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Planungsleistungen werden an Fachingenieure vergeben


Das Projekt „Sanierung des Fruchtkastens“ erreichte einen weiteren Meilenstein: Der Gemeinderat vergab in seiner Sitzung am Dienstag, 27. April, Leistungen an verschiedene Fachplanungsbüros. Nach der Förderzusage aus dem Programm „Nationale Projekte des Städtebaus“ können die Arbeiten jetzt vorangetrieben werden.

Der Gemeinderat hat Aufträge in Höhe von insgesamt rund 790.000 Euro brutto für folgende Fachplanungen an verschiedene Büros aus der Region vergeben: Elektroplanung, Tragwerksplanung, Bauphysik, Brandschutz, Energiekonzeption, Lichtplanung, Medienhardwareplanung, Außenanlagen und Kurator. Das Atelier Brückner aus Stuttgart und die städtische Projektsteuerin Jessica Dubovski haben zu Beginn des Jahres entsprechende Online-Vergabegespräche geführt.

Auswahl der Fachplaner

Die Qualität der vorgestellten Referenzen und Fachplaner waren unterschiedlich. Die ersten Plätze belegten durchweg Büros, die sich nicht nur durch hervorragende Referenzprojekte hervorgehoben haben, sondern auch durch die Präsentation des Teams und deren Arbeitsweise. Vor allem die intensive Auseinandersetzung bereits vor dem Vergabegespräch zeigte deren Qualität und Bereitschaft, mit vollem Engagement am Fruchtkasten zu arbeiten. Die bei den jeweiligen Büros für das Projekt vorgesehenen Mitarbeiter konnten ebenfalls überzeugen. „Dieser Punkt ist nicht zu unterschätzen, da Qualität und Termintreue bei gleichzeitiger Kostensicherung nur als Gemeinschaftsleistung vom planenden Architekturbüro mit den Fachplanern und der Stadt Herrenberg erzielt werden können“, erklärt Jessica Dubovski.

Ein Schwerpunkt bei der Auswahl lag auf Regionalität: Büros aus der Region sorgen für Wertschöpfung vor Ort, kurze Wege bei der Abstimmung und leisten einen Beitrag zur Ökologie. Als Kurator konnte die Firma HistoriCity GbR von Marcel vom Lehn aus Berlin überzeugen. Vom Lehn hat bereits 2017 für das Archiv die NS-Zeit der Stadt Herrenberg aufgearbeitet und kennt sich mit der Geschichte in Herrenberg bereits gut aus. Die Planung von Heizung, Lüftung und Sanitäranlagen wurde EU-weit ausgeschrieben, mit den Ergebnissen ist Ende April zu rechnen.

Weiterer Schritt nach vorne

Mit dieser Vergabe geht es einen wichtigen Schritt in Richtung Realisierung: „Denn ohne eine durchdachte Planung kann kein Baugesuch eingereicht, können keine weiteren Fördermittel aktiviert und keine nächsten Überlegungen vorangetrieben werden“, erklärt OB Thomas Sprißler.

Mitte März wurde bekannt, dass die Stadt Herrenberg vier Millionen Euro an Zuschüssen aus dem Bundesprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“ für den Fruchtkasten erhält. Unter 98 Bewerbungen wurde Herrenberg als eine von 24 Städten ausgewählt. „Wir sind uns ziemlich sicher, dass wir die Fördersumme durch die Berücksichtigung bei weiteren Programmen noch erhöhen können“, so Sprißler weiter. Denn: Diese Förderung zeigt auch anderen Mittelgebern, dass das Fruchtkasten-Projekt unterstützenswert ist. „In Zeiten einer Pandemie als nationales Projekt ausgezeichnet zu werden, zeigt uns, wie wichtig der Erhalt und die Revitalisierung des Fruchtkastens ist. Der Fruchtkasten wird die Altstadt am Tübinger Tor bereichern und ein wichtiger Ausgangspunkt für zahlreiche Veranstaltungen und Aktionen sein“, sagt Sprißler.