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Ermöglichen statt Verhindern


Mit 35 Jahren ist die Gestaltungssatzung der Herrenberger Altstadt nicht mehr zeitgemäß. In seiner jüngsten Sitzung stimmte der Gemeinderat einstimmig der Überarbeitung der Satzung zu. Trotz der Veränderungen heißt das Ziel der Satzung nach wie vor: „Ermöglichen statt Verhindern“ ohne dabei den Erhalt des historischen Erbes zu vernachlässigen.
 
Seit 38 Jahren steht die Herrenberger Altstadt als Ensemble unter Denkmalschutz und beeindruckt durch ihr zusammenhängendes historisches Fachwerk. Zum Schutz des historischen Stadtbilds wurde eine Altstadtsatzung erarbeitet, die 1985 in Kraft trat. In seiner letzten Sitzung war sich der Gemeinderat einig und erteilte der Verwaltung den Auftrag, diese Gestaltungssatzung zu überarbeiten. Dabei sollen auch die wesentlichen Akteure beteiligt werden, darunter Gemeinderat, Eigentümer und Eigentümerinnen, Gewerbetreibende, Gewerbeverein und das Stadtmarketing.

Zeitgemäße Nutzung und Erhalt des historischen Erbes

Im Fokus steht zum einen die Schaffung von Wohnraum, insbesondere die Ausbaumöglichkeiten von Dachgeschossen und die Nutzung weiterer untergenutzter Flächen, wie Scheunen. Außerdem sollen auch die Erdgeschosszonen gestärkt werden, um den Handel zu unterstützen. Hierzu sollen die Gestaltungsvorgaben, z.B. für Schaufenster, überprüft werden.
Nicht zuletzt spielt auch die Vereinbarkeit von Denkmal- und Klimaschutz eine wichtige Rolle, beispielsweise lässt die aktuelle Satzung innerhalb der Altstadt keinen Einbau von Photovoltaikanlagen auf Hausdächern zu. Nach wie vor sollte das Hauptaugenmerk innerhalb der Herrenberger Altstadt von der Zielsetzung „Ermöglichen statt Verhindern“ geprägt sein. Schließlich bestand auch vor 35 Jahren das Ziel nicht darin, die Altstadt als Museum zu konservieren. Vielmehr soll sie nutzbar und lebendig erhalten werden, ohne dabei den historischen Charakter zu vernachlässigen.
 
Aus diesem Grund muss die Verwaltung nicht nur eng mit den Akteuren, sondern auch mit den zuständigen Denkmalschutzbehörden zusammenzuarbeiten. Anschließend kann die Satzung ähnlich einem Bebauungsplanverfahren nach dem Baugesetzbuch aufgestellt und vom Gemeinderat beschlossen werden. Der Prozess soll von einem erfahrenen Büro begleitet werden. Im nächsten Schritt werden nun Angebote und Verfahrensvorschläge eingeholt. Der Auftrag soll im ersten Halbjahr 2021 vergeben werden. Die Kosten für das Verfahren können gegenwärtig noch nicht beziffert werden.