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Kita-Neubau im Bereich südliches Längenholz


Im März hatte der Gemeinderat die Entscheidung vertagt. Nach einer zweiten Runde im Technischen Ausschuss folgte nun der Beschluss: In seiner Sitzung am 27. April gab der Gemeinderat grünes Licht für den Bau einer fünfgruppigen Kindertagesstätte am Standort südliches Längenholz. Dabei soll auch ein funktionales Raumbuch als Blaupause für künftige Kita-Bauvorhaben erstellt werden.

In seiner Sitzung am 27. April hat der Gemeinderat den Bau der Kita am Standort südliches Längenholz mehrheitlich beschlossen. Voraussichtlich im kommenden Jahr soll der Bau beginnen. Die fünfgruppige Einrichtung in der Kernstadt könnte ihren Betrieb dann Anfang 2023 aufnehmen. Der Bau ist in System- und Holzbauweise mit hohem Vorfertigungsgrad vorgesehen und ermöglicht so eine reduzierte Bauzeit vor Ort. So kann die Stadtverwaltung möglichst effizient weitere 80 Betreuungsplätze schaffen und dabei den zweijährigen Zeitplan einhalten. Auf zwei Etagen werden zwei Krippengruppen mit je 10 Kindern, eine Mischgruppe mit 20 Plätzen sowie zwei Gruppen für Kinder ab drei Jahre mit insgesamt 40 Plätzen unterkommen – jeweils als Ganztagesbetreuung. Wie notwendig die Plätze sind, zeigte die Bedarfsplanung der Stadtverwaltung im letzten Jahr: Ab 2023 werden in Herrenberg bis zu 235 weitere Plätze benötigt. Um den Kita-Ausbau weiter voranzutreiben, sind im Jahr 2021 Investitionen in Höhe von 11,5 Millionen geplant. Im Haushalt 2021 ff. sind für den Neubau der Kita im südlichen Längenholz zunächst vier Millionen Euro brutto hinterlegt. In 2021 stehen insgesamt 300.000 Euro zur Verfügung.

Raumbuch

Im Zuge der ersten Planungsschritte für den Kita-Neubau soll eine Bedarfsplanung und ein sogenanntes funktionales Raumbuch erstellt werden – eine Art Blaupause, die auch auf künftige Kita-Bauprojekte angewendet werden kann. Bereits im März stand die Vergabe des entsprechenden Planungsauftrags auf der Tagesordnung des Gemeinderates. Aufgrund von Unklarheiten zu Inhalt und Nutzen hatte das Gremium seine Entscheidung jedoch vertagt und um erneute Beratung im Technischen Ausschuss gebeten. Nachdem dort offene Fragen beantwortet werden konnten, stimmten die Mitglieder des Gemeinderates am 27. April mehrheitlich für die Erarbeitung einer Bedarfsplanung mit funktionalem Raumbuch. Beauftragt wird das Büro Wolfram GmbH & Co. KG, Management & Finance. Das Dokument soll die allgemeinen Grundlagen für künftige Kita-Bauprojekte definieren, zum Beispiel, welche baulichen und pädagogischen Anforderungen erfüllt sein müssen. Spätere Projekte könnten durch die „Blaupause“ beschleunigt werden, da man sich auf formulierte Standards beziehen kann.

Stimmen aus dem Gemeinderat

Dieter Haarer, Fraktionsvorsitzender der CDU, äußerte Bedenken an dem Vorhaben; zum einen an den Kosten für Bedarfsplanung und Raumbuch in Höhe von rund 100.000 Euro. Sie seien „eine Ausgabe, die uns doch eine Hausnummer zu groß erscheint“. Zum anderen bezweifle er, ob das ausgewählte Büro, das im Bereich Management und Finanzen zu verorten sei, „das richtige dafür ist“. Grünen-Abgeordnete Dr. Heike Voelker erklärte sich nach den anfänglichen „Irritationen und gewissen Kommunikationsschwierigkeiten“ bereit, mit der Bedarfsplanung und dem funktionalen Raumbuch einen neuen Weg zu beschreiten. Dieser sei zwar „noch kein ausgetrampelter Pfad, sondern ein schmaler Grat. Aber lassen Sie uns wandern“, forderte sie Baubürgermeisterin Susanne Schreiber auf.