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Keine erneute Prüfung der I4


Die I4 als Verbindung zwischen Horber und Nagolder Straße und Alternative zum Bahndurchstich I3opt wird nicht nochmals geprüft. Das hat der Gemeinderat in seiner November-Sitzung mehrheitlich beschlossen und damit den Antrag der SPD-Fraktion abgelehnt. Die sah in der durch Corona veränderten städtischen Finanzlage der Stadt und dem neuen Mobilitätsverhalten vieler Menschen während des Lockdowns Gründe für eine erneute Prüfung dieser Option.
 
Der Bahndurchstich I3opt sieht zur Entlastung des Reinhold-Schick-Platzes eine neue Verbindung zwischen Horber und Nagolder Straße vor. Eine Fußgängerzone im oberen Bereich der Horber Straße soll zusätzlich die Verbindung zwischen Bahnhof und Altstadt stärken. Dieser Verkehrserschließungsvariante für die Herrenberger Innenstadt hatte der Gemeinderat im Mai 2019 mit klarer Mehrheit zugestimmt. Nun wird, auch nach Vorgesprächen mit der Bahn, geprüft, wie das Vorhaben realisiert werden kann. Im Februar soll der Gemeinderat entscheiden, wo Durchstiche geplant sind. I3opt würde einen solchen zur Nagolder Straße auf Höhe der Aischbachstraße vorsehen. I4 hingegen würde keinen Durchstich vorsehen, um Horber und Nagolder Straße miteinander zu verbinden und den Reinhold-Schick-Platz zu entlasten.
 

I4 fehlt es an Wirksamkeit zur Verkehrsentlastung

Als eine von 17 Varianten wurde die Variante I4 – ein Bypass am Reinhold-Schick-Platz entlang der Bahnlinie von der Horber zur Nagolder Straße - bereits im Oktober 2012 auf Verkehrswirksamkeit, Eingriff und Aufwand geprüft. Besonders bei dem maßgeblichen Kriterium der Verkehrswirksamkeit hatte die Alternative sehr schlecht abgeschnitten. Problematisch wurde damals unter anderem die für LKW und größere Fahrzeuge zu enge Kurve von der Horber zur Nagolder Straße bewertet.
 

Stimmen aus dem Gemeinderat

Die Alternativen wurden im Plenum kontrovers diskutiert. So sei I4 für Annegret Stötzer-Rapp (Grüne) keine Alternative, eine sogenannte „Nulllösung“ hingegen nur nach eingehender Faktenprüfung denkbar, „wenn wir kein Geld für I3opt haben“. CDU-Fraktionsvorsitzender Dieter Haarer hingegen erklärte, man habe sich bereits intensiv über die Alternativen und deren Machbarkeit beraten. Eine erneute I4-Prüfung sei deswegen überflüssig, sie „kann verkehrlich an der Stelle nicht funktionieren“. Trotz unterschiedlicher Ansichten entschied sich das Gremium letztlich mit großer Mehrheit gegen die Prüfung der I4.