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Agenda 2030 lokal umsetzen: Stadtkaffee-Verköstigung und Lastenrad-Einweihung


Herrenberg kommt auf dem Weg der Nachhaltigkeit voran. Am Donnerstagnachmittag haben Passanten im Klosterhof den neuen Stadtkaffee verkostet und das neue E-Lastenrad als mobilen Informationsstand der Fairtrade-Familie bestaunt. Dank mehrerer lokaler Kooperationspartner konnten die Stadt und die Bananologen die Projekte trotz Corona-bedingten Umwegen in die Tat umsetzen.

Herrenberg entwickelt sich weiter: In der Verwaltung wird ab jetzt vermehrt der gerecht gehandelte Stadtkaffee ausgeschenkt. In zwölf Geschäften kann man ihn auch für den eigenen Haushalt erwerben (alle Verkaufsstellen sind unter www.herrenberg.de/stadtkaffee zu finden). Im Klosterhof haben ihn rund 100 Passanten am Donnerstagnachmittag gekostet. „Es gibt die Röstungen Hell, Medium und Dunkel“, erklären Lukas Harbig und Daniel Kraus von der Gültsteiner cumpa GmbH, die auf Direktimport von Kaffee mit sozialer und ökologischer Verantwortung spezialisiert ist. Schokoladige und fruchtige Noten zeichnen die Sorten aus. Die cumpa GmbH und die Gültsteiner Rösterei Maycoffee, der zweite regionale Partner, bereiteten den Kaffee vor Ort frisch zu. Sie haben schon mehrfach miteinander kooperiert.

In seiner Ansprache erinnerte der Oberbürgermeister Thomas Sprißler an die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen, die im Herrenberger Leitbild verankert werden sollen. „Nur so kommen wir der Erreichung der globalen Ziele näher, wenn wir sie lokal auch ausfüllen“, sagte er. Lena Schuldt, die Koordinatorin für kommunale Entwicklungspolitik, und die Ehrenamtlichen Annalena Fritsch und Moritz Schuker haben als Teil des Teams um den Herrenberger Stadtkaffee die Verköstigung ermöglicht. „Es macht mich sehr, sehr stolz, dass sich hier die Menschen so engagieren“, sagte Lena Schuldt. Elena Muguruza, Fachpromoterin für den fairen Handel vom Dachverband Entwicklungspolitik Baden-Württemberg e. V. präsentierte eine Eulenfingerpuppe als Symbol für das breit gefächerte Wissen, das es in Herrenberg zu entwicklungspolitischen Themen bereits gibt. Auf Schautafeln kann man verfolgen, wie der Kaffee angebaut wird. Er wächst in Moyobamba im Bergregenwald in Peru und wird von der Kooperative Aproeco verarbeitet, zu der sich insgesamt 300 Farmerfamilien zusammengeschlossen haben.

Ein E-Lastenrad für die Fairtrade-Familie

Der Stadtkaffee ist nicht die einzige Neuerung: Zeitgleich haben die Bananologen im Klosterhof erstmals das schicke, schwarze E-Lastenrad präsentiert. Es soll für entwicklungspolitische Bildungsarbeit und Nachhaltigkeits-Aktionen genutzt werden. „Das neue Rad ist ein Hingucker“, findet Birgit Metzdorf von den Bananologen. Es verfügt über viel Stauraum, ausklappbare Tische und eine Schublade, die mit Info- und Anschauungsmaterial bestückt sind. „Jetzt können wir ohne Auto in die Teilorte fahren“, meint Metzdorf. In Workshops für Kindergärten und Schulen veranschaulichen die Bananologen den Jüngsten die Vorteile des fairen Handels. Einen Namen hat das Gefährt auch schon: Es heißt FaRe und spielt damit auf Herrenberger Weg an. „Fair und regional – so haben wir uns 2015 auf den Titel „Fairtrade-Stadt“ beworben, und so halten wir es bis heute“, erklärt Metzdorf.

Alle Mitglieder der Fairtrade-Familie können das Rad nutzen. Insgesamt vier Institutionen haben kooperiert, damit der Traum Wirklichkeit wurde: Die Firma Holczer Radsport übernimmt für fünf Jahre die Wartung und Reparatur. Der Eigentümer des Rads ist der Partnerschaft Dritte Welt e.V. mit Weltladen. Untergestellt wird es bei Keimling Naturkost, der auch die Buchung organisiert. Finanziert haben die Bananologen das Rad mit Hilfe der Landesförderung Baden-Württembergs für Lastenräder und mit Mitteln der Stadt, des Projektepools und der Sparkasse. Mit Spenden kann jeder dazu beitragen, dass das Fahrrad auch einen Sonnenschirm erhält. Wer Mitglied der Fairtrade-Familie werden will, kann sich bei Lena Schuldt melden.

Kontakt zu den Bananologen

bananologen@gmx.de

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Redakteur / Urheber
Anne Abelein