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Was macht die Stadt eigentlich zum Thema...?


Wie kann man städtische Themen verständlich und kurzweilig vermitteln? Die Schülerfirma HandmadeClips macht mit einem Video zum Thema bezahlbarer Wohnraum vor, wie es geht. Der kurze Clip ist ab sofort auf herrenberg.de abrufbar und bildet den Auftakt einer neuen Videoreihe unter dem Titel „Was macht die Stadt eigentlich zum Thema...?“. Die Idee dazu hatte der Begleitausschuss von „Demokratie leben!“.

Stadtpolitik steht manchmal im Ruf, kompliziert, langweilig und abgehoben zu sein. Dass dem nicht unbedingt so ist, möchten der Begleitausschuss von Demokratie leben! und die Stabsstelle Steuerung und Kommunikation mit einer neuen Videoreihe zu verschiedenen städtischen Themen zeigen. Die Videos werden unter www.herrenberg.de/wasmachtdiestadt und auf den Social-Media-Kanälen der Stadt veröffentlicht. Das Besondere: Zu jedem Video können Bürgerinnen und Bürger Fragen einreichen. Die Fragen aus der Bürgerschaft werden dann gesammelt beantwortet.


Erstes Video zu bezahlbarem Wohnraum

Die Reihe startet mit einem Video zum Thema bezahlbarer Wohnraum, das die Schülerfirma HandmadeClips für ein Pilotprojekt gedreht hat. Darin beantworten Oberbürgermeister Thomas Sprißler und Baubürgermeisterin Susanne Schreiber knapp und auf den Punkt gebracht, was sich in Herrenberg in Sachen bezahlbarer Wohnraum tut.

Wann spricht man eigentlich von schwer bezahlbarem Wohnraum? Diese Frage beantwortet Baubürgermeisterin Susanne Schreiber mit einer EU-Definition: Prekär wird die Situation dann, wenn die Bewohnerinnen und Bewohner mehr als 40 Prozent ihres Einkommens für die Miete ausgeben müssen. Woran liegt es aber, dass der Bedarf an Wohnraum, insbesondere an bezahlbarem, steigt? „Die Ballungsregion Stuttgart wächst ständig“, nennt Thomas Sprißler einen der vielfältigen Gründe. Weitere Faktoren seien die langanhaltenden niedrigen Zinsen, die dazu führten, dass mehr in Immobilien investiert wird, sowie der Rückgang im sozialen Wohnungsbau: Bundesweit ging die Zahl der Sozialwohnungen seit 1990 von 2,8 Millionen auf aktuell eine Million zurück. „Das zeigt deutlich, dass wir hier dringenden Nachholbedarf haben“, so der OB.

Das habe Auswirkungen, erklärt Baubürgermeisterin Susanne Schreiber weiter: „Die soziale Ungleichheit nimmt ständig zu. Unsere Stadtgesellschaft büßt an Vielfalt ein. Junge Familien müssen schlimmstenfalls wegziehen.“ Auch Angehörige der Mittelschicht seien betroffen, wie Erzieher und Pflegerinnen.


Große Wohnungsbauoffensive

Und was unternimmt die Stadt gegen den Wohnungsmangel? „In Herrenberg versuchen wir diese Frage mit einer großen Wohnungsbauoffensive zu beantworten“, sagt OB Sprißler mit Blick auf die verschiedenen aktuellen und geplanten Wohnbauprojekte in der Stadt. Neuer Wohnraum entsteht etwa im Leibfried- und Aischbachareal, in der Schäferlinde, in Herrenberg-Süd sowie im Baugebiet Gartenäcker in Gültstein. Bei Wohnbauvorhaben mit städtischer Beteiligung wird eine Quote für Sozialwohnungen festgelegt, im Affstätter Tal baut die Stadt selbst Sozialwohnungen. „Ein weiterer Baustein könnte die Gründung einer städtischen Wohnungsbaugesellschaft sein“, so der OB. Abschließend macht OB Sprißler deutlich: „Die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum ist eine große Aufgabe, die nur gemeinsam bewältigt werden kann.“ Insbesondere brauche man hierfür auch die Grundstückseigentümerinnen und -eigentümer. „Wir müssen diese soziale Frage gemeinsam beantworten“, appelliert der OB an die Bürgerschaft.


Jetzt Fragen stellen

Das Video ist abrufbar unter www.herrenberg.de/wasmachtdiestadt und wird auf den Social-Media-Kanälen der Stadt (Facebook und Instagram) veröffentlicht. Bis zum 30. Juni 2021 können alle Herrenbergerinnen und Herrenberger ihre Fragen an die Stadtverwaltung zum Thema bezahlbarer Wohnraum stellen – unter www.herrenberg.de/wasmachtdiestadt, per E-Mail an be@herrenberg.de sowie unter dem Video-Post auf Facebook und Instagram. Die Fragen werden dann im Anschluss gesammelt beantwortet.


Themen vorschlagen

Das erste Video erläutert alles Wesentliche zum Thema bezahlbarer Wohnraum in knapp sieben Minuten, außerdem ist es barrierefrei mit Untertitel produziert. In ähnlicher Weise möchten der Begleitausschuss von „Demokratie leben!“ und die Stabsstelle Steuerung und Kommunikation künftig weitere städtische Themen aufbereiten.

In einem Workshop haben die Mitglieder des Begleitausschusses bereits erste Themen gesammelt, darunter Digitalisierung, alternative Mobilität, Vielfalt und Generationengerechtigkeit. Unter www.herrenberg.de/wasmachtdiestadt können nun alle Herrenbergerinnen und Herrenberger eigene Themen vorschlagen oder die Themen anderer unterstützen. Die Ideen mit der größten allgemeinen Unterstützung werden dann in weiteren Videos aufbereitet.


Demokratie leben!

Der erste Pilotfilm der Videoreihe ist mit Mitteln von „Demokratie leben!“ finanziert worden. Das Förderprogramm wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) unterstützt. Die Veröffentlichung stellt keine Meinungsäußerung des BMFSFJ oder des Bundesamts für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) dar. Für inhaltliche Aussagen trägt die Stadt Herrenberg die Verantwortung.