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Drei Regenbogenfahnen verschwinden über Nacht


Im „Pride Month“ Juni wird weltweit die Vielfalt von Lebensformen gefeiert. Auch in Herrenberg sind dieses Jahr zum ersten Mal fünf Regenbogenfahnen gehisst worden, um ein Symbol für die Akzeptanz, Anerkennung und Sichtbarkeit der LGBTQ+ Community zu setzen. Allerdings sind innerhalb von zwei Wochen drei der fünf Regenbogenfahnen über Nacht verschwunden.

Zunächst am Schickhardt-Gymnasium, dann am Andreae-Gymnasium (AGH) und dann an der Musikschule wurden die Flaggen gestohlen. Das AGH hat Anzeige gegen unbekannt erstattet. Eine Fahne ist, leicht beschädigt, in einem Mülleimer wiederaufgetaucht.

Die Projektgruppe „Pride Flag“ des Stadtjugendrings zeigt sich betroffen über den Diebstahl: „Das setzt ein klares Zeichen. Auch in Herrenberg gibt es Menschen, die sich an Vielfalt stören.“ Als Zeichen der Gay-Pride-Bewegung wird die Regenbogenflagge seit 1978 verwendet. Seither ist sie ein Symbol für die Gleichberechtigung und Akzeptanz von queeren Menschen. „Queer oder LGBTQ+“ sind Überbegriffe für Menschen, die ihre Geschlechtsidentität oder sexuelle Orientierung als außerhalb der gesellschaftlichen Norm sehen.

Anfang Juni hatte die Projektgruppe gemeinsam mit OB Thomas Sprißler und der Gleichstellungsbeauftragten Birgit Hamm die Flaggen in Herrenberg gehisst. Dass nun mehrere Fahnen entwendet wurden, nehmen die Stadt und die Projektgruppe zum Anlass, sich weiter für Toleranz und Vielfalt in Herrenberg einzusetzen.

Unterstützungsangebote

„Alle queeren Menschen, und alle, die sich ihrer Sexualität und Identität noch unsicher sind, sollen wissen, dass sie nicht alleine sind“, so die Projektgruppe. Alle, die Unterstützung suchen, können sich an die Schulsozialarbeit an den Schulen, an die Mobile Jugendarbeit oder an das Herrenberger Jugendhaus wenden. Dort findet regelmäßig ein „Queer-Treff“ statt. Zudem gibt es auf der Homepage www.herrenberg.de/gleichstellung unter Publikationen verschiedene Ratgeber zum Thema – für Jugendliche und für Eltern.

Gemeinsam für die Vielfalt

Michael Wolfschläger, Jugendreferent beim Stadtjugendring, betont: „Vielfalt ist ein hohes Gut und eine enorme Bereicherung in unserer demokratischen und freiheitlichen Gesellschaft. Die Akzeptanz darf erst dort aufhören, wo Intoleranz beginnt. Umso wichtiger ist es, aufzuklären und in den Austausch zu treten, damit Ängste, Vorurteile und daraus hervorgehende Diskriminierungen abgebaut werden.“

Die Projektgruppe ruft alle dazu auf, sich für Vielfalt stark zu machen und Menschenfeindlichkeit, in jeglichen Formen, im Alltag entgegenzutreten. Wer Hinweise auf den Verbleib der Fahnen hat oder die Projektgruppe gerne unterstützen möchte, darf sich an Michael Wolfschläger vom Stadtjugendring unter der Telefonnummer 0159 0220 1900 (gerne auch per WhatsApp) oder per E-Mail an michael.wolfschlaeger@sjr-hbg.de wenden.

Über den Stadtjugendring

Der Stadtjugendring Herrenberg e.V. setzt im Auftrag der Kommune die Kommunale Jugendbeteiligung um. Diese wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“