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Es lebt sich gut in der Herrenberger Altstadt


Mit einer Ideenwerkstatt für Bewohnerinnen und Bewohner der Herrenberger Altstadt startete 2019 die Quartiersarbeit.
Mit einer Ideenwerkstatt für Bewohnerinnen und Bewohner der Herrenberger Altstadt startete 2019 die Quartiersarbeit.

Wie hoch ist die Lebensqualität in der Herrenberger Altstadt und was war eigentlich das Modellprojekt „Quartier2020“? Bis Juli 2020 lief dazu eine Umfrage unter den Bewohnerinnen und Bewohnern der Herrenberger Altstadt. Jetzt sind die Ergebnisse da: Insgesamt lebt es sich in der Altstadt gut, manche Engagement-Angebote sind jedoch unbekannt.
 
Insgesamt 127 Altstadtbewohnerinnen und -bewohner haben an der Umfrage im Rahmen des Modellprojektes „Quartier2020 – Gemeinsam.Gestalten.“ teilgenommen. Der Fragebogen erreichte alle Haushalte in der Altstadt per Post, konnte aber auch online ausgefüllt werden. „Wir bedanken uns sehr für die Teilnahme“, sagt Gina Sarnecki-Klink, die ein duales Studium im Team Beteiligung und Engagement absolviert. Die Studentin der Sozialen Arbeit an der Universität Heidenheim hat gemeinsam mit der Quartiersmanagerin Ines Böttcher die Umfrage konzipiert und ausgewertet.
 
Der Fokus der Umfrage lag, wie die Quartiersarbeit im Allgemeinen, auf dem nachbarschaftlichen Zusammenleben. „Konkret wollten wir mit der Umfrage herausfinden, wie die nachbarschaftlichen Projekte und Aktionen in der Altstadt angekommen und welche Angebote im Bereich des Engagements bekannt sind“, erläutert Ines Böttcher. „Uns interessierte auch, wie sich die Altstadtbewohnerinnen und –bewohner in ihrer Nachbarschaft fühlen und was sie sich für die Altstadt und ihre Nachbarschaft wünschen“, ergänzt Gina Sarnecki-Klink.

Klosterhof als Bürgerhaus bekannt

Den Antworten nach lebt es sich im Herzen von Herrenberg gut. Die Nachbarschaft hat einen wichtigen Stellenwert. So hat sich die Mehrheit schon einmal vertrauensvoll an ihre Nachbarschaft gewandt, beispielsweise um etwas auszuleihen. Für gemeinsame Aktivitäten, wie Grillen, haben sich 32 Prozent getroffen.

Aber es gibt auch Verbesserungspotenzial: So kennen rund 20 Prozent ihre Nachbarn oder Nachbarinnen gar nicht oder werden nicht gegrüßt. Dabei hatten alle angegeben, dass sie sich für ihre Nachbarschaft grundsätzlich interessieren. Während der Corona-Pandemie hatten sich im Sommer 2020 die Verhältnisse zur Nachbarschaft nicht signifikant verändert. Ein weiteres Ergebnis: „Der Klosterhof als offenes Bürgerhaus ist bereits gut bekannt“, sagt Gina Sarnecki-Klink. „Aber viele Bürgerinnen und Bürger wissen nicht, welche Möglichkeiten zur Beratung es im bürgerschaftlichen Engagement gibt.“ Fördergelder für Engagement-Projekte, das Dankeschönfest, Beratung und Weiterbildung für Ehrenamtliche waren unter den Befragten weniger bekannt. Ein weiteres Ergebnis: Knapp die Hälfte der Befragten kannte das Modellprojekt „Quartier2020 – Gemeinsam.Gestalten.“ noch nicht.

Nachbarschaftsfest auf Wunschliste

Befragt nach ihren Wünschen, schrieben die Teilnehmenden, dass sie sich mehr nachbarschaftliches Miteinander, wie ein Nachbarschaftsfest, wünschen. Auch mehr Sauberkeit, Begrünung, Angebote für Jugendliche und interkulturelle Begegnungen sind gewünscht.   Immer wieder tauchen auch Ideen für Aktionen gegen das Ladensterben in Einzelhandel und Gastronomie, Ideen zur Verkehrsplanung und die Bitte nach besserer Kommunikation zwischen Bürgerschaft und Stadtverwaltung auf.

Über die Quartiersarbeit

Vor zwei Jahren war das Modellprojekt in der Herrenberger Altstadt gestartet, um das nachbarschaftliche Miteinander zu stärken. Während des Modellprojektes haben nachbarschaftliche Gruppen eine Schaufensterausstellung, ein Nachbarschaftsbrunch, einen Bücherschrank und eine neue Sitzbank vor der Spitalkirche initiiert und umgesetzt. Weitere Vorschläge aus der Ideenwerkstatt, dem Auftakt des Modellprojektes, wie die Themen Sauberkeit und Verkehr, wurden innerhalb aktiver Gruppen intensiv diskutiert. Einige Ideen konnten inzwischen mit dem Herrenberger Stadtmarketing oder der Spitalkirche umgesetzt werden.  In den kommenden vier Jahren wird die Quartiersarbeit auf die gesamte Kernstadt ausgeweitet, auch hierfür sind die Ergebnisse der Umfrage interessant.

Kontakt zur Quartiersmanagerin

Auch in Zukunft können sich die Bewohnerinnen und Bewohner aktiv an Projekten der Quartiersarbeit beteiligen, eigene Wünsche und Bedarfe einbringen oder neue Ideen voranbringen. So soll die Lebensqualität für alle erhöht werden.

Bei Fragen und Anregungen zur Quartiersarbeit hilft Ines Böttcher, die Quartiersmanagerin der Stadt, weiter, Kontakt: i.boettcher@herrenberg.de.