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Betreuungsbedarf steigt weiter an


Seit Jahren investiert die Stadt Herrenberg Millionen-Summen in den Ausbau der Kinderbetreuung. Doch der Betreuungsbedarf steigt durch eine wachsende Zahl an Kindern und eine frühere Inanspruchnahme eines Betreuungsangebots weiter an. Am Dienstag hat der Gemeinderat über die Fortschreibung der Bedarfsplanung für die Jahre 2020 bis 2023 beraten und grünes Licht für das weitere Vorgehen gegeben.
 
Die Stadtverwaltung hat den Bedarfsplan für die städtischen Kindertageseinrichtungen für die kommenden drei Jahre auf Basis einer sogenannten Bevölkerungsvorausschau erstellt. „Unser Ziel ist es, den Bedarf möglichst genau zu ermitteln, um ein bedarfsgerechtes und qualitativ hochwertiges Betreuungsangebot schaffen zu können“, sagt Johannes Roller, Leiter des Amts für Familie, Bildung und Soziales. Dennoch könnten die Zahlen nie die tatsächliche Entwicklung abbilden, betont Roller. Dies liege unter anderem daran, dass Zu- und Wegzüge oder Geburtenzahlen nur schwer oder kaum kalkulierbar sind.
Laut dem neuen Bedarfsplan fehlen aktuell 165 Kita-Plätze in Herrenberg. Im Kita-Jahr 2020/21 wird es voraussichtlich einen zusätzlichen Bedarf von voraussichtlich 92 Kita-Plätzen geben, 2021/22 fehlen voraussichtlich 105 Kita-Plätze und 2022/2023 voraussichtlich 97 Kita-Plätze. Auch in den kommenden 15 Jahren wird der Bedarf an Betreuungsplätzen weiterwachsen, wobei vor allem Plätze auch für Kinder über drei Jahren fehlen werden.
 
Gründe für wachsenden Kita-Platz-Bedarf
Die Gründe hierfür sind vielfältig: Neben der Bevölkerungsentwicklung (steigende Geburtenzahlen) verändern sich die Rahmenbedingungen immer wieder. So steigt aktuell die Nachfrage für Ganztagesbetreuung und die Betreuung von Kleinkindern kontinuierlich. Zudem sind durch die schrittweise Verschiebung des Einschulungsstichtages ab dem kommenden Schuljahr mehr Kita-Plätze erforderlich. Auch die Stärkung der Inklusion in den Kitas erhöht den Bedarf an Plätzen. Noch nicht berücksichtigt in den aktuellen Zahlen sind die Kita-Plätze, die sich aus der Entwicklung des neuen Quartiers Herrenberg-Süd und dem Wegfall der Kita Erhardtstraße ergeben.
 
Sukzessiver Ausbau und neue Wege
Unter Berücksichtigung der aktuellen Herausforderungen durch die Corona-Pandemie und deren Auswirkungen auf die Haushaltslage hat die Stadtverwaltung verschiedene, neue Lösungsansätze erarbeitet, mit denen der Ausbau der Kita-Plätze in den kommenden Jahren sukzessiv fortgesetzt werden soll. In den kommenden Monaten wird die Verwaltung diese konkretisieren und dem Gemeinderat einen Vorschlag vorlegen.
 
Es handelt sich dabei um folgende Lösungsansätze:
 
·       Anschluss von jeweils einer Waldgruppe an zwei bestehende Kitas
·       Gründung eines neuen Waldkindergartens in städtischer Trägerschaft
·       Schaffung weiterer Kitas in freier Trägerschaft und Betriebskitas bei Interesse von Firmen
·       Schaffung von Tagespflegeangeboten in geeigneten, städtischen Räumlichkeiten (zum Beispiel in Wohnungen)
·       mobile, modulare Raumlösungen und temporäre Ersatzbauten
·       Bau neuer Kindertageseinrichtungen
 
Weitere 142 Plätze bis Ende 2020
Um kurzfristig rund 240 neue Betreuungsplätze zu schaffen, beschloss der Gemeinderat im Februar 2018 ein Bündel Sofortmaßnahmen. Bis Anfang 2019 wurden 110 der 240 Kita-Plätze geschaffen: 37 Plätze in der Interimskita in der Hauffstraße, 15 Plätze in der Interimskita in Kayh, 23 Plätze in der Kita Mahdenstraße in Oberjesingen und 35 Plätze in der Kita Oberjesinger Straße in Kuppingen. Weitere 142 Plätze kommen laut aktuellem Planungsstand bis Ende 2020 dazu: in der neuen Kita Aischbachstraße, im Seeländer-Neubau, in Haslach und in der Interimskita Hauffstraße, die nach dem Umzug ins Seeländer wieder belegt wird.
 
Kitas im Bau und in Planung
In Planung sind aktuell drei weitere Kitas mit insgesamt 155 Plätzen: ein Neubau in Systembauweise im Längenholz mit 65 Plätzen (bis voraussichtlich Anfang 2022), ein Neubau in Kayh mit 30 Plätzen (bis voraussichtlich Herbst 2022) sowie ein Neubau in Gültstein mit 60 Plätzen (bis voraussichtlich Herbst 2023).