Nachricht

Jugendworkshop zur Kulturkonzeption


Wie derzeit so vieles fand auch der am Samstag, 16. Januar, abgehaltene Jugendbeteiligungsworkshop zur Kulturkonzeption online statt. Die von der Stadt Herrenberg organisierte Veranstaltung ist Teil der neuen Kulturkonzeption, die das Amt für Wirtschaftsförderung und Kultur gemeinsam mit verschiedenen Interessensgruppen aktuell erarbeitet und so Schwerpunkte für die Ausgestaltung der Herrenberger Kulturlandschaft in den kommenden Jahren festlegt.
 
Acht Jugendliche und sechs Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Jugendkulturvereine aus Herrenberg nutzten die Gelegenheit, mit der Stadtverwaltung zum Thema Kultur ins Gespräch zu gehen: Es wurden zum einen die Ergebnisse der bisherigen Workshops zur Kulturkonzeption, die bereits im vergangenen Jahr mit der Bürgerschaft und Kulturschaffenden stattfanden, vorgestellt. Zum anderen riefen sich die Teilnehmenden nochmals die Erkenntnisse der Online-Umfrage zum Kulturverständnis und den Kulturorten vor Augen, bevor sie sich dann in zwei virtuelle Räume aufteilten.
 
Schwerpunkt Jugendräume und Kulturveranstaltungen
Zwei Themen waren hierbei zentral: Jugendräume und Kulturveranstaltungen. So wurden vor allem die neue Freizeitanlage im Längenholz und die Möglichkeiten im Herrenberger Jugendhaus gelobt. Allerdings merkten die Jugendlichen auch an, dass das Jugendhaus nicht alle heranwachsenden Herrenbergerinnen und Herrenberger gleichermaßen anspreche und es keine überdachten Jugendräume in der Herrenberger Innenstadt gäbe: Die Jugendlichen wünschen sich allem voran Räume, an denen sie sich wohl fühlen und kreativ entfalten können. Sowohl interkulturelle Begegnungen sollen stattfinden, aber auch Rückzugsmöglichkeiten geboten werden. Die Heranwachsenden betonten dabei, dass die Jugendräume Räume sein sollten, an denen man sich sicher fühlt, die sauber und bei denen pädagogische Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner vor Ort sind, wenn sie gebraucht werden. Der Klosterhof, der auch von vielen anderen Gruppen genutzt wird, bietet nach Meinung der Jugendlichen diese Infrastruktur nicht. Daher ist eine Forderung der Jungen und Mädchen, dass gemeinsam mit der Stadtverwaltung Konzepte erarbeitet und Möglichkeiten ausgelotet werden.
Auch die Ideen rund um den Themenschwerpunkt Kulturveranstaltungen waren vielfältig und reichten vom Erhalt bestehender Veranstaltungen, wie dem „Feschtiiwaal“, bis hin zu interkulturellen Kochevents. Zudem wünschen sich die Jugendlichen mehr Partizipationsmöglichkeiten bei der Planung städtischer Veranstaltungen, wie beispielsweise den Sommerfarben, um so ihre Sichtweisen noch stärker einbringen zu können. Gerade bei Jugendkulturveranstaltungen soll der öffentliche Raum leichter nutzbar gemacht werden. Auch hier waren die Vorschläge und Einfälle der Teilnehmenden aus den Jugendkulturvereinen kreativ: Eine Pop-Up Kleinkunstbühne auf dem Gelände der neuen Freizeitanlage im Längenholz oder die mögliche Nutzung leerstehender Gebäude in der Innenstadt für Ausstellungen und „Wohnzimmer-Konzerte“.
Ralf Heinzelmann, Leiter des Amts für Wirtschaftsförderung und Kultur, Ulrike Kuder, Abteilungsleiterin für den Bereich Kultur, sowie die Projektmanagerin der Kulturkonzeption Elsa Riebelmann waren für die Stadt Herrenberg anwesend. Unterstützung gab es von Lia Stöffler, Referentin für Demokratie Leben! vom Team Beteiligung und Engagement sowie von Michael Wolfschläger vom Stadtjugendring Herrenberg, der die Jugendbeteiligung im Auftrag der Stadt Herrenberg ausführt.
 
Weiteres Verfahren
Die Ergebnisse aller Beteiligungsverfahren kommen in den Entwurf der Kulturkonzeption, der dem Gemeinderat vorgelegt wird. Sobald dieser hierzu Rückmeldung gibt, können die Jugendlichen in einer Projektgruppe „Kulturkonzeption“ nochmals Stellung beziehen. Zuletzt folgt ein Abschlussworkshop mit Jugendlichen, Bürgerschaft, Kulturschaffenden und Verwaltung. In diesem wird der Entwurf dann finalisiert, einzelne Ziele priorisiert und Zuständigkeiten und Maßnahmen festgelegt. Die fertige Kulturkonzeption soll im Juni 2021 im Gemeinderat beschlossen werden.
 
Lust, dich einzubringen?
Der Stadtjugendring Herrenberg e.V. setzt im Auftrag der Kommune die Kommunale Jugendbeteiligung um. Diese wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“.
Jugendliche, die sich der Projektgruppe „Kulturkonzeption“ anschließen möchten, können sich an Michael Wolfschläger vom Stadtjugendring wenden: Telefonisch oder per WhatsApp unter 0159 02201900 sowie per E-Mail an michael.wolfschlaeger@sjr-hbg.de. Bei weiteren Anregungen oder Fragen zur Kulturkonzeption der Stadt Herrenberg können sich Interessierte gerne unter kultur@herrenberg.de bei Elsa Riebelmann vom Amt für Wirtschaftsförderung und Kultur melden.