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Corona-Update: Weitere Vorsichtsmaßnahmen in Herrenberg


Durch die landesweite Ausrufung der Pandemiestufe 3 gelten auch in Herrenberg verschärfte Auflagen. Die Stadtverwaltung setzt die Vorgaben aus der Landesverordnung sowie der jüngsten Allgemeinverfügung des Landkreises Böblingen um. OB Thomas Sprißler ruft die Bevölkerung eindringlich auf, die Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten.
 
„Die Entwicklung der Infektionszahlen gibt leider Anlass zur Sorge. Darauf müssen wir konsequent reagieren. Jetzt gilt es gemeinsam jede Anstrengung zu unternehmen, damit wir die Ansteckungsrate senken und verhindern, dass es zu hohen Krankenzahlen oder auch einem Stillstand des öffentlichen Lebens kommt“, sagt der Oberbürgermeister.
 
Wie im ganzen Land gilt seit heute auch in Herrenberg:
  • Ansammlungen werden auf 10 Personen oder zwei Haushalte begrenzt.
  • Private Treffen mit maximal zehn Personen oder zwei Haushalten.
  • Die Teilnehmerzahl für Veranstaltungen wird auf 100 begrenzt.
  • In der Öffentlichkeit und in der Schule gilt eine verschärfte Maskenpflicht.
  • Im Landkreis Böblingen gilt außerdem: Der Ausschank, die Abgabe und der Verkauf von Alkohol sind donnerstags, freitags und samstags von 23 bis 6 Uhr des Folgetags in Speise- und Schankwirtschaften sowie an allen Verkaufs- und Abgabestellen verboten.
Für die Herrenberger Altstadt gilt demnach: Das Tragen eines Mundschutzes wird dringend empfohlen. Immer dann, wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann – etwa beim Wochenmarkt, beim Einkaufen generell oder bei hohem Besucheraufkommen am Wochenende – ist der Mund-Nasen-Schutz Pflicht.

Veranstaltungen fallen aus

Als Konsequenz ist die für den morgigen Dienstag, 20. Oktober, geplante Eröffnungsfeier für das Seeländer kurzfristig abgesagt. Die Läden öffnen dennoch, beim Einkaufen muss auf Abstand und Maskenpflicht geachtet werden.
 
Größere Veranstaltungen wie beispielweise der Weihnachtsmarkt sind zunächst bis Jahresende abgesagt. Aktuell prüft die Verwaltung, ob statt des Weihnachtsmarkts reine Verkaufsstände ohne gastronomisches Angebot zugelassen werden können. Die Entscheidung ist nicht zuletzt abhängig vom weiteren Verlauf der Corona-Pandemie vor Ort.
 
Auch der für 1. Dezember geplante Christkindlesmarkt in der Altstadt fällt in diesem Jahr aus.
 
Die Sitzungen des Gemeinderats und seiner Ausschüsse finden weiterhin statt, wobei die Abstandsregeln weiter einzuhalten sind. Andere Veranstaltungen finden wie geplant statt, soweit die Hygieneauflagen und geltenden Corona-Bestimmungen des Landes eingehalten werden können.

Rathäuser ab Mittwoch nur noch mit Termin offen

Für die Verwaltungsdienstleistungen gilt wieder – wie im Mai – dass die allgemeinen Öffnungszeiten aufgehoben sind und die Dienstleistungen nur noch nach vorheriger Terminvereinbarung angeboten werden. Die Terminvereinbarung ist online unter www.herrenberg.de/teminvereinbarung möglich. Dies gilt ab Mittwoch, 21. Oktober 2020, in folgenden Gebäuden:
  • Rathaus am Markt
  • Bürgeramt, Marktplatz 1
  • Oberamt, Kirchgasse 2
 
Grund hierfür ist die beengte räumliche Situation in den historischen Gebäuden, die die Einhaltung der Abstandsregeln bei Publikumsverkehr erschweren. „Außerdem stehen wir in der Pflicht unsere Bürgerinnen und Bürger sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bestmöglich vor der Ansteckungsgefahr zu schützen und die Verwaltung insgesamt arbeitsfähig zu halten“, erklärt Sprißler. Deshalb würden viele Teams der Verwaltung verstärkt auf Arbeiten im Homeoffice setzen und manche Bereiche arbeiten ab morgen im Schichtbetrieb.
 
Im Standesamt sind ebenfalls ab Mittwoch, 21. Oktober, nur noch maximal sieben Personen bei Trauungen zugelassen. Neben dem Standesbeamten und dem Brautpaar sind also maximal vier Gäste erlaubt. „Wir geben uns alle Mühe, den Hochzeitstag trotz aller notwendigen Einschränkungen schön und feierlich zu gestalten“, so Sprißler.

Zusammenhalten, Abstand halten

„Lassen Sie uns alle gemeinsam dafür Sorge tragen, die Ausbreitung des Corona-Virus so gut wie möglich einzudämmen und schlimmere Folgen abzuwenden“, lautet Sprißlers Appell an die Herrenberger Bevölkerung. Das betrifft wie bislang die Handlungsfelder „Abstand halten“, „Hygiene“ und „Atemschutzmaske tragen“. Momentan sind in Herrenberg 12 Corona-Infektionen gemeldet. „Sorgen wir gemeinsam dafür, dass der Trend sich umkehrt und die Kurve nach unten zeigt“, so Sprißler. Sollte die weitere Entwicklung zusätzliche Maßnahmen nötig machen, werde das Rathaus diese kurzfristig ergreifen und ankündigen, erklärt der Oberbürgermeister.

Ordnungsamt kontrolliert Quarantäne

Für die Eindämmung der Corona-Pandemie ist besonders wichtig, dass Personen mit Krankheitssymptomen zuhause bleiben. Ganz besonders gilt dies im Fall einer amtlich angeordneten Quarantäne von Corona-Patienten und Kontaktpersonen. Hier führt das Herrenberger Ordnungsamt am Mittwoch und Donnerstag, 21. und 22. Oktober, Kontrollen durch und beteiligt sich damit an einer landesweiten Schwerpunktaktion zur Überprüfung der Einhaltung der häuslichen Quarantänepflichten wegen Corona. Dabei werden die Haushalte der Personen überprüft, die aufgrund eines amtlichen Bescheids unter Quarantäne gestellt wurden und ihre Wohnung nicht verlassen dürfen.
 
Eine wichtige Rolle bei der Eingrenzung des Infektionsgeschehens spielen – neben den Infizierten selbst – die unmittelbaren Kontaktpersonen, so genannte Kontaktpersonen erster Ordnung. Diese werden deshalb, neben den infizierten Personen, ebenfalls behördlich unter häusliche Quarantäne gestellt. Aber auch für Reiserückkehrer aus einem Risikogebiet, die keinen negativen Test nachgewiesen haben, besteht eine gesetzliche Quarantänepflicht. Wer gegen die Quarantäneauflagen verstößt oder die Auskunft dazu verweigert, dem drohen Geldbußen oder Freiheitsstrafen bis zu zwei Jahren.