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Feinschliff am Seelesplatz


In seiner jüngsten Sitzung hat der Gemeinderat der Entwurfsplanung des Seelesplatz zugestimmt. Baubürgermeisterin Susanne Schreiber hatte einen verbesserten Entwurf vorgestellt. Dieser enthielt auch Anregungen aus der letzten Sitzung des Technischen Ausschusses. Weitere Kritik wurde zu den Kosten und dem Radwegesystem geäußert.
 
Der Seelesplatz zwischen Küferplatz und Nufringer Tor soll zu einem attraktiven Aufenthaltsort umgestaltet werden. Damit wird auch eine verbesserte Verbindung zwischen Seeländer-Areal und Altstadt angestrebt. Ein einheitlicher Stadtbodenbelag wird dies auch optisch verdeutlichen. Insgesamt sieht der Entwurf einen Boulevard-Charakter vor: Neben einer zentralen Wasserfläche als „Seele“ und einer ansprechenden Begrünung finden sich unter anderem auch moderne Sitzgelegenheiten darin wieder.
 

Anpassungen im Entwurf

In der letzten Gemeinderatssitzung präsentierte Baubürgermeisterin Susanne Schreiber die Änderungen im Entwurf, die auf Anregung des Technischen Ausschusses eingearbeitet wurden. So habe man mehrere Sitzbänke zu Gruppen angeordnet, um die Kommunikation zu stärken. Die jetzige Planung sieht auch die Aufwertung der Stadtmauer am Bronntor durch eine Grünfläche und die Verlegung des geplanten Fahrradständers von der Hirschgasse in die Nähe der Wasserfläche vor. Für die Fahrradwege wolle man „keinen Schilderwald, sondern mit Piktogrammen auf dem Boden arbeiten“, so Schreiber. Das Radwegesystem und dessen Umsetzung soll mit dem ADFC (Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V.) beraten werden.
 
Besonders für Kritik gesorgt hatten zuvor die als nicht ausreichend angesehen Grünflächen und die geplanten Baumfällungen. Auch hier habe man nachgearbeitet und weitere Bäume eingeplant. Außerdem würden fünf Fällungen durch neun Neupflanzungen ausgeglichen und weitere Bestandsbäume beibehalten. Weiter soll der Bereich der Stadtmauer entlang des Bronntors durch Sitz- und Grünflächen verschönert werden. Am Küferplatz sind neben zusätzlichen Bäumen ein wasserdurchlässiger Belag geplant, „sodass sich das Oberflächenwasser in diesem Bereich anstauen und dann versickern kann“, so Susanne Schreiber. Im Technischen Ausschuss hatte Heike Voelker (Grüne) den negativen Bodenwasserhaushalt bemängelt, der sich auch negativ auf das Wachstum der Bäume auswirken könne. Auch aus diesem Grund habe man nun mehr Wurzelraum eingeplant, 15 Kubikmeter für jeden Baumstandort, um eine nachhaltige Vitalität der Bäume zu gewährleisten.
 

Mühe für Feinschliff gelobt

Die Wortmeldungen zu den Veränderungen fielen größtenteils positiv aus. „Die Diskussion im Technischen Ausschuss und der Feinschliff haben sich gelohnt“, fasste Petra Menzel (SPD) zusammen. Grünen-Fraktionsvorsitzende Annegret Stötzer-Rapp hält die Gleichberechtigung zwischen Fußgängern, Radfahrern und Autofahrern als „gut gelöst“. Sie lobte unter anderem das Aufgreifen des Wasser-Themas in Bezug auf das frühere „Seele“. Parteikollegin Heike Voelker sieht bei der Kostenplanung allerdings noch Verbesserungsbedarf. Im Entwurf sei viel Granit eingeplant, der sehr teuer ist. Es sei zu überlegen, ob die Kosten an dieser Stelle reduziert werden können. Diskutiert wurde auch das geplante Radwegesystem: So wünscht sich Waltraud Pfisterer-Preiss für die Zukunft ein komplettes und eindeutiges Radwegenetz für Herrenberg. Thomas Deines, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler, warf ein: „Nicht nur das geplante Pflaster, sondern auch ein Stück weit diese Diskussion ist kleinteilig.“ Dennoch war sich der Gemeinderat am Ende einig und stimmte der Planung des Landschaftsarchitekten Fromm mit großer Mehrheit zu. Die Arbeiten können nun ausgeschrieben und vergeben werden.