannendes Projekt des Stadtmarketingvereins. Zur Abfederung der baustellenbedingten und der Corona-Epidemie verursachten Einschränkungen wurde in einem Pilot-Versuch eine Rikscha angemietet, um das Thema Liefer- und Zustelldienst auf neue Art und Weise anzugehen. Die Rikscha kannunter der Telefonnummer 01520 422 42 10 gerufen werden und transportiert während der ersten 150 Fahrten kostenlos Personen und Waren. Sie fährt an allen Werktagen vormittags von 10 bis 13 Uhr und nachmittags von 15 bis 18 Uhr. An den beiden Markttagen, Dienstag und Samstag, kann die Rikscha auch je eine Stunde früher und auch mindestens eine Stunde länger angefragt werden.
 
Die Rikscha wird im Moment von Freiwilligen gefahren und kann auch von Freiwilligen genutzt werden, die z.B. im Rahmen der Nachbarschaftshilfe Einkäufe für Senioren und Seniorinnen oder Bedürftige erledigen. Freiwillige, die beispielsweise für drei Personen Einkäufe erledigen, können sich von der Rikscha helfen lassen, indem sie die Zustellung der Tüten bis vor die Haustür an die Rikscha delegieren. Selbstverständlich können auch Händler die Rikscha nutzen, wenn sie Waren abholen oder zustellen möchten. Auch wenn das Pedelec kein professionelles Lastenrad ist und der Pilot des Stadtmarketing-Projektes im heutigen Zuschnitt nicht zu vergleichen ist mit einem Profi-Kurierdienst, kann diese baustellen- und corona-bedingte Testphase ein Probelauf sein, um zu prüfen, wie ein nachhaltiges und klimafreundliches Lieferkonzept innerhalb von Herrenberg aussehen könnte.