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Letzte Fruchtkasten-Exponate wandern ins Zwischenlager


Die Inventarisierung im Fruchtkasten geht voran: Nachdem Ende Mai bereits viele der Exponate ihren Weg in den Schwarzwald gefunden haben, folgt nun der letzte große Umzug von Herrenberg nach Freudenstadt. Dort hat die Stadt ein Zwischenlager angemietet, in dem die Gegenstände bis ins Jahr 2024 gelagert werden. Alle nicht inventarisierten Fundstücke werden im Herbst auf einem organisierten Markt verkauft.
 
In den vergangenen Jahrzehnten hat sich im Fruchtkasten einiges angesammelt - in den insgesamt sieben Stockwerken des ehemaligen Lagergebäudes ist auch ziemlich viel Platz. Derzeit wird die Sanierung und Neukonzeption des Fruchtkastens vorbereitet. Diese Zeit wird genutzt, den Inhalt des Fruchtkastens ganz genau unter die Lupe zu nehmen und zu entscheiden, welche Stücke aufbewahrt, was restauriert und was entsorgt werden kann. Zur Inventarisierung hat die Stadt Herrenberg Michael Weber beauftragt. Die Prüfung hinsichtlich der Restauration übernimmt Dr. Stefanie Scheerer. Inzwischen sind die Beiden weit vorangeschritten: Die noch übrigen Gegenstände stehen nun für den Transport in das 360 Quadratmeter große Lager bereit.
 
„Es ist der letzte große Umzug von Herrenberg nach Freudenstadt“, erklärt Jessica Dubovski, bei der Stadt zuständig für das Projekt Fruchtkasten. „Wir starten diesen Donnerstag, 6. August. Unter anderem bringen wir zwei Klaviere, einen Flügel, ein Bett und einen Küchenschrank in das angemietete Lager“, so Dubovski weiter. „Am Dienstag, 11. August, wollen wir mit dem Umzug fertig sein. Dann ist nur noch ein Schwerlasttranssport, für die Presse im Erdgeschoss, geplant.“
So soll alles Relevante, was aktuell noch im Fruchtkasten verweilt, nach Freudenstadt gebracht werden. Umgezogen wird, damit die Stadt weitere Holzuntersuchungen durchführen und das Gebäude für die Sanierung und Revitalisierung vorbereiten kann. Ende Oktober dann ist ein Markt der Stadtverwaltung geplant, bei dem die nicht inventarisierten Fundstücke von privaten als auch gewerblichen Interessenten nach vorheriger, coronabedingter Terminvergabe erworben werden können. Der Erlös fließt in die Sanierung und Revitalisierung des Fruchtkastens.

Musikanlage aus dem Inventar des Fruchtkastens
Umzug nach Freudenstadt: Auch eine alte Musikanlage aus den 1950er Jahren lagert noch im Fruchtkasten und wird jetzt ins Zwischenlager transportiert. 

Zum Gebäude
Der Fruchtkasten in der Tübinger Straße mit seiner Fachwerk-Fassade ist eines der ältesten Gebäude in der Herrenberger Altstadt. Er wurde 1683/84 errichtet und steht unter Denkmalschutz. Ursprünglich diente der Fruchtkasten in Herrenberg als Lager für den „Zehnt“, also die Abgaben des landwirtschaftlichen Ertrags an die Herrschaft. Nachdem der Zehnt im Jahre 1848 abgeschafft wurde, erwarb die Stadt 1851 das Gebäude, das lange Zeit überwiegend als Lagerraum genutzt wurde. Der Fruchtkasten soll in den nächsten Jahren saniert und neu genutzt werden. Im Herbst 2018 hatte der Gemeinderat einen entsprechenden Grundsatzbeschluss gefasst.
 
Alle Informationen rund um das Projekt Fruchtkasten finden sich unter www.herrenberg.de/fruchtkasten.