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Schäferlinde wird urban


Auf dem Schäferlinde-Areal entlang der Mühlstraße und Nagolder Straße will die Stadt Herrenberg gemeinsam mit der Firma Instone Real Estate Development GmbH ein urbanes Wohnquartier schaffen. In seiner letzten Sitzung in diesem Jahr hat der Gemeinderat dem geplanten Vorgehen zugestimmt.
 
Noch wird die circa 1,1 Hektar große Fläche östlich der Mühlstraße in der Innenstadt als private Grünfläche genutzt. In den kommenden Jahren soll im Bereich der Schäferlinde aber ein attraktives, gemischt genutztes Wohnviertel mit 120 bis 140 Wohnungen entstehen. Auch bezahlbaren Wohnraum soll es dort geben: 20 Prozent sollen dem geförderten Wohnungsbau gewidmet sein. Um das Vorhaben umzusetzen, muss jedoch der Bebauungsplan aus dem Jahr 1993 abgeändert werden. Die darin festgelegten Vorgaben widersprechen der geplanten verdichteten Bauweise, aber auch der Absicht, dort ausschließlich Wohngebäude zu bauen. Die Planung ist jedoch auch abhängig von der Realisierung eines geplanten Hochwasserrückhaltebeckens am Erzlochgraben, da das Areal überschwemmungsgefährdet ist. Um eine hohe Qualität sicherzustellen, stimmte der Gemeinderat in seiner Sitzung am 15. Dezember auch dem Vorhaben der Firma Instone zu, einen Architektenwettbewerb auszuloben, zu dem fünf Planungsbüros eingeladen werden sollen. Der Siegerentwurf dient als Grundlage für den Bebauungsplanentwurf und die weitere Planung.

Noch keine Nägel mit Köpfen

Jörn Gutbier, Fraktionsvorsitzender der Grünen, schlug vor, Gemeinderatsvertreter als Fachpreisrichter in die Jury des Architektenwettbewerbs einzubinden: „Schließlich haben wir ein großes Interesse an der städtebaulichen Qualität.“ Baubürgermeisterin Susanne Schreiber erklärte, momentan Vertreter des Gremiums lediglich als Berater vorgesehen. Auf Jörn Gutbiers erneut geäußerte Bedenken zur verdichteten Bauweise hin versicherte Oberbürgermeister Thomas Sprißler: „Ich werde den Hinweis in die weiteren Verhandlungen tragen und Ihnen davon berichten, bevor Nägel mit Köpfen gemacht werden.“ Auch die Verkehrsanbindung werde in der kommenden Planung untersucht, erklärte er dem CDU-Fraktionsvorsitzenden Dieter Haarer. Dieser hatte die fehlende Erläuterung dazu in den bisherigen Plänen bemängelt. Die Verkehrsanbindung hänge jedoch maßgeblich von der weiteren Planung ab, die auf Grundlage der Ergebnisse des anstehenden Wettbewerbs erfolgt, so der OB weiter.