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Parkhaus-Sanierung lohnt sich nicht


Das 30 Jahre alte P&R-Parkhaus am Bahnhof sanieren, erweitern und fit zu machen für die Zukunft – daraus wird vorerst nichts. Die Untersuchung des Gebäudebestands durch hoch spezialisierte Fachleute hat ergeben, dass der Sanierungsaufwand die Grenzen der Wirtschaftlichkeit weit überschreitet. Daher hat der Gemeinderat in seiner Sitzung am Dienstag die Reißleine gezogen und die Verwaltung beauftragt, neu zu planen.

Übergangsweise wird das Parkhaus an der Endhaltestelle der S1 so gesichert, dass hier weiter geparkt werden kann. Gerade für Pendler aus der Umgebung ist das P&R-Angebot am Herrenberger Bahnhof ein wichtiger Bestandteil im alltäglichen Mobilitätsmix.

Eine Untersuchung zu Jahresbeginn hat ergeben, dass sowohl der Beton als auch die eingelegte Armierung starke Schädigungen aufweisen, die erst mit aufwändigen Fachverfahren zu erkennen waren. Somit steigt der ursprünglich ermittelte Sanierungsaufwand von unter 2 Millionen Euro auf fünf bis sechs Millionen.

Damit könnte das Gebäude theoretisch für 15 weitere Nutzungsjahre flottgemacht werden. Für eine Aufstockung um rund 100 Plätze wären weitere zwei Millionen nötig und für eine 30-jährige Nutzungsperspektive müssten mehr als 8 Millionen Euro investiert werden – zuviel für den Wirtschaftsplan der Stadtwerke und den städtischen Haushalt, folgerten Verwaltung und Gemeinderat einhellig. Einstimmig sprach sich das Gremium in seiner Sitzung am Dienstag dafür aus, das Projekt Erweiterung und Sanierung des P&R Parkhauses nicht weiter zu verfolgen und beauftragte die Verwaltung, das Gebäude so zu sichern, dass hier vorerst weiter geparkt werden kann, und für die Zukunft neue Vorschläge zu entwickeln.

Deshalb soll nun eine neue Perspektive in den Blick genommen werden: den Abbruch des bestehenden Gebäudes und Neubau eines Parkhauses. Für die nächsten fünf Jahre kann das Parkhaus mit einigen wenigen Sicherungsmaßnahmen vorerst gefahrlos weiter genutzt werden. Auch bei einem Neubau besteht die Aussicht auf Fördermittel für zusätzliche Parkplätze. Außerdem besteht so die Gelegenheit, künftige städtebauliche Entwicklungen rund um den Bahnhof in die Planung einzubeziehen.

Für die Zukunft weiterdenken

Die Verwaltung geht von einem zunehmenden Bedarf an P&R-Stellplätzen aus, wenn die neuen Baugebiete im Aischbachquartier und an der Schäferlinde realisiert werden und die dortigen Pendler-Stellplätze perspektivisch wegfallen. Außerdem bietet eine neue Planung die Chance, zukunftsorientierte Aspekte wir Fahrradparken, E-Mobilität und Service stärker zu berücksichtigen. Der Gemeinderat hat daher die Verwaltung beauftragt, für die Schaffung von ausreichenden P&R Stellplätzen im nördlichen Bereich des Bahnhofes eine ganzheitliche Betrachtung mit Einbeziehung weiterer Flächen im Quartier unter städtebaulichen Aspekten vorzunehmen.