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Vorübergehende Badepause im Naturfreibad


Das Schwimmbecken im Herrenberger Naturfreibad ist ab Dienstag, 29. Juni, vorsorglich geschlossen, nachdem eine Wasserprobe im Labor Belastungen mit Pseudomonas aeruginosa nachgewiesen hat. Liegewiese und Kleinkindbereich bleiben weiter zugänglich und können kostenlos genutzt werden. Nach der Reinigung und erneuten Kontrolle des Beckenwassers wollen die Stadtwerke das Bad wieder vollständig zum Baden freigeben.

„Wir bedauern die Unterbrechung des Badesommers für unsere Gäste und setzen alles daran, dass es möglichst bald mit sicherem und sauberem Badevergnügen im Naturfreibad weitergeht“, betont Erster Bürgermeister Stefan Metzing. Im Sicherheitskonzept für das Naturfreibad steht die Gesundheit der Badegäste an oberster Stelle. Deshalb wird das Badewasser in unabhängigen Laboren engmaschig kontrolliert und es kommt immer wieder zu prophylaktischen Badepausen, in denen der Zugang zum Schwimmbecken gesperrt wird, bis die hohen Anforderungen an die Wasserqualität zweifelsfrei erfüllt sind. „Bei der Wasserqualität und bei der Sicherheit machen wir keine Kompromisse“, betont Metzing und bittet um Verständnis für die Einschränkungen im Bad.

Ausgeklügelte Technik ohne Chemie

Die Wasserreinigung im Naturfreibad funktioniert ohne Chemie mit einer ausgeklügelten Technik über eine Kombination verschiedener Filtersysteme, so wird der komplette Beckenwasserinhalt zwei- bis dreimal pro Tag über die Filter geführt und gereinigt. Zusätzlich werden dem Becken täglich geringe Mengen Frischwasser zugeführt. „Innerhalb von einigen Stunden sind in der Regel alle Rückstände im Wasser entfernt, nachdem die Ursache beseitigt wurde“, erklärt Stadtwerkeleiter Karsten Kühn. Damit sei die Naturfreibad-Technik ähnlich zuverlässig wie der konventionelle Chlor-Einsatz, benötige aber mehr Zeit um auf Bakterieneintrag zu reagieren. „Deshalb gibt es im Herrenberger Naturfreibad feste Schließzeiten für Revision und Reinigung und immer wieder auch kurzfristig nötige Pausen“, so Kühn.

Ursachensuche läuft

Die Wasserprobe vom 23. Juni 2021 hat ergeben, dass die Belastung mit dem Bakterium Pseudomonas aeruginosa an mehreren Stellen den zulässigen Grenzwert überschritten hat.  Die Ursache für die Überschreitung ist indes noch nicht ausgemacht. Das Bakterium Pseudomonas aeruginosa kommt in feuchten Milieus vor und vermehrt sich vor allem da, wo wenig Bewegung im Wasser ist. Im Herrenberger Naturfreibad kam es seit der Eröffnung im Sommer 2015 immer wieder zu Pseudomonas-Befunden und Badepausen.

Wie geht es weiter?

Das Bäderteam der Stadtwerke wird nun den Grund für die Grenzwertüberschreitung ermitteln. „Im Moment haben wir noch keine Erklärung für die plötzliche Überschreitung des Grenzwertes für das Bakterium“, sagt Stadtwerkeleiter Karsten Kühn.

Erneute Wasserproben werden am Dienstag, 29. Juni, entnommen. Sobald die Ergebnisse dieser Proben vorliegen, wird über die Aufhebung der vorübergehenden Badepause entschieden. Sollte der Grenzwert des Bakteriums Pseudomonas aeruginosa dann nicht mehr überschritten sein, könnte das Naturfreibad zum Wochenende wieder öffnen.

Kunden werden informiert

Kunden, die am 28. Juni bereits vor Ort waren oder das Zeitfenster am Abend gebucht hatten, wurden in Absprache mit dem Gesundheitsamt Böblingen vom Badepersonal in Kenntnis gesetzt. Es wurde ihnen freigestellt das Angebot auf eigene Verantwortung in Anspruch zu nehmen, oder sich alternativ den Ticketpreis erstatten zu lassen. Alle Kunden, die in den kommenden Tagen ein Zeitfenster gebucht haben, werden per E-Mail über die vorübergehende Badepause informiert. Bereits gebuchte Tickets können an einem anderen Tag verwendet werden. Außerdem wurde der Online-Ticketshop des Naturfreibads vorübergehend geschlossen.

Warum Naturfreibad?

Das Herrenberger Naturfreibad hat seit seiner Eröffnung im Sommer 2015 nur eine Saison ohne Badepause erlebt. In den meisten Jahren kam es immer wieder zu Überschreitung der Grenzwerte und zu Schließtagen. Trotzdem halten Stadt und Stadtwerke an der unkonventionellen Technik fest. „Ein Naturfreibad ist sensibler in der Anlagensteuerung als ein Chlorbad und braucht viel Know-How. Durch das komplexe Zusammenspiel können gelegentliche Badepausen leider nicht ausgeschlossen werden“, betont Stadtwerkeleiter Karsten Kühn.