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Großes Interesse an alten Gegenständen aus dem Fruchtkasten


Fruchtkastenverkauf 06.11.20Der Verkauf aussortierter Gegenstände aus dem Fruchtkasten am 6. November stieß auf eine große Resonanz: 165 Interessierte wurden über den Tag verteilt gezählt. Zahlreiche Gegenstände fanden neue Eigentümerinnen und Eigentümer. Über 6000 Euro konnten eingenommen werden.
 
„Wir haben den Verkauf lange vorbereitet und auf die Corona-Lage angepasst. Aber mit einer solchen Resonanz haben wir nicht gerechnet“, berichtet Jessica Dubovski, bei der Stadt Herrenberg zuständig für das Projekt Fruchtkasten.  Zusammen mit Natascha Marquardt und Gisela Grandinetti vom Amt für Wirtschaftsförderung und Kultur hat sie diesen Verkauf betreut. Bereits vor dem Beginn um 10 Uhr standen die ersten Interessierten vor der Tür. „Darunter waren zwei Personen, die ganze Häuser einrichten wollten: So hatten wir die vier Türen und die sechs Schränke eine halbe Stunde später schon verkauft“, erzählt Dubovski weiter. Am späteren Vormittag war die Schlange der Interessierten so lange, dass diese bis weit in die Tübinger Straße ging. Zu diesem Zeitpunkt wurden Zeitfenster an die Wartenden vergeben, um die Wartezeit zu verkürzen und Kontakte untereinander zu verringern. Dennoch stand mancher Einkäufer über eine Stunde in der Kälte. Ab der Mittagszeit verlief es ruhiger: Der Ansturm ließ nach und die Besucherinnen und Besucher konnten unter Einhaltung der Corona-Regeln in Ruhe im Fruchtkasten stöbern.

Gründe für den Erwerb

In der Zeit des Verkaufs von 10 bis 17.30 Uhr kamen 165 Interessierte und Neugierige in den Fruchtkasten. Die Motivation fürs Kommen war ganz unterschiedlich: „Manche erstanden ein Stück als Andenken, andere planten aus alten Dingen Neues herzustellen – etwa aus Fenstern Frühbeete, Tafeln oder Bilderrahmen zu machen. Ein Hühnerstall bekam neue Riegel oder ein Wohnzimmer eine neue Tür“, so Dubovski. Die zahlreich vorhandenen Beschläge fanden fast alle ein neues Zuhause: Viele werden als Dekoration in Gärten Platz finden. Manch ein Einkäufer griff zu, um das eigene Haus ordentlich zu restaurieren. Auch Kleidung wurde gut verkauft. Unter den Stücken befanden sich Babymützen, Taufkleider oder Nachthemden mit Stickereien. „Alles etwas aus der Zeit gefallen, aber unglaublich hochwertig verarbeitet oder in mühsamer Handarbeit gehäkelt, gestickt oder gestrickt“, erzählt Dubovski. Ein großer Rechenschieber bekommt ein neues Leben in einer Grundschule, so dass die ABC-Schützen künftig das Rechnen bis 100 damit erlernen dürfen. Bis dahin ist aber noch ein weiter Weg, da der Rechenschieber erst noch restauriert werden muss.

Wertschätzung für alte Gegenstände

Neben dem Verkauf kamen am vergangenen Freitag im Fruchtkasten zahlreiche interessante Gespräche mit den Gästen zustande. So wurde etwa über den Verbleib der Dinge gesprochen oder Führungen durch den Fruchtkasten angeregt. „Wir werden in der nächsten Zeit schauen, welche der Ideen wir umsetzen können, auch im Hinblick auf die Corona-Lage“, blickt Dubovski nach vorne. Fazit des Tages ist, dass es viele Menschen gibt, die alte Dinge wertschätzen und sich dafür interessieren, die zu Hause eigene kleine Sammlungen anlegen oder Altes für Neues nutzen. Mit über 6000 Euro an Einnahmen zeigt sich die Stadtverwaltung sehr zufrieden. Ein Dank geht an die Einkäuferinnen und Einkäufer. Dieses Geld fließt in die Sanierung und Revitalisierung des Gebäudes. Die restlichen Gegenstände kommen mit einem weiteren Teil des übrigen Inventars im Frühjahr 2021 – März oder April - in einen zweiten Verkauf. Der genaue Termin steht derzeit noch nicht fest.